Hurrikan Matthew verwüstet Haiti: Sturm hinterlässt 340 Tote und nähert sich USA

Auf Haiti befürchten die Behörden, nachdem Hurrikan Matthew die Insel heimgesucht und weitgehend zerstört hat, nun auch den Ausbruch der Cholera. Auch in Teilen Floridas, das der Sturm demnächst erreichen dürfte, wird mit dem Schlimmsten gerechnet.
Auf Haiti befürchten die Behörden, nachdem Hurrikan Matthew die Insel heimgesucht und weitgehend zerstört hat, nun auch den Ausbruch der Cholera. Auch in Teilen Floridas, das der Sturm demnächst erreichen dürfte, wird mit dem Schlimmsten gerechnet.
Die Zahl der Todesopfer des Hurrikan Matthew in Haiti ist mittlerweile auf 339 angestiegen. Die Behörden geben an, es sei die größte humanitäre Katastrophe seit dem Erdbeben vor sechs Jahren.

Die Behörden in Haiti haben bis dato 339 Todesfälle gemeldet, berichtet Reuters unter Berufung auf lokale Quellen. Medien sprechen hingegen von bereits mehr als 400 Toten.

Viele der Todesfälle wurden durch umstürzende Bäume oder herabfallende Trümmer verursacht. Der schwerste Hurrikan der Region seit "Katrina" im Jahr 2005 traf das karibische Land bislang am stärksten. Haiti verzeichnete die meisten Todesopfer und die schwersten strukturellen Schäden aller betroffener Staaten. Der Sturm hat zudem mehr als 3.200 Häuser zerstört, machte etwa 15.000 Menschen obdachlos und dezimierte Plantagen und Viehbestände.

"Haiti ist mit der größten humanitären Katastrophe seit dem Erdbeben von vor sechs Jahren konfrontiert", zitierte USA Today den UN-Sonderbeauftragten für Haiti, Mourad Wahba.

Ein großer Teil der Bevölkerung ist obdachlos geworden und die Kommunikationssysteme sind ausgefallen. Mindestens 10.000 Menschen befinden sich in Schutzräumen. Uns liegen Berichte von zerstörten Häusern und überquellenden Krankenhäusern vor, in denen es an Eimern und sauberem Wasser mangelt.

Das vollständige Ausmaß des Schadens ist noch unklar, die UN verfügt aber über Berichte, die besagen, dass beispielsweise die Stadt Jérémie zu circa 98 Prozent zerstört wurde. Die Bemühungen der Rettungskräfte und der Mitarbeiter von Hilfsorganisationen, die am schlimmsten betroffenen Gebieten wie Grand'Anse und Les Cayes zu erreichen, sind durch überflutete Straßen und die zusammengebrochenen Ladigue-Brücke behindert worden. Die Brücke stellt eine der wichtigsten Verkehrsverbindungen dar. Durch ihren Zusammenbruch sind Teile des südlichen Haiti vom Rest des Landes abgeschnitten.

Bereits im Jahr 2010 hatte sich in Haiti ein verheerendes Erdbeben ereignet, dem 90.000 Menschen zum Opfer fielen. Die Hauptstadt Port-au-Prince wurde damals weitgehend zerstört. Auf das Beben folgte ein Cholera-Ausbruch, nachdem UN-Friedenstruppen die Krankheit versehentlich in das Land eingeschleppt hatten.

Es besteht die Sorge, dass die unglaublich schlechten sanitären Verhältnisse in Verbindung mit schweren Überschwemmungen zu einem weiteren Ausbruch dieser oder anderer Krankheiten führen könnten. Deshalb hat die Versorgung der Überlebenden mit sauberem Wasser eine hohe Priorität.

Cholera ist derzeit eine reale Gefahr und da das extrem schlechte Abwasserentsorgungssystem von Überschwemmungen und heftigen Regenfälle völlig überwältigt wurde, bedeutet das, dass sich die Krankheit schnell ausbreiten könnte", sagte Yolette Etienne von Action Aid der Zeitung Guardian.

Mittlerweile wurde auch in dem amerikanischen Bundesstaat Florida der Notstand ausgerufen, da der Sturm auf einen Hurrikane der Stufe vier, mit Windgeschwindigkeiten von 140 Meilen pro Stunde (225 km/h) und Böen von bis zu 160 Stundenmeilen (257,5 km/h) hochgestuft wurde.

Rund 1,5 Millionen Menschen leben in Gebieten, die von dem Hurrikan betroffen sein könnten. Das hat Gouverneur Rick Scott dazu veranlasst, Barack Obama zu bitten, den nationalen Notstand auszurufen, was dieser dann auch am Donnerstagnachmittag getan hat.

"Wenn Sie zusehen und sich in einem Evakuierungsbereich befinden, verlassen Sie ihn!", rief Gouverneur Scott Bürger seines Landes vor Fernsehkameras auf.

Die Zeit läuft. Das wird entweder ein Volltreffer oder er wird an unserer Küste entlangziehen und es werden Winde in Hurrikan-Stärke herrschen. Es gibt keine Ausreden, Sie müssen gehen. Wenn Sie sich vor einer Evakuierung sträuben, denken Sie nur an all die Menschen, die der Sturm bereits getötet hat.

Hurrikan Matthew tötete unterdessen in der Dominikanischen Republik vier weitere Personen, was die Gesamtzahl der Todesopfer auf der Insel auf 140 steigen ließ. Der Sturm zog auch an Kuba und den Bahamas vorbei.