Geschlossene Veranstaltung: Donald Trump Junior diskutiert über Kooperation mit Russland

Geschlossene Veranstaltung: Donald Trump Junior diskutiert über Kooperation mit Russland
Donald Trump jr. verlässt den "Trump Tower"
Bereits im Oktober traf sich der älteste Sohn des designierten US-Präsidenten Donald Trump zu privaten Gesprächen mit Geschäftsleuten, Diplomaten und Politikern in Paris. Dabei ging es unter anderem darum, eine Kooperation mit Russland im Syrien-Konflikt zu entwickeln.

An der Veranstaltung am 11. Oktober im „Ritz Carlton" in Paris nahmen unter Leitung des französischen „Center of Political and Foreign Affairs“ rund 30 Personen teil. Unter ihnen auch der älteste Sohn des zukünftigen US-Präsidenten Donald Trump. Der Gründer des französischen „Think Tanks“, Fabien Baussart, und seine in Syrien geborene Frau, Randa Kassis, arbeiten eng mit dem Kreml in der Frage zusammen, wie sich der syrische Konflikt beenden lässt.

Im Unterschied zu westlichen Regierungen streben sie gemeinsam mit der russischen Regierung eine politische Lösung an, die den syrischen Präsidenten Bashar al-Assad einschließt.

Donald Trump junior verhandelt mit Unterstützern der Zusammenarbeit mit Russsland

Die nun bekannt gewordenen Informationen über das Pariser Treffen verweisen auf die Existenz hochrangiger Persönlichkeiten, die nicht von den offiziellen Handlungsvorgaben westlicher Regierungen gegenüber Moskau überzeugt sind. Auch verdeutlicht das Treffen, welche wichtige Rolle Donald Trump seinem ältesten Sohn zugedacht hat.

Das erste Treffen fand bereits statt, als das Rennen um das Weiße Haus noch nicht entschieden war. Kassis verwies bei der Gelegenheit darauf, dass sie sich über ihr Treffen mit Donald Trump jr. auch mit hochrangingen russischen Regierungsvertretern ausgetauscht habe, unter ihnen auch Mikhail Bogdanov. „Interfax“ wiederum bestätigte, dass ein Treffen zwischen Kassis und Bogdanov am 8. November stattgefunden habe, erwähnte dabei jedoch nicht den jüngeren Trump.

In einem Interview ließ Kassis nun wissen, dass sie Trump jr. während des Meetings in Paris von der Wichtigkeit der Kooperation mit Russland im Mittleren Osten zu überzeugen suchte:

Wir müssen realistisch sein. Wer ist denn vor Ort in Syrien? Nicht die USA, nicht Frankreich. Ohne Moskau, kann es keine Lösung in Syrien geben. Die [syrische] Opposition hat nach Trumps Sieg nun neue Hoffnung, dass der politische Prozess wieder angestoßen wird und das Russland und die Vereinigten Staaten sich über Syrien verständigen werden.

Kassis zeigte sich überzeugt, dass ihr persönliches Treffen mit dem Sohn des Milliardärs, den tatsächlich moderaten syrischen Oppositionellen neue Hoffnung in Hinblick auf eine friedliche Lösung des Konflikts gegeben habe:

Dieser Glaube und diese Hoffnung ist das Ergebnis meines persönlichen Aufeinandertreffens mit Donald Trump jr. in Paris.

Kellyanne Conway, eine leitende Beraterin des designierten US-Präsidenten, bestätigte zwischenzeitlich die Anwesenheit des jüngeren Donald Trump in Paris, spielte die Rolle des direkten Treffens mit Randa Kassis jedoch herunter:

Trump Jr. rief die Teilnehmer zu diesem runden Tisch zusammen und Kassis war bei dem Essen mit 30 Teilnehmern anwesend. Bei dieser Veranstaltung waren Meinungsführer aus der ganzen Welt anwesend, die ein Interesse an den US-Wahlen hatten.

Nach Angaben der eigenen Webseite ist das „Center of Political and Foreign Affairs“ immer wieder Gastgeber für Veranstaltungen, bei denen hochrangige ehemalige und aktuelle Regierungsvertreter anwesend sind. Unter den bisherigen Gästen waren Persönlichkeiten wie der ehemalige türkische Präsident Abdullah Gul, der UN-Generalsekretär a.D. Kofi Annan und James Rubin, Sprecher des US-Außenministeriums während der Clinton-Regierung.

