Angebliche Russen-Hacks: US-Geheimdienstbehörde zweifelt an CIA-Analyse

Angebliche Russen-Hacks: US-Geheimdienstbehörde zweifelt an CIA-Analyse
Scheidender Direktor der nationalen Nachrichtendienste: James Clapper
Das Büro des Direktors der nationalen Nachrichtendienste, welches den 17 US-Geheimdiensten übergeordnet ist, zweifelt an der jüngst verbreiteten Beurteilung der CIA, Russland habe sich in die US-Wahlen eingemischt, um Donald Trump zu unterstützen.

Die Nachrichtenagentur Reuters zitiert Quellen aus dem Büro des Direktors der nationalen Nachrichtendienste der Vereinigten Staaten von Amerika mit den Worten, die jüngsten Vorwürfe gegen Russland in Bezug auf angebliche Wahlmanipulation können nicht bestätigt werden.

Drei namentlich nicht genannte Beamte aus der Behörde gaben gegenüber Reuters am Montag an, das Direktorium bestreitet den CIA-Bericht nicht, kann diesen jedoch auch nicht bestätigen. “Wir sagen nicht, dass die CIA falsch liegt, jedoch können sie keine Beweise vorlegen”, so eine der Quellen zu der Nachrichtenagentur.

Die vorgeblichen Erkenntnisse, welche die westliche Presse meist unkritisch übernommen hatte, wurden von der CIA nicht direkt veröffentlicht, sondern vielmehr über die Washington Post lanciert. Laut den Anschuldigungen seien russische Geheimdienste für angebliche Hackerangriffe auf das Democratic National Committee (DNC) und Hillary Clintons Kampagnenmanager John Podesta verantwortlich. Sie hätten mit diesen Eingriffen versucht, Donald Trump zum Sieg bei den US-Präsidentschaftswahlen zu verhelfen.

Das Büro des Direktors der nationalen Nachrichtendienste wurde nach den Anschlägen vom 11. September 2001 gegründet, mit dem Ziel, bürokratische Hürden zwischen den US-amerikanischen Geheimdiensten abzubauen. Bis zum 20. Januar 2017 steht Generalleutnant James Clapper dem Büro vor. Ein anderer Beamter der Behörde kommentiert den jüngsten CIA-Bericht wie folgt:

Es war eine dünne Lektüre, auf die sich ein analytisches Urteil stützen sollte.

Des Weiteren erklärte die Quelle, letztendlich führe die ganze Schlussfolgerung des Dienstes darauf zurück, dass sowohl Server der Demokratischen Partei, wie auch der Republikaner gehackt wurden, aber nur die Informationen über die Demokraten Verbreitung fanden.

Auch der republikanische Senator John McCain aus Arizona betonte, es gäbe keine Beweise für irgendeine Einflussnahme der Präsidentschaftswahlwahl seitens Russlands. Jedoch bezeichnet McCain Russlands Verantwortung für die mutmaßlichen Hackerangriffe als „offensichtlich“ und fordert daher eine Untersuchung durch den US-Kongress.

Besonders deutlich äußerte sich auch Craig Murray, der frühere britische Botschafter in Usbekistan und enge Vertraute von Julian Assange. Murrey bezeichnete die CIA-Vorwürfe schlichtweg als „Bullshit“ und fügte hinzu:

Ich weiß, wer die Daten geleakt hat. Ich habe diese Person getroffen und es war definitiv kein Russe, sondern ein Insider. Es ist ein Leak, kein Hack. Das sind zwei verschiedene Dinge.