Konfrontation um Südchinesisches Meer eskaliert: Chinesen kündigen verstärkte Seemanöver an

Konfrontation um Südchinesisches Meer eskaliert: Chinesen kündigen verstärkte Seemanöver an
Chinesische Marineeinheiten beim Manövereinsatz...
Zunehmenden Spannungen im südchinesischen Meer um Rohstoffe, Handelsrouten und Gebietsansprüche. Chinas neueste Ankündigung, seine Marine dort künftig regelmäßige Manöver abhalten zu lassen, lassen eine neue Eskalationsstufe befürchten.

Laut Renmin Ribao, einer chinesischen Parteizeitung, wurde diese Maßnahme als Reaktion auf jüngste Äußerungen Rex Tillersons beschlossen, der Donald Trumps Kandidat für den Posten des US-Außenministers ist. Dieser hatte der FAZ zufolge zuvor erklärt, dass China der Zugang zu künstlichen Inseln verwehrt werden solle.

Diese Erklärungen wurden von der Zeitung als "verbale Bomben" bezeichnet. Eine solche Einmischung von außen laufe den chinesischen Interessen zuwider. Die Streitkräfte würden sich jedoch weder durch ausländische Provokationen noch durch Druck in ihrer Entscheidung beeinflussen lassen.

Während Trump damit droht, die US-Wirtschaft von globalen Einflüssen abzuschotten, tritt Chinas Präsident Xi Jinping offensiv für eine weitere Integration der Weltwirtschaft ein.

Erst vor kurzem hatte China für großes internationales Aufsehen gesorgt, als es seinen einzigen Flugzeugträger, die Lianoning, zu Übungen entsandte. Damals kündigte Chinas Verteidigungsministerium an, dass der chinesische Flugzeugträger an Übungen und Tests in verschiedenen Meeren teilnehmen wird. Laut einem Bericht des Nachrichtenportals Global Times werden sich den Militärübungen im West-Pazfik weitere in unmittelbarer Peripherie Chinas anschließen. Darunter fallen das Bohai-Meer, das Gelbe Meer, das Ostchinesische und das Südchinesische Meer.

Der Flugzeugträger gehört zur Admiral-Kusnezow-Klasse und wurde ursprünglich unter dem Namen Warjag für die Sowjetische Marine gebaut. Er blieb aber unvollendet und wurde von der Ukraine 1998 an China verkauft. Dort wurde er trotz gegenteiliger Ankündigung vonseiten der chinesischen Regierung komplett runderneuert, ausgerüstet und lief am 10. August 2011 zu einer ersten Probefahrt in den Hafen von Dalian aus. Am 25. September 2012 wurde er, wie aus öffentlich zugänglichen Quellen hervorgeht, offiziell der Marine übergeben.

Die Entwicklungen im West-Pazifik gehen unter dem Eindruck steigender politischer Spannungen zwischen den USA und China vonstatten. Hintergrund sind vor allem wichtige Handelsrouten. Ebenso beanspruchen die Philippinen Teile des Meeres für sich. China weist diese Ansprüche zurück und hat künstliche Inseln aufgeschüttet. Einen Prozess in dieser Sache hat Peking im Juli des Vorjahres vor dem internationalen Schiedsgerichtshof in Den Haag verloren. China ignoriert das Urteil aber bisher.

Auch die USA beanspruchen ihre Freiheit, dort militärische Patrouillen durchzuführen, wobei sie sich auf den Freedom of Navigation Act berufen.

Das Verhältnis zwischen Peking und dem am Freitag vereidigten US-Präsidenten Donald Trump steht bislang unter einem schlechten Stern. So hinterfragte Trump jüngst die jahrzehntelang auch von Washington akzeptierte "Ein-China-Politik".

Ich weiß nicht, warum wir an einer ‚Ein-China-Politik‘ gebunden sein müssen. Es sei denn, wir machen ein Abkommen mit China, das mit anderen Dingen wie dem Handel verbunden ist", sagte Trump.

Trump wirft China vor, die US-amerikanische Exportindustrie durch unlautere Handeldspraktiken zu schwächen.

In Reaktion darauf warnte Chinas Botschafter in den USA, dass es Peking nicht dulden wird, wenn die Amerikaner dessen "politische Grundlagen" hinterfragen.