Sicherheitsexperte John McAfee zu Hackerangriffen auf DNC: Es waren mit Sicherheit nicht die Russen

Sicherheitsexperte John McAfee zu Hackerangriffen auf DNC: Es waren mit Sicherheit nicht die Russen
IT-Legende John McAfee im RT-Gespräch.
John McAfee gehört seit Jahrzehnten zu den renommiertesten Experten für digitale Sicherheit und entwickelte einst das erste Antiviren-Programm überhaupt. Laut seiner Analyse gibt es keine Verbindung zwischen den Hacker-Leaks beim DNC und Russland. Entsprechende FBI-Berichte bezeichnet er als "Trugschluss".

Auf der Grundlage seiner Erfahrung erläutert das IT-Urgestein gegenüber RT, er glaube nicht, dass es eine Verbindung zwischen Russland und den geleakten E-Mails der Demokratischen Partei gebe:

"Wenn es aussieht, als seien es die Russen gewesen, dann kann ich ihnen garantieren, dass sie es nicht waren."

Ein neuer FBI-Bericht enthält im Anhang hunderte IP-Adressen, welche mutmaßlich "von russischen Zivilisten, Militärs und Geheimdienstmitarbeitern" genutzt wurden. Während einige dieser IP-Adressen russischen Ursprungs sind, ist die große Mehrheit auf alle Länder der Welt verteilt, was nichts anderes bedeutet, als dass Hacker standardmäßig ihre wahre Herkunft verschleiern.

McAfee argumentiert, der Bericht sitze einem Trugschluss auf, da jeder Hacker seine Herkunft, Sprache und andere Hinweise auf die eigene Person fälschen und verschleiern kann. Jeder Hacker, der in der Lage wäre, in die Datennetze bedeutender Einrichtungen der US-Infrastruktur einzubrechen, wäre auch fähig, seine Spuren zu verwischen:

Wenn ich Chinese wäre und den Wunsch hätte, es so aussehen zu lassen, als haben es die Russen getan, würde ich russische Sprache im Code verwenden und typisch russische Techniken nutzen, um in die Systeme einzudringen. Es gibt schlicht keine Möglichkeit, eine klare Quelle für eine solche Attacke auszumachen.

Gleichzeitig betonte McAfee, er sehe vielmehr ein Problem mit den Aktivitäten der US-amerikanischen NSA, die in der Lage ist, jede private Konversation zu überwachen und alle Textnachrichten der Bürger mitzulesen. Anstatt sich auf imaginäre ausländische Bösewichte zu fokussieren, solle vielmehr die Gefahr diskutiert werden, welcher die eigene Bevölkerung durch diese Spähaktivitäten ausgesetzt ist, plädierte der Sicherheitsexperte.

Der Antiviren-Entwickler betonte, die einzige Möglichkeit, NSA-Spionage wirklich zu verhindern, sei es, ein Mobiltelefon zu verwenden, dass zu alt ist, um gehackt zu werden. Das Apple iPhone bezeichnete er als "ultimatives Spionagewerkzeug". Das gesamte Gespräch in englischer Sprache:

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