Obama: Es gab keine Wahlfälschung durch die Russen in den USA

Obama: Es gab keine Wahlfälschung durch die Russen in den USA
Der Präsident der Russischen Förderation, Wladimir Putin, und Außenminister Sergej Lawrow im Gespräch mit Barack Obama und US-Außenminister John Kerry am Rande der UN-Generalversammlung in New York, September 2015.
In einem Interview hat der scheidende US-Präsident Barack Obama Hypothesen zurückgewiesen, die Russische Föderation hätte eine Fälschung der Präsidentschaftswahlen ermöglicht. Er beschuldigte Moskau allerdings erneut, den Podesta-Mailaccount gehackt zu haben.

Scheidender Direktor der nationalen Nachrichtendienste: James Clapper

US-Präsident Barack Obama hat in einer Fernsehsendung jene Verschwörungstheorie zurückgewiesen, wonach die Russische Föderation erfolgreich mittels Wahlfälschung in den Entscheidungsprozess zur US-amerikanischen Präsidentschaftswahl eingegriffen hätte. Dies berichtet das Onlineportal Breitbart News.

Wir waren im Vorfeld der Wahlen tatsächlich besorgt über Möglichkeiten zur Wählfälschung, aber es gibt keinerlei Anhaltspunkte für eine solche", erklärte der scheidende Präsident in einem Interview mit dem Journalisten Trevor Noah in dessen Daily Show. "Und wir sind sehr zuversichtlich, gegen eine solche gewappnet zu sein.

Obama bestritt zudem, dass der Hackerangriff auf den privaten E-Mail-Account des Clinton-Wahlkampfleiters John Podesta eine wesentliche Bedeutung für den Wahlausgang hatte. Gleichzeitig verteidigte er die Darstellung seiner Regierung, die im Oktober behauptet hatte, Moskau würde mit diesem Hack in Verbindung stehen.

Nichts davon sollte eine große Überraschung für uns sein", so Obama. "Russlands Versuche, unsere Wahlen zu beeinflussen, reichen bereits zurück in die Zeit der Sowjetunion."

Zweifelt an Russlands Einmischung: Der ehemalige US-Botschafter bei den Vereinten Nationen, John Bolton.

Dem noch bis 20. Januar 2017 amtierenden Präsidenten zufolge seien der Hack und die daraus geleakten E-Mails "nicht sehr interessant" gewesen. Es habe an "explosiven" Enthüllungen gefehlt. Er sei jedoch irritiert darüber gewesen, dass Medien eine "Obsession" hinsichtlich der E-Mails gezeigt hätten, obwohl man um die angebliche russische Verantwortlichkeit für deren Offenlegung gewusst hätte.

Obama übte auch Kritik an einer Wahlkampfrede seines designierten Nachfolgers Donald Trump, in der dieser die russische Regierung dazu aufgefordert hatte, den E-Mail-Account Hillary Clintons zu hacken, um die von ihrem privaten Server gelöschten E-Mails zu finden. Er erinnerte auch an die Kontakte führender Repräsentanten des Trump-Wahlkampfteams zur Russischen Föderation.

Aus Sicht des noch amtierenden Präsidenten Obamas ist das hohe Medieninteresse an den Podesta-Mails in den USA ein Armutszeugnis.

Was ist mit unserem politischen System geschehen, wenn ein paar gehackte und veröffentlichte E-Mails zur alles bestimmenden Story wurden und zu einer Quelle konstanter Berichterstattung - atemloser Berichterstattung -, die in jedweder Weise irgendwie als schicksalhaft dargestellt wurden, während sie doch im Wesentlichen Routineangelegenheiten beinhaltet haben", so Obama.