"Genosse und Bruder" - Die Völker des Trikont trauern um Fidel Castro

"Genosse und Bruder" - Die Völker des Trikont trauern um Fidel Castro
Während Kubas Revolutionsführer im Westen auch anlässlich seines Todes als "Diktator" oder Schlimmeres gescholten wurde, überwog in anderen Teilen der Welt der Respekt vor seinem Lebenswerk.
RT Deutsch hat einige Reaktionen auf den Tod Fidel Castros zusammengefasst. Während im offiziellen Europa kritische bis feindselige Kommentare überwogen, würdigten andere Teile der Welt die Leistungen des Revolutionsführers.

In der westlichen Welt lasen sich Nachrufe auf den am Freitag verstorbenen kubanischen Revolutionsführer und langjährigen Staatschef Fidel Castro wenig schmeichelhaft. So war von einem "blutbefleckten Diktator" (Nordwest-Zeitung), "Kerkermeister" (Süddeutsche Zeitung) oder gar "Mörder" (Neue Osnabrücker Zeitung) die Rede. Im globalen Maßstab stand der westliche Mainstream damit jedoch eher allein auf weiter Flur. Unter den Regierungsvertretern und in der Öffentlichkeit Asiens, Afrikas und Lateinamerikas überwog fast einhellig die Trauer um den "Comandante en Jefe".

Der venezolanische Präsident Nicolas Maduro ließ anlässlich des Todes des kubanischen Revolutionsführers eine Gedenkveranstaltung im Chavez-Mausoleum in der Hauptstadt Caracas durchführen. "Fidel war und bleibt die lebende Geschichte", sagte Maduro. Die Regierung Venezuelas ordnete drei Tage Staatstrauer an.

Der Generalsekretär der Union Südamerikanischer Nationen, Ernesto Samper, nannte den ehemaligen kubanischen Präsidenten den "prominentesten Staatsmann Lateinamerikas im 20. Jahrhundert". Die Welt werde sich an Fidel Castro für immer als an einen "Unterstützer der sozialen Gerechtigkeit, Transparenz und ideologischen Stimmigkeit" erinnern.

Eine neuntägige Staatstrauer verhängte die Regierung Nicaraguas für den verstorbenen kubanischen Staatsmann. Der mexikanische Präsident Enrique Peña Nieto bezeichnete Castro als einen "Freund Mexikos".

Das Oberhaupt der Katholischen Kirche, Papst Franziskus, erklärte, er werde für den Verstorbenen und für das kubanische Volk beten.

Auch Syriens Präsident Baschar Al-Assad äußerte in einem Schreiben an den derzeitigen kubanischen Staatschef Raul Castro, den jüngeren Bruder des verstorbenen Fidel Castro, sein Beileid. Fidel sei "ein Vorbild für die nächste Generation der Befreier lateinamerikanischer Länder sowie für die ganze Welt" gewesen.

Der algerische Staatschef Abdelaziz Bouteflika rief unterdessen acht Tage Staatstrauer aus. Er nannte Fidel Castro einen "authentischen Verteidiger von Frieden, Respekt und nationaler Souveränität".

Kubanische Kampfeinheit in Angola

Angolas Präsident José Eduardo Dos Santos würdigte seinerseits wiederum Kubas Hilfe bei der Verteidigung des Landes gegen Übergriffe vonseiten des südafrikanischen Apartheidregimes in den 1970er und 1980er Jahren. Kuba hatte militärischen Beistand zu Gunsten des sozialistischen Movimento Popular de Libertação de Angola geleistet, als dieses im Bürgerkrieg gegen konkurrierende Unabhängigkeitsbewegungen und im Widerstand gegen Militärinterventionen Pretorias stand. Auch der südafrikanische Präsident Jacob Zuma pries die kubanische Unterstützung der Anti-Apartheid-Bewegung in Südafrika.

Auch in Asien brachten Vertreter zahlreicher Staaten dem kubanischen Volk anlässlich des Todes Fidel Castros ihre Anteilnahme zum Ausdruck. Das Staatsoberhaupt der Volksrepublik China, Xi Jinping, erklärte, dass "das chinesische Volk einen wahren Genossen und einen guten Freund" verloren hat. "Genosse Castro" werde "für immer leben". Auch die vietnamesische Regierung bezeichnete Fidel Castro als einen "Genossen und Bruder". Er sei "in den Herzen der Vietnamesen verwurzelt".

Die Demokratische Volksrepublik Korea ordnete ebenfalls eine dreitägige Staatstrauer an.

Japans Regierungschef Shinzo Abe betonte wiederum, dass Kuba unter der Führung Castros stets darauf beharrte, die Atombombenangriffe auf Hiroshima und Nagasaki durch die Vereinten Staaten zu verurteilen.

Indonesiens Vizepräsident Jusuf Kalla erinnerte wiederum an die Freundschaft zwischen Fidel Castro und Sukarno, den ersten Präsidenten Indonesiens. Sukarno wurde im Jahr 1967 durch einen Militärputsch gestürzt, den die USA unterstützt hatten.

Der indische Ministerpräsident Narenda Modi wiederum twitterte, dass sein Land "den Verlust eines großen Freundes betrauert".