Ex-CIA-Mitarbeiter Steven Kelley zu RT: "USA seit jeher Hauptsponsor des Islamischen Staates"

Die Kämpfer des "Islamischen Staates" können weiter auf internationale Unterstützung zählen.
Die Kämpfer des "Islamischen Staates" können weiter auf internationale Unterstützung zählen.
Die Behauptung der USA, die russischen Truppen würden in Leichensäcken nach Hause kommen, wenn Moskau seine Aleppo-Offensive nicht beendet, ist absurd, sagte der ehemalige CIA-Mitarbeiter Steven Kelley im Gespräch mit RT.

Auf scharfe Kritik aus der Russischen Föderation stießen Äußerungen des US-Außenamtssprechers John Kirby über mögliche Terroranschläge in Russland im Zusammenhang mit der Aufforderung, Moskau möge Angriffe gegen Rebellen in Syrien beenden.

Ex-CIA-Mitarbeiter Steven Kelley betonte gegenüber RT, dass Russlands Engagement die einzige Lösung sei, um den IS zu besiegen. Auch weitere Experten äußerten sich zu diesem Thema.

Auf die Frage nach der Warnung des Sprechers des US-Außenministeriums, John Kirby, wonach Russland "weiterhin Truppen in Leichensäcken nach Hause schicken" werde, wenn es seine Offensive nicht beende, sagte Kelley, Washington täusche vor, den "Islamischen Staat" zu bekämpfen, während dies tatsächlich nicht der Fall sei.

Die USA sind seit jeher der Hauptsponsor und zudem der Schöpfer von Daesh (arabisches Akronym für den IS). Deshalb ist diese Scharade, dass sie etwas mit der Bekämpfung von Daesh in Syrien zu tun hätten, eine völlige Farce. Ich denke, der Rest der Welt ist klug genug, zu erkennen, dass alles aus dem Mund von John Kirby oder jedes anderen Angestellten des US-State Departments völliger Mumpitz ist", so Kelley.

Er riet dem russischen Präsidenten Wladimir Putin, sich darauf zu konzentrieren, "den Job zu erledigen", denn Russlands Engagement sei der einzige Weg, den IS in Syrien zu besiegen.

"Russland sollte alle Beziehungen kappen", riet Kelley. "Und wenn ich Herrn Putin etwas raten dürfte, würde ich sagen: Bringen Sie den Job zu Ende, nehmen Sie an keinen von diesen Friedensabkommen mehr teil, zerstören Sie Daesh und bringen die Sache hinter sich!"

Darüber hinaus betonte er:

Die USA werden gar nichts tun, um dabei zu helfen, Daesh loszuwerden (sic), und sie werden alles mögliche tun, um diesen wieder aufzubauen, neu zu bewaffnen, Nachschub und mehr Personal ins Feld zu bringen. Also alles, was sie sagen, ist eine Lüge. Putin muss wirklich aufhören, Spiele mit dem US-Außenministerium zu spielen und den Job erledigen."

Kelley sprach Russland Anerkennung dafür aus, sich schließlich in Syrien engagiert zu haben, und sagte, dass das Land jetzt "völlig überrannt" wäre, hätte er dies nicht getan.

Russlands Außenminister Sergej Lawrow zeigt sich in Anbetracht des undurchsichtigen Spiels zahlreicher Akteure im Syrienkonflikt

Man kann nur hoffen, dass [Russland] entschlossen bleibt. Sie werden den Job beenden, Sie werden sich nicht mehr von diesen falschen Aufrufen zu einem Waffenstillstand ablenken lassen", sagte er.

Unterdessen kritisierte der politische Analyst Chris Bambery die USA scharf. Diese würden nicht erkennen, dass es keine Trennung zwischen so genannten "gemäßigten" Rebellen und "anerkannten" Terrormilizen auf dem Boden gibt.

"Die Amerikaner können nicht auf der einen Seite sagen, sie wollen Daesh bekämpfen, aber gleichzeitig Rebellengruppen wie die al-Nusra-Front unterstützen, wenn es am Boden keinen Unterschied zwischen gemäßigten Rebellen und Dschihadisten gibt. Sie sind dort zusammen, kämpfen nebeneinander, und tatsächlich bilden die Dschihadisten die Mehrheit. Ein Großteil der zur Verfügung gestellten Waffen und der durch den Westen ausgebildeten Rekruten sind zu diesen Gruppen gegangen", sagte Bambery gegenüber RT und fügte hinzu:

Ich finde es merkwürdig, dass Amerika gleichsam im Bündnis mit einer Gruppe sein kann, die eine Tochtergesellschaft jener Organisation ist, die die 9/11-Anschläge in Washington und New York durchgeführt hat. Dies scheint keine kohärente Politik zu sein.

Zur Drohung Washingtons, seine Verbindungen mit Russland mit Blick auf die Zusammenarbeit in Syrien zu trennen, sagte Bambery, die Situation erinnere ihn an "ein Kind, das seine Spielzeuge aus dem Kinderwagen wirft". Er betonte, dass Washington unmöglich auf Moskau verzichten könne, um in dem vom Krieg zerrissenen Land ein erfolgreiches Ergebnis im Rahmen eines politischen Prozesses erreichen zu können:

Sie brauchen die Russen, um einen Deal über Syrien auf die Beine stellen zu können.

Die USA bräuchten Russland alleine schon, um Assad an den Verhandlungstisch bringen zu können, wie Russland dies schon einmal getan hat, und um die Gespräche beginnen zu lassen. Außerdem scheine US-Außenminister John Kerry "nicht wirklich in der Lage zu sein, sich den Herausforderungen in Syrien zu stellen und ein Abkommen auszuhandeln, das den Bürgerkrieg beenden könne".

Jeff Steinberg, leitender Redakteur des US-amerikanischen Executive Intelligence Review (EIR), stimmt der Einschätzung zu, dass die USA nicht zwischen Rebellengruppen und Terrormilizen unterscheiden.

Die USA unterscheiden nicht zwischen den Rebellengruppen, die sie unterstützen, mit Ausnahme des IS. [...] Wenn Kirby sagt: Es werden Russen in Leichensäcken nach Hause gehen und Terrorismus wird auf russischem Boden stattfinden, dann muss ich mich fragen: Ist das eine Drohung einer Regierung, die tatsächlich Gruppen wie al-Nusra unterstützt?

Mit Verweis darauf, dass al-Nusra ein Zweig von al-Qaida ist, sagte Steinberg:

Wir scheinen jede Lektion aus 9/11 vergessen zu haben und wir sind wieder im Bett mit den gleichen Kräften, die diese abscheulichen Anschläge verübt haben.

Zu Kerrys Forderung nach einer weiteren Waffenruhe in Syrien sagte Steinberg, dass diese Forderung unrealistisch sei, denn das Vertrauen müsse nach den jüngsten Ereignissen erst wieder aufgebaut werden.

Vertrauen muss neu aufgebaut werden, die Parteien müssen wieder zusammengebracht werden, in der Weise, wie wir diese Waffenruhe überhaupt erst bekommen haben. Und anstatt Russland herumzukommandieren, anstatt darüber zu streiten, wen man hier als Gegner betrachtet, müssen sie zusammenarbeiten, um dieses Vertrauen zurückzubringen, um die Menschen an den Tisch zurückzubringen, wo wir diese Waffenruhe beginnen lassen können. Und Kerrys Forderung ist kein Weg, anzufangen...", schloss Steinberg.