Live-Updates: MH-17 - Vertreter der russischen Rüstungsindustrie analysieren die JIT-Emittlung

Bezüglich des Ermittlungsberichts der niederländischen Ermittler zum MH17-Absturz zweifeln Vertreter des Rüstungsunternehmen Almas-Antei und des Werkes "Lianosowo" vor allem die angenommene Rammrichtung und Fluggeschwindigkeit der BUK-Rakete.
Bezüglich des Ermittlungsberichts der niederländischen Ermittler zum MH17-Absturz zweifeln Vertreter des Rüstungsunternehmen Almas-Antei und des Werkes "Lianosowo" vor allem die angenommene Rammrichtung und Fluggeschwindigkeit der BUK-Rakete.
Die russischen Hersteller von BUK-Flugabwehrraketensystemen und Radargeräten analysierten die ersten Ermittlungsergebnisse im Fall MH-17 in einer Pressekonferenz. Sie ziehen insbesondere die von JIT behauptete Rammrichtung der Rakete in Zweifel.

An der Pressekonferenz nahmen der Berater des Hauptkonstrukteurs des Rüstungskonzerns Almas-Antei, Michail Malyschewskij, und der stellvertretende Chefkonstrukteur des Funkmessradarkomplexes "Utjos-T" des elektromechanischen Werkes "Lianosowo", Wiktor Mescherjakow, teil.

Einleitend wurde betont, dass die JIT die von Almas-Antei im Mai und Juli 2016 übergebenen Dokumente nach eigenen Aussagen noch nicht in Betracht gezogen hatte. Einige davon wiesen sogar Geheimhaltungsvermerke auf.

Die Schlussfolgerungen von JIT wiesen jedoch keine ausreichende technische Begründung auf, so Malyschewskij, um die Behauptung zu rechtfertigen, dass Russland in irgendeiner Weise in den Boeing-Absturz involviert war.

Er wies auf die Beschädigungen des Boeing-Wracks hin. Deren Verteilung lege nahe, dass die Vermutung der JIT über die Richtung, aus der die Rakete abgeschossen wurde, falsch ist. Diese Annahme erhärten auch die eigenen Forschungen des Rüstungskonzerns Almas-Antei anhand von über 124 Abschuss-Experimenten.

Modellierungen von Almas-Antei widerlegen demnach die Behauptungen der JIT über die wahrscheinliche Rammrichtung der Rakete. Auch die eigenen Analysen der JIT-Modellierungen sowie die Dichtheit und Anordnung der Verletzungen lassen deren Schlussfolgerungen nicht als zwingend erscheinen.

Das Modell jener Schäden, die die endgültige Rekonstruktion ohne Berücksichtigung einiger in der endgültigen Auslegung fehlender Fragmente repräsentiert, unterscheidet sich wesentlich vom Modell der realen Schäden", fügte der Sprecher des Konzerns hinzu.

Wäre die Rakete aus Snizhne gestartet, würde ihre Geschwindigkeit nicht mehr als 590 bis 630 Meter pro Sekunde betragen, im Unterschied zu den im Bericht der Niederländer genannten 700 Metern pro Sekunde. In diesem Fall müsste sie von den Straßen von Tores aus abgeschossen worden sein, erklärte Malyschewskij. 

Er sei sicher, dass die Rakete von der Siedlung Zaroshchenske aus abgeschossen wurde, welche damals die ukrainische Regierungsarmee kontrollierte.

Den Absturz der malaysischen Boeing konnte nur eine BUK-Rakete der älteren Modifikation 9M38 mit einem Kampfkopf ohne schmetterlingförmige Vernichtungsteile verursachen, weil am Wrack Löcher der entsprechenden Form völlig fehlen", fuhr er fort.

Der stellvertretende Chefkonstrukteur des Funkmessradarkomplexes "Utjos-T" des elektromechanischen Werkes "Lianosowo", Wiktor Mescherjakow, beschrieb seinerseits ausführlich die Prinzipien, nach denen der Funkmessradarkomplex im russischen Rostow funktioniert, und zog folgendes Fazit: 

Wenn das Radar keine aus Snizhne in Richtung Boeing abgefeuerte Rakete registriert hat, gab es keine. Die Rakete muss dann aus einer anderen Richtung gestartet worden sein."

Michail Malyschewskij schloss nicht aus, dass die Boeing-777 versehentlich abgeschossen wurde:

Diese Möglichkeit darf man natürlich nicht ausschließen. Gründe dafür können verschiedene sein – die mangelhafte Vorbereitung der Besatzung oder falsche Ausgangswerte."

Die Auswertung der Möglichkeit eines Fehlabschusses liege aber nicht im Kompetenzbereich des Konzerns.