Während seines Wahlkampfs hatte Donald Trump bei verschiedenen Gelegenheiten seine Absicht geäußert, in Fragen des Konflikts in Syrien, aber auch bei der Bekämpfung des „Islamischen Staats“, mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin zu kooperieren.

Dadurch geriet die vermeintliche und nicht bewiesene Unterstützung Donald Trumps durch Russland während des US-Wahlkampfs immer wieder in den Fokus, auch der US-Medien, die diese Anschuldigungen bereitwillig aufgriffen. Unter anderem bezeichnete die Kandidatin der US-Demokraten, Hillary Clinton, Donald Trump als „Marionette“ Wladimir Putins.

Während des an politischen Inhalten armen Wahlkampfs beschuldigte die US-Regierung Russland unter anderem, E-Mail-Konten des "Democratic National Committee (DNC)" „gehackt“ zu haben, um dadurch den Ausgang der Wahlen zu beeinflussen. Moskau wies die Anschuldigungen stets zurück.

Donald Trump jr. ist Vize-Präsident der „Trump Organization“ und war an leitender Stelle in den Wahlkampf seines Vaters involviert. Derweil ließen Offizielle von Trumps Übergangsteam wissen, dass keines seiner Kinder einen Regierungsposten bekleiden werden, was jedoch nicht bedeute, dass sie nicht informell weiter eine Rolle spielen könnten.

In Bezug auf die verheerende Situation in Syrien beschuldigte Donald Trump die Regierung Obama, statt eine politische Lösung zu suchen, lediglich die Absicht zu haben, den syrischen Präsidenten Assad zu stürzen. Dies wiederum würde, seiner Ansicht nach, jedoch lediglich zu einer Stärkung der Extremisten des „Islamischen Staats“ und weiterer Terrororganisationen führen.

Nach Meinung Trumps stellt eine Allianz der USA und der Russischen Föderation die effektivste Möglichkeit dar die entsprechenden Terrorgruppen letztendlich zu „zerschlagen“. Nach Informationen der russischen Nachrichtenagentur „Interfax“, ließ der Stellvertreter des russischen Außenministeriums, Mikhail Bogdanov, nun verlautbaren, dass Moskau sich an Trumps Team gewendet habe, um den Konflikt in Syrien zu diskutieren.

In ihrem Interview ließ Randa Kassis wiederum wissen, dass sie bei ihrem Treffen im Oktober mit Trump jr. darüber gesprochen habe, in Damaskus eine säkulare Regierung zu unterstützen. Damit stimmt sie sowohl mit Assad als auch mit der russischen Regierung überein. Russland verweist stets darauf, dass es sich bei den bewaffneten oppositionellen Gruppen, auch den von den USA geförderten, um radikale Islamisten handele.

Andrew Tabler vom „Washington Institute for Near East Policy“ sagte in diesem Zusammenhang:

Michael Flynn, ehemaliger Chef des Geheimdienstes des amerikanischen Militärs, der Defense Intelligence Agency (DIA), auf einer RT-Konferenz im Oktober 2015.

Randa Kassis hat eine Schlüsselrolle bei den russischen Bemühungen gespielt, Elemente des Assad Regimes und Kräfte der syrischen Opposition die für Moskau akzeptabel sind, zusammen zu bringen.

Das Washingtoner Institut steht der Einstellung der Obama-Regierung in Bezug auf deren Syrien-Politik kritisch gegenüber. Tabler wiederum, sprach regelmäßig mit russischen Offiziellen über den Konflikt und mögliche Lösungswege im bereits langjährigen Konflikt in Syrien. Nach Ansicht Tablers spielten diese „Bemühungen eine Schlüsselrolle bei der Suche Moskaus nach Ansätzen, dass Assad Regime zur Basis eines Übergangs in Syrien zu machen“.

In einem Interview im portugiesischen Fernsehen, hatte Präsident Assad in der vergangenen Woche gesagt, dass es sich bei Donald Trump potentiell um einen „natürlichen Verbündeten“ im Kampf gegen die verschiedenen Rebellenarmeen handele.