US Marines landen in Norwegen – Abschied von Nachkriegsabkommen mit Russland

US Marines landen in Norwegen – Abschied von Nachkriegsabkommen mit Russland
Fast 300 US-Marines aus Camp Lejeune, North Carolina kamen am Montag in Nowegen an. Die Verlegung signalisiert einen Abschied von der jahrzehntelangen Politik, keine ausländischen Truppen auf norwegischem Boden zu beherbergen.

Das Abkommen zur Stationierung amerikanischer Truppen wird für ein Jahr andauern. Das Kontingent, das diese Woche gekommen ist, wird in sechs Monaten ersetzt. Die Marines werden auf der Vaernes Basis der Norwegischen Heimatschutzkräfte beherbergt, die in der Nähe von Trondheim, Norwegens drittgrößter Stadt, liegt.

Das erklärte Ziel der Mission ist es, US-Truppen für arktische Kriegseinsätze zu trainieren.

„In den ersten vier Wochen haben sie eine grundlegende Winterausbildung. Sie lernen, wie man mit Skiern umgeht und in arktischer Umgebung überlebt“, sagte Rune Haarstad, ein Sprecher des Heimatschutzes zu Reuters. „Es hat nichts mit Russland oder der jetzigen Situation zu tun.“

Im März werden die Marines an den gemeinsamen „Wikinger-Übungen“ teilnehmen, auch gemeinsam mit britischen Truppen, fügte er hinzu.

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Sowohl Norwegen als auch die USA weisen die Lesart zurück, dass die Verlegung geplant sei, um Russland zu provozieren. Es sei auch kein Teil einer Kampagne, eine sogenannte „russische Aggression“ in Europa abzuwehren, indem man zusätzliche Truppen und Waffen näher an die russische Grenze schickt.

Als Gründungsmitglied der Allianz hatte Norwegen gelobt, keine ausländischen Streitkräfte zu beherbergen, um Moskaus Sorgen zu zerstreuen, dass es Ausgangspunkt eines Überraschungsangriffs werden könnte. Jahrzehntelang hortete das skandinavische Land gigantische Massen an Waffen als Vorbereitung für einen möglichen Konflikt, aber erlaubte anderen NATO-Truppen nur für Trainingszwecke Zugang.

Oslo verwirft die Lesart, dass sich die aktuelle Verlegung gegen das Gelöbnis richte, da die amerikanischen Truppen rotiert würden, anstatt permanent stationiert zu sein. Die NATO nutzt diese Begründung regelmäßig für alle ihre Truppenbewegungen nach Osteuropa, um die Vereinbarungen zwischen der Allianz und Russland zu umgehen, welche „signifikante“ Verlegungen in die Nähe Russlands verbietet.

Der US Marine Corps preiste die praktischen Vorzüge einer Vollzeitverlegung als Begründung für den Umzug.

„Wir kommen seit 25 Jahren nach Norwegen. Also verstehe ich wirklich die Aufregung nicht.“, sagte Generalmajor Neil Nelson, Kommandant der Marine Corps Forces in Europa und Afrika zu military.com vor der Verlegung. „Wir machen nur unseren Job, von einem wirtschaftlicheren Standpunkt. Ich verlasse mich nicht auf Leute, die ständig [mit dem Finger] hin und her zeigen."

„Durch das Verlegen von Marines nach Norwegen und über den nördlichen Polarkreis für jeweils 30 bis 60 Tage, ist das eine ganz andere Umgebung“, fügte Nelson hinzu. „Man lernt nicht nur zu überleben, man überlebt tatsächlich. Es ist eine harte Umwelt; man benötigt eine Menge harter Lektionen und wir verstärken das durch die Länge der Zeit.“

Als die turnusmäßige Verlegung der US-Marines letztes Jahr bestätigt wurde, zeigte sich Russland davon überrascht.

„Wenn wir in Betracht ziehen, wie viele norwegische Amtsträger eine von Russland ausgehende Bedrohung für Norwegen verneint haben, würden wir gerne verstehen, aus welchem Grund Norwegen so gewillt ist, sein militärisches Potential zu vergrößern, insbesondere durch die Stationierung amerikanischer Streitkräfte in Vaernes?“, fragte die russische Botschaft damals.

Norwegen und Russland teilen eine kleine Landgrenze weit im Norden. Die Vaernes Basis liegt 1.500 Kilometer von Russland entfernt, aber das arktische Trainingsprogramm beinhaltet ein Annäherung zu ihr.

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