Russlands Außenministerium antwortet dem State Department: "Drohpolitik und Terror-Unterstützung"

Auf scharfe Kritik aus der Russischen Föderation stießen Äußerungen des US-Außenamtssprechers John Kirby über mögliche Terroranschläge in Russland im Zusammenhang mit der Aufforderung, Moskau möge Angriffe gegen Rebellen in Syrien beenden.
Auf scharfe Kritik aus der Russischen Föderation stießen Äußerungen des US-Außenamtssprechers John Kirby über mögliche Terroranschläge in Russland im Zusammenhang mit der Aufforderung, Moskau möge Angriffe gegen Rebellen in Syrien beenden.
Das russische Außenministerium hat Erklärungen Washingtons über ein mögliches Ende der Zusammenarbeit in der Syrien-Krise als "Droh- und Erpressungspolitik" bezeichnet. Scharfe Kritik gab es auch an Äußerungen des US-Außenamtssprechers John Kirby.

Die Warnung der Vereinigten Staaten, diese könnten die Kooperation mit Russland in Syrien einstellen, sei nichts Anderes als eine Droh- und Erpressungspolitik, mit der Washington anderen Ländern die für die USA günstigen Entscheidungen aufzwingen wolle, kommentierte der stellvertretende Außenminister Russlands, Sergej Rjabkow, die jüngsten Statements von US-Spitzendiplomaten.

Auf dieser Grundlage kann man keine Friedensregelung und keine Stabilisierung erzielen. Liebe lässt sich nicht erzwingen. Deswegen haben wir unsere eigenen Herangehensweisen und Prinzipien", unterstrich der russische Diplomat. "Wir wiederholen tagtäglich, dass wir nur eine diplomatische und keine andere Lösung sehen."

Sergej Rjabkow zufolge gingen die derzeitigen Ereignisse in Syrien auf das Konto der Entscheidungsträger in Washington, die außerstande seien, ihre Verpflichtungen und Versprechen im Rahmen des erzielten Abkommens zu erfüllen. Nachdem die Amerikaner mehrfach ihre eigenen Verpflichtungen nicht eingehalten hätten, versuchten sie nun ihre Misserfolge auf Moskau und Damaskus abzuwälzen und die Sache so darzustellen, als wäre die Kooperation durch Russlands und Syriens Handlungen bedroht.

Diese Stinger Boden-Luftraketen beschlagnahmte in den 1980er Jahren die afghanische Armee von den Mudschahedin. Die USA hatten sie über Pakistan an ihre bfreundeten Aufständischen geliefert.

Dabei betonte der Diplomat, dass Russland zudem über den Tenor der von den USA ausgehenden Signale empört sei. Washington unterstütze mit seinen Warnungen de facto die Terroristen in Syrien.

Es kommt zu unverblümten, zynischen Drohungen an unsere Adresse und an die Adresse derjenigen, die tagtäglich vor Ort gegen den Terrorismus in Syrien kämpfen. Wir können das nicht anders als eine De-facto-Unterstützung der Terroristen vonseiten der USA charakterisieren", sagte Sergei Rjabkow.

Mit Statements wie jenen über mögliche Anschläge in Russland hülfen die USA de facto den Terroristen. Solche Prophezeiungen seien gemein und niveaulos, erklärte der russische Diplomat.

Zuvor hatte die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, die Worte ihres US-Amtskollegen, John Kirby, auf Facebook kommentiert.

Medien: "Der US-Außenamtssprecher John Kirby hat erklärt: 'Der Bürgerkrieg in Syrien dauert an. Die Extremisten und die extremistischen Gruppierungen nutzen das in Syrien existierende Machtvakuum weiterhin aus, um ihre Operationen, die zweifellos auch Anschläge auf russische Interessen und womöglich auch russische Städte umfassen werden, auszuweiten. Russland wird weiterhin seine Militärs in Leichensäcken nach Hause schicken. Die Russen werden weiterhin Ressourcen und womöglich erneut Flugzeuge verlieren'."

An ein pures

Hiermit möchte ich den US-Kollegen ein paar präzisierende Fragen stellen, bevor die offizielle Reaktion des Außenministeriums erfolgen wird:

1. Werden sich damit (mit den Terroranschlägen, mit dem Extremismus) die 'Moderaten' beschäftigen? Also diejenigen, die Washington schon seit einem halben Jahr von der Al-Nusra-Front nicht abzusondern weiß?

2. Gehören die Terroranschläge in Frankreich, in den USA und anderen Ländern und das Köpfen von Menschen aller Nationalitäten durch IS-Kämpfer zu einem anderen Paradigma? Vielleicht handelt es sich dabei um eine weitere 'parallele' Realität?

3. Findet ihr nicht, dass solches Bauchreden über 'Leichen in Säcken', 'Terroranschläge in russischen Städten' und 'Verluste von Flugzeuge' eher einem Pack-an-Befehl als dem Kommentar eines Diplomaten ähnelt?", schrieb Maria Sacharowa auf Facebook.

Am 9. September hatten die Außenminister Russlands und der USA, Sergej Lawrow und John Kerry, nach einem gut 15-stündigen Gespräch in Genf ein Abkommen über einen Waffenstillstand in Syrien abgeschlossen. Knapp zehn Tage später hatte die US-Luftwaffe Stellungen der syrischen Armee bei Deir ez-Zor zerbombt und dabei mehrere Dutzend Militärs getötet.

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