Russland plant Wiedererrichtung der Militärbasen in Vietnam und auf Kuba

Im Jahr 2002 beendete die Russische Föderation den Betrieb militärischer Einrichtungen in Vietnam und auf Kuba. Nun denken Politiker in Moskau darüber nach, diese zu reaktivieren.
Im Jahr 2002 beendete die Russische Föderation den Betrieb militärischer Einrichtungen in Vietnam und auf Kuba. Nun denken Politiker in Moskau darüber nach, diese zu reaktivieren.
Moskau erwägt, Pläne zu reaktivieren, um Militärbasen auf Kuba und im Vietnam wiederzuerrichten. Das hat der stellvertretende Verteidigungsminister der Russischen Föderation, Nikolai Pankow, am Freitag mitgeteilt.

Die Russische Föderation will in der Exportwirtschaft weg vom bisherigen Schwerpunkt auf Rohstoffe. Das Wirtschaftsministerium will nun mit Kuba mehrere Großprojekte in Bereichen wie dem Gesundheitswesen oder der Infrastruktur verwirklichen.

"Wir arbeiten daran", sagte Pankow auf eine diesbezügliche Anfrage, ohne weitere Details zu geben. Das russische Verteidigungsministerium werde vergangene Entscheidungen über den strategischen Wert solcher Stationierungen neu bewerten.

Zuvor hatte der stellvertretende Leiter des Ausschusses für auswärtige Angelegenheiten im russischen Parlament, Alexej Tschipa, angedeutet, dass Russland die "Frage der Präsenz in anderen Regionen der Welt neu bewerten" sollte.

Ich glaube, dass es dem russischen Interesse entsprechen würde, Basen in Lateinamerika, Südostasien und Afrika wiederzueröffnen, die seinerzeit geschlossen wurden", zitierte die Nachrichtenagentur TASS den Politiker.

Auf Kuba und in Vietnam existierten bis 2002 russische Militärbasen. So unterhielt die russische Marine einen Hafen im vietnamesischen Cam Ranh. In Lourdes, unweit von Kubas Hauptstadt Havanna, betrieb Russland ein Geheimdienstzentrum für radio-elektronische Aufklärung.

Lourdes war das größte Fernaufklärungszentrum seiner Art im Ausland, das die Sowjetunion und später die Russische Föderation betrieben hatten. Die Einrichtung erstreckte sich auf etwa 73 Quadratkilometer. In dem Zentrum arbeiteten einst 1.500 Angestellte des russischen Auslandsgeheimdienstes.

Tabubruch als Erfolgsmodell: Der philippinische Präsident Rodrigo Duterte möchte nun auch außenpolitisch eigene Wege gehen und sein Land aus der Abhängigkeit von der früheren Kolonialmacht USA lösen.

Von 1979 bis 2004 mietete Russland die Cam-Rahn-Militärbasis in Vietnam an. Nach Ablauf des ursprünglich vereinbarten Geltungszeitraums des Mietabkommens machte Russland von der Option auf Verlängerung keinen Gebrauch. Auch die Regierung in Hanoi erklärte in diesem Zusammenhang, dass sie "eine solche Vereinbarung nicht unterschreiben" würde.

Nichtsdestotrotz unterzeichnete Moskau Ende 2014 einen Vertrag mit Vietnam, der russischen Kriegsschiffen erneut die Nutzung von Cam Ranh erlaubt. Russische Schiffe können künftig Cam Ranh beliebig oft anfahren, während Kriegsschiffen aus anderen Staaten in Häfen Vietnams nur ein einziges Anlegen im Jahr erlaubt ist.

In einem Interview mit RIA Novosti im Mai erklärte Vietnams Botschafter zu Russland, Nguyen Than Sean, das Hanoi nicht gegen eine Rückkehr Russlands zur Militärbasis in Cam Ranh sei, diese Zusammenarbeit dürfe sich aber nicht gegen Drittländer richten.