Melania Trump: Die unbekannte First Lady

Melania Trump: Die unbekannte First Lady
Von den Titelseiten der Glamour-Magazine ins Weiße Haus. Melania Trump wird Amerikas neue First Lady.
Sie wird an der Seite ihres Gatten ins „Weiße Haus“ einziehen, doch außer einiger pikanter Informationen und Plagiatsvorwürfen ist Melania Trump vielen ein bisher unbeschriebenes Blatt. Luxusgirl, Glamour-Queen, Ex-Model? Wer ist die Frau an der Seite des zukünftigen US-Präsidenten?

Vielen gilt die zukünftige First Lady der Vereinigten Staaten als Antithese zur noch aktuellen „FLOTUS“ [First Lady of the United States] Michelle Obama. Hier die gebildete, hochbegabte Michelle, dort das ehemalige Nacktmodel aus Slowenien. Unterschiedlicher könnten zwei Frauen wohl kaum sein. Besonders in Erinnerung ist vielen wohl ihr blamabler Auftritt auf dem Parteitag der Republikaner im vergangenen Juli, in Folge dessen sich herausstellte, dass weite Teile ihrer Rede eins zu eins aus einer früheren Rede Michelle Obamas stammten.

Auch wenn so manche Passage in ihrer Biographie unscharf ist, lassen sich doch bestimmte Eckpfeiler ihres Lebens ausmachen. Die 46-jährige Melania Trump wurde als Melanija Knavs am 26. April 1970 in Novo Mesto im heutigen Slowenien, als Tochter einer Fabrikarbeiterin und des Autohändlers Viktor Knavs geboren. Daraus lässt sich schließen, dass ihr damaliges Leben nicht im Ansatz von dem Glamour und Wohlstand geprägt war, der sie heute umgibt. Die designierte First Lady hat einen älteren Halbbruder und eine ältere Schwester. Ihre Eltern leben heute mit den Trumps im Trump Tower in New York.

Aufgewachsen ist Melanija in Sevnica, einer Kleinstadt im heutigen Slowenien. Im Alter von 17 Jahren wird sie von einem Fotografen „entdeckt“, nachdem sie bereits als Kind immer wieder als Model tätig war. Nach ihrem Schulabschluss beginnt sie ein Architektur- und Designstudium. Später behauptete sie, sie verfüge über einen Universitätsabschluss, was sich jedoch nach Recherchen des „New Yorker“ als falsch herausstellte, da sie ihr Studium in Ljubljana zugunsten ihrer in Schwung geratenen Modelkarriere beendet hatte.

Dass ihre eigene Webseite zur gleichen Zeit, also Ende Juli 2016, abgeschaltet wurde, sorgte für Schlagzeilen und wird als Folge der Enthüllungen über ihr abgebrochenes Studium interpretiert. Auf ihrer Webseite war nachzulesen, dass sie ihr Studium beendet habe. Der Link führt nun stattdessen auf die Unternehmensseite ihres Mannes - auf der jedoch Melania mit keinem Wort erwähnt wird.

Mit 18 Jahren unterzeichnet die heutige Melania Trump schließlich einen Modelvertrag mit einer Agentur mit Sitz in Mailand - der Startschuss für den Einstieg ins internationale Modelbusiness. Sie arbeitet unter anderem in Paris und eben Mailand, bevor sie schließlich im Jahr 1996 nach New York zieht, dies allerdings ohne über ein entsprechendes Arbeitsvisum für die Vereinigten Staaten zu verfügen. Dieses wird ihr im Nachhinein ausgestellt. In New York angekommen wird sie von angesehen Fotografen wie etwa Helmut Newton und Patrick Demarchelier abgelichtet und ziert unter anderem die Titelblätter mondäner Zeitschriften wie etwa Sports Illustrated, Vanity Fair (Italien), Harper’s Bazaar (Bulgarien) und Vogue. Für die Zeitschrift GQ posierte sie im Januar 2000 nackt.

Die nackte Melanie Trump sorgte im US-Wahlkampf für allerlei Häme von Seiten der Medien und Politik. Über die Qualität der entsprechenden Fotos lässt sich sicherlich streiten, doch ob die Reduzierung Melania Trumps auf ein „Nacktmodell“ und der Spott der sich über sie mit dem Ziel ergoss, den Kandidaten Trump zu diskreditieren, von Geschmack zeugen, dürfte ebenso umstritten sein. Am 31. Juli 2016 veröffentlichte die „New York Post“ unter dem Titel „Sie haben noch keine mögliche First Lady wie diese gesehen!“, entsprechende Nacktfotos, inklusive Fotos auf denen sie mit einer anderen Frau im Bett liegt. Für die puritanischen USA wohl doppelt verwerflich.

Den Multimilliardär Donald Trump lernte seine künftige Gattin im September 1998 auf einer Party der „New Yorker Fashion Week“, im angesagten Kit Kat Club, kennen. Ausgerichtet wurde die Party von Paolo Zampolli, ihrem damaligen Manager bei „ID Model Management“. Zunächst verweigerte sie sich den Avancen des berühmt-berüchtigten Schürzenjägers Donald Trump, konnte diesen jedoch offensichtlich nicht in alle Ewigkeit wiederstehen, denn im Jahr 2004 heiratet sie schließlich „the Donald“.

Zu den Gratulanten zählten unter anderem US-Präsident Bill Clinton und seine Gattin Hillary, damals noch Senatorin des Staates New York, heute noch immer seine erbittertste Gegnerin.

Der ehemalige US-amerikanische Außenminister Henry Kissinger, Berlin, Deutschland, 17. September 2015.

In ihrer schon erwähnten, in weiten Teilen von Michelle Obama abgekupferten Rede, sprach sie unter anderem darüber, dass die Bekämpfung von „Cybermobbing“ eine ihrer Prioritäten sein werde, wenn sie denn mit ihrem Gatten ins Weiße Haus einziehen würde:

Wir müssen unseren Kindern amerikanische Werte vermitteln […] Freundlichkeit, Ehrlichkeit, Respekt, Mitgefühl, Großzügigkeit.

Vor allem US-amerikanische Medienagenturen ließen denn auch nur wenig Zeit verstreichen, um auf die Ironie ihrer Worte hinzuweisen, da es schließlich ihr Ehemann sei, der Plattformen wie Twitter dazu nutze, Minderheiten und Andersdenkende mit derben Worten zu beleidigen.

Zu den aktuellen Debatten über ihre Qualifikation, oder vielmehr Persönlichkeit, als zukünftige First Lady gibt es derweil unterschiedliche Mutmaßungen:

Frau Trump wird uns zurückführen in die Zeit von Jackie Kennedy und eine traditionellere Rolle einnehmen.

Davon ist zumindest Jean Wallis Harris überzeugt. Harris forscht an der jesuitischen Universität von Scranton (Pennsylvania) über die Rolle von First Ladys der Vereinigten Staaten. Ihr Fazit lautet: Melania werde mehr wie Jackie Kennedy und weniger wie Eleanor Roosevelt, Michelle Obama und wenn mag es wundern, Hillary Clinton, sein.

Melania Trump trat auch in der Reality-Show ihres Gatten „Celebrity Apprentice“ auf dem US-Sender NBC auf und spricht, nach offiziellen Angaben, fünf Sprachen fließend: Slowenisch, Englisch, Französisch, Serbisch und Deutsch. Letzteres ist wohl der Grund dafür, dass sie ihren Mädchennamen Melanija Knavs in Melania Knauss eindeutschte.

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