Ausbeutung syrischer Flüchtlinge in der Türkei: Der nächste Fall

Ausbeutung syrischer Flüchtlinge in der Türkei: Der nächste Fall
Ein Flüchtlingskind aus Kobani in der türkischen Stadt Suruc.
Es entwickelt sich scheinbar zu einem Geschäftsmodell: Immer wieder kommt es zur Ausbeutung von syrischen Flüchtlingen in der Türkei. Zum Teil betrifft es Kinder die nicht älter als zehn Jahre sind. Zur materiellen Ausbeutung kommt nicht selten auch sexuelle.

Quelle: Twitter - Hüseyin Yılmaz (@Truelegendd)

Wie die BBC berichtet, ist es wieder zu Fällen von Ausbeutung in türkischen Textilfabriken gekommen. Die syrischen Flüchtlinge, von denen der Jüngste 15 Jahre alt ist, arbeiteten zum Teil 12 Stunden lang unter unzureichenden Sicherheitsvorkehrungen und zu Dumpinglöhnen. Es ist nicht das erste Mal, dass es zu solchen Vorwürfen kommt.

Bekannt ist die Kinderarbeit in Reyhanli, einer Grenzstadt zu Syrien, in der unter anderem 10-jährige Kinder Müll sammeln um ihn der lokalen Recycling-Fabrik zu verkaufen. Zu einem Bruchteil des Preises, den Erwachsene bekommen. Oder der Fall aus Gaziantep, in der zum Teil 13-jährigen Kinder in einer Schuhfabrik arbeiten. 12 Stunden am Tag, sechs Tage die Woche.

Die neuesten Vorwürfe der BBC betreffen auch im Westen beliebte Modemarken wie Asos, Mango, Marks & Spencer und Zara, für die in den Textilfabriken produziert wird. Die Vertreter der genannten Firmen zeigten sich besorgt. Gerade bei der Herstellung von Jeanshosen kam es zum Einsatz von Chemikalien ohne ausreichenden Schutz.

Arbeitende Frauen in einer türkischen Textilfabrik

In der Türkei leben mittlerweile über 3 Millionen syrische Flüchtlinge. Obwohl NGOs und die lokale Polizei zusammenarbeiten, kommt es immer wieder zu Fällen von Ausbeutung. Das Schuldbewusstsein der lokalen Arbeitgeber hält sich oftmals in Grenzen. Die übliche Reaktion beschränkt sich meist auf die Aussage „sonst müssten sie ja betteln gehen.“

Das gesetzliche Arbeitsalter in der Türkei beträgt 15 Jahre. Viele der arbeitenden Kinder sind jünger. Sie können noch nicht einmal ihren Lohn einklagen, wenn sie nicht bezahlt werden.