Anonymous-Aktivist zu RT: „Moskau würde Clinton hacken, nicht Podesta“

Anonymous-Aktivist zu RT: „Moskau würde Clinton hacken, nicht Podesta“
Russland hat nichts mit den Email-Leaks des Wahlkampfleiters von Hillary Clinton zu tun. Moskaus Ressourcen erlauben es, nicht nur John Podesta auszuspionieren, sondern auch die demokratische Präsidentschaftskandidatin Clinton selbst. Das sagte der Anonymous-Aktivist Alex Poucher im Interview mit RT vor dem anstehenden Million Mask March, der von der Hacktivisten-Gruppe organisiert wird.

„Amerika ist bei fast Allem sehr schnell in Schuldzuweisungen gegen Russland, was in diesen Tagen vor allem mit Bezug auf Syrien passiert. Was die USA wirklich wollen, ist die Auslieferung des NSA-Whistleblowers Edward Snowden, um an ihm ein Exempel zu verüben“, sagte Poucher.

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Der Aktivist weist Vorwürfe der demokratischen Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton zurück, wonach die Enthüllungsplattform WikiLeaks von Julian Assange mit Russland kooperieren würde. Auch würden keine sensitiven Informationen an Moskau weitergeleitet, um die Wahlkampagne Clintons zu untergraben.

„Was war das Passwort von Podesta? Es lautete ‚passw0rd‘ mit einer Null anstatt ‚o‘. Jedes Kind könnte dieses Email-Konto gehackt haben. Ich denke, mit der geballten Macht des russischen Geheimdienstes und seinen Ressourcen könnte Moskau, wenn es überhaupt jemanden gehackt hat, Hillary direkt ausspionieren und nicht Podesta“, gab Poucher zu bedenken.

„Ich glaube nicht, dass die russische Regierung irgendwelche direkte Bindungen zu WikiLeaks unterhält“, sagte der Anonymous-Aktivist. Gruppen wie Anonymous „arbeiten für keine Regierung oder Organisation“, ergänzte er.

„Die einzige Verbindung, die ich zwischen Russland und WikiLeaks sehe könnte, wäre Sarah Harrison von WikiLeaks, die Kontakte zu Snowden pflegte“, sagte Poucher.

Er äußerte sich zuversichtlich, dass WikiLeaks weiterhin Podesta-Mails leaken werde, obwohl sich das Clinton-Camp vehement dagegen ausspricht. Allerdings ist der Aktivist skeptisch, dass Clinton trotz belastendem Inhalt der Emails rechtliche Konsequenzen zu fürchten habe.

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„Hillary wird wohl nicht ins Gefängnis gehen, aber die Enthüllungen aus diesen Mails werden sie schließlich dazu zwingen, Geständnisse über diese Leaks zu machen. Das wird dem US-Volk sehr wichtig sein“, vermutet Poucher.

Whistleblowern, die alles riskieren, um an die Wahrheit zu kommen, sollte „gedankt“ werden. Anstatt dessen werden sie verfolgt, kritisierte er.

„Je mehr Regierungen verheimlichen, desto mehr brauchen wir Whisteblower wie Julian Assange und Edward Snowden. Wir sollten diese Whistleblower als Helden betrachten und nicht zulassen, dass sie sich in der ecuadorianischen Botschaft in London oder Russland verstecken müssen“, sagte der Anonymous-Aktivist gegenüber RT. Es könne nicht sein, dass „Leaks und Offenbarungen, die veröffentlicht werden und keinen körperlich bedrohen“, als Verbrechen angesehen werden. Poucher bemerkte:

„Wenn Transparenz Furcht auslöst, dann ist das ein guter Hinweis dafür, dass die Regierung nicht im Einklang mit dem Volkswillen arbeitet. Es sollte keine Furcht vor der Regierung geben. Die Regierung sollte eher das Volk fürchten.“

Bezüglich des anstehenden Million Mask March sagte der Hacktivist, dass der Schwerpunkt der diesjährigen weltweiten Proteste auf die US-Präsidentschaftswahlen am achten November liegen werde.

„Wann immer sich eine Nation von 300 Millionen Bürgern zwischen Persönlichkeiten wie Donald Trump oder Hillary Clinton entscheiden muss, können sie sagen, dass das Wahlsystem entweder korrupt oder völlig manipuliert ist“, äußerte der Aktivist.

„Widerspruch ist die höchste Form des Patriotismus, die wir haben“, sagte Poucher und fügte hinzu, dass der Million Mask March in diesem Zusammenhang „sehr relevant“ sei.

Bei dem globalen Protestmarsch tragen die Demonstranten eine Guy Fawkes-Maske, die durch den Roman und dessen Verfilmung „V für Vendetta“ populär geworden ist. Der Protestmarsch richtet sich gegen Massenüberwachung, Polizeibrutalität, Rassismus und Korruption von Regierungen.

„Bis wir anfangen, Veränderungen bei den Ursachen zu sehen, gegen die wir protestieren, werden wir jedes Jahr am fünften November zum Protest auf die Straßen gehen“, kündigte Poucher an.

Die Hacking-Gruppe plant für dieses Jahr in 120 größeren und kleineren Städten auf dieser Welt, darunter Washington, London und Halifax in Kanada, Demonstrationen. „Insgesamt erwarten wir, dass mindestens 100.000 Menschen auf die Straßen gehen. Jedes Jahr wird es größer“, schloss der Aktivist ab.

 

 

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