Moskau: Ukrainischer Spion verhaftet

Moskau: Ukrainischer Spion verhaftet
Der russische Inlandsgeheimdienst FSB hat den Oberst der Hauptverwaltung für Aufklärung des ukrainischen Verteidigungsministeriums, Roman Suschtschenko, festgenommen, der nach Angaben der russischen Geheimdienste Daten über die Tätigkeit der Nationalgarde und der Verteidigungskräfte gesammelt haben soll, teilte der FSB-Pressedienst mit. Die von dem Ukrainer erworbenen Informationen können als Staatsgeheimnis eingestuft werden und beim Durchsickern dem Verteidigungspotenzial des Landes schaden.

Ein Moskauer Gericht hatte am 1. Oktober Suschtschenko verhaften lassen und  ein Strafverfahren nach dem Spionageartikel eingeleitet, ließ Pressestelle der Behörde verlauten. Er soll bis 30. November in Untersuchungshaft bleiben, ihm drohen bis zu 20 Jahre Freiheitsentzug. Die Interessen des Ukrainers vertritt Anwalt Mark Feigin.

Suschtschenko soll sich als Journalist einer ukrainischen Presseagentur ausgegeben haben. Die ukrainische Agentur Ukrinform beteuerte, dass er ihr Korrespondent in Frankreich sei und während des Arrests in Urlaub wäre, so dass er Moskau privat besucht hätte. Die Anstalt nennt ihn einen „Journalisten mit langjährigem makellosen beruflichen Ruf“ und leugnet seine Täterschaft bei Spionageaffären.

Das russische Außenministerium gab bekannt, dass Suschtschenko in Russland keine journalistischen Aufgaben erfüllt und bei der Behörde keine Akkreditierung beantragt hätte, die für jeden ausländischen Journalisten Pflicht ist.

Das Verteidigungsministeriumder Ukraine  hat den Vorfall bislang nicht kommentiert.

Der Nachrichtendienst des Landes dementierte die Informationen, dass Suschtschenko einer seiner Mitarbeiter sei.

Die ukrainische UN-Botschaft  beschuldigte den Kreml der Geiselnahme.

Dem Sprecher des russischen Präsidenten, Dmitri Peskow, zufolge sei die Verhaftung von Suschtschenko Routine. Das sei Aufgabe der Geheimdienste und stehe auf der Tagesordnung des Kremls nicht.

 

Der Direktor des politischen Departements des ukrainischen Außenministeriums, Olexij Makejew, warnte seine Mitbürger auf Twitter vor Russland-Besuchen: „Grundlose Festnahmen, Provokationen an der Grenze und bei der Zollkontrolle, Folter, Nichtzulassung der Konsuln.“