DNC-Hacker zum Wall Street Journal: „Bin verärgert, weil Russland den Ruhm für meine Leaks erhält“

DNC-Hacker zum Wall Street Journal: „Bin verärgert, weil Russland den Ruhm für meine Leaks erhält“
Ein Hacker, der von sich behauptet, für die Leaks der DNC-Mails um Hillary Clinton verantwortlich zu sein, sagte gegenüber dem Wall Street Journal, er habe keine Verbindungen zu Russland und ist wütend darüber, dass Moskau all die „Anerkennung“ für seine Aktionen einheimst.

Hillary Clinton fühlt sich zunehmend von Wladimir Putin verfolgt.

Wie die Zeitung am Mittwoch berichtete, habe sie eine Reihe von Nachrichten mit einer Person ausgetauscht, die sich selbst als „Guccifer 2.0“ bezeichnet. Dabei verwendete der Hacker das selbe Profil in den Sozialen Netzwerken, das auch genutzt wurde, um vertrauliches Material der US-Demokraten zu veröffentlichen. Das Wall Street Journal betont aber, es habe keine Möglichkeit die genaue Identität des Gesprächspartners festzustellen.

Der Hacker behauptet, mutmaßlich für das Eindringen in das Computernetzwerk der Demokratischen Partei verantwortlich zu sein, und betonte, er habe keine Verbindungen nach Russland oder zur russischen Regierung:

Ich habe verschiedene Berichte gelesen, irgendwelche Experten haben herausgefunden, dass meine IP über einen Proxiserver lief, der auch in russischer Sprache