Putin: "Wir wissen genau, wer den UN-Hilfskonvoi in Syrien angriff"

Westliche Arroganz verhindere derzeit ein konstruktives Miteinander auf Augenhöhe, machte der russische Präsident Wladimir Putin deutlich und kritisierte, die USA und Frankreich versuchten, Russland zum Sündenbock für eigenes Versagen zu stempeln.
Westliche Arroganz verhindere derzeit ein konstruktives Miteinander auf Augenhöhe, machte der russische Präsident Wladimir Putin deutlich und kritisierte, die USA und Frankreich versuchten, Russland zum Sündenbock für eigenes Versagen zu stempeln.
Der russische Präsident Wladimir Putin kritisierte in einer Rede am Mittwoch die manipulativen Beschuldigungen seitens der USA, Russland stehe hinter dem Angriff auf einen UN-Hilfskonvoi in Syrien. Tatsächlich wüssten die USA genau, wer für den Angriff verantwortlich gewesen sei.

Der Angriff auf einen UN-Hilfskonvoi in der Nähe von Aleppo im vergangenen Monat wurde von einer in Syrien operierenden terroristischen Gruppierung ausgeführt. Das sagte der Präsident der Russischen Föderation, Wladimir Putin, in einer Rede am Mittwoch. Die USA unterstellten Russland hingegen wider besseres Wissen, dass dieses den Angriff ausgeführt hätte.

Der Mythos lebt: Auch Englands Außenminister Boris Johnson wiederholte jüngst die durch keinerlei Evidenz gestützte Darstellung, Russland sei für den Angriff auf einen Un-Hilfskonvoi nahe Aleppo im September verantwortlich gewesen.

Es war eine der Terrorgruppen. Und wir wissen das, die US-Amerikaner wissen das auch, aber sie ziehen es vor, eine andere Position einzunehmen, um es Russland fälschlicherweise zum Vorwurf machen zu können. Das hilft nicht weiter", sagte Wladimir Putin beim Wirtschaftsforum in Moskau.

Der Hilfskonvoi wurde in der Nacht vom 19. auf den 20. September angegriffen. Das Internationale Komitee des Roten Kreuzes berichtete von 20 getöteten Zivilisten sowie 18 zerstörten Fahrzeugen.

Das Pentagon suggeriert seitdem medial auf breiter Front, man sei zu dem Schluss gelangt, dass russische Kampfflugzeuge, die in der Umgebung aktiv gewesen wären, den Konvoi angegriffen hätten.

Moskau weist die Anschuldigungen kategorisch zurück. Stattdessen wies man vonseiten der Russischen Föderation darauf hin, dass eine US-Aufklärungsdrohne die Ereignisse dokumentierte, die vor Ort war, als sich der Übergriff ereignete. Demnach müsste Washington über die eigentlichen Angreifer genau im Bilde sein.

Außerdem kommentierte der russische Präsident, seine Entscheidung, Frankreich nächste Woche entgegen der ursprünglichen Terminisierung keinen Staatsbesuch auszustatten. Die Entscheidung gehe auf die jüngste Konfrontation beider Staaten im UN-Sicherheitsrat zurück. Paris wies Moskau darauf hin, dass ein Besuch Putins angesichts des russischen Vetos gegen eine französische Initiative zum Syrienkonflikt im UN-Sicherheitsrat nicht erwünscht sei.

Frankreich wirke

Es sind nicht unsere Partner [Frankreich], die Anstoß an der Resolution aus Paris nehmen sollten. Ich würde sagen, dass wir eigentlich die Verärgerten sein sollten", sagte Putin.

Der russische Staatspräsident forderte die USA auf, Russland als gleichberechtigten Partner anzusehen und dessen Interessen zu respektieren, anstatt stetig zu versuchen, Moskau Bedingungen aufzudiktieren. Nur so können sich die Beziehungen zwischen Russland und den USA wieder bessern.

Wir sind über die sich verschlechternden russisch-US-amerikanischen Beziehungen besorgt, aber das war nicht unsere Wahl. Wir wollten das nie. Im Gegenteil, wir wollen freundschaftliche Beziehungen zu den USA, einem großen Land und einer führenden Wirtschaft", ergänzte Putin.

Als ein Beispiel US-amerikanischer Überheblichkeit führte Putin die Art und Weise an, wie Russland in den US-Präsidentschaftswahlkampf hineingezogen werde. Er bemerkte, sowohl Hillary Clinton als auch Donald Trump bedienten sich antirussischer Rhetorik, um politisch Punkte zu sammeln.

Sie haben aus Russland eine Priorität ihres gesamten Wahlkampfes gemacht. Jeder spricht über Russland. Sie alle ergötzen sich an einer antirussischen Rhetorik und vergiften das Verhältnis zwischen unseren beiden Staaten", sagte Putin. "Das ist schlecht für unsere Länder und die internationale Gemeinschaft."

Whistleblower Julian Assange warf der US-Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton vor, durch Verschwörungstheorien und das Schüren von Hass gegen Russland von ihren Skandalen ablenken zu wollen.

Ein anderes Beispiel dafür sei, wie Russland als Nation beschuldigt werde, sich über Computer-Hacks in den Wahlkampf der USA einzumischen.

Sie generierten diese Hysterie aus dem einzigen Grund, die Öffentlichkeit vom Inhalt der geleakten Informationen abzulenken", sagte der russische Präsident. "Es ist im Grunde eine Art von Manipulation der öffentlichen Meinung, aber aus irgendeinem Grund diskutiert keiner darüber. Sie reden nur darüber, wer das getan haben könnte."

US-Geheimdienstvertreter beschuldigten vergangene Woche offiziell die russische Regierung, eine Serie von Hackerangriffen gegen die Demokratische Partei und deren Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton ausgeführt zu haben. Auch Clinton beschuldigte angesichts der belastenden Informationen, die aus den Veröffentlichungen hervorgingen, den russischen Präsidenten, hinter diesen zu stecken. Die Leaks förderten kontroverse Details über ihre Seilschaften innerhalb der politischen Eliten und über umstrittenen Entscheidungen während ihrer Amtszeit als Außenministerin zutage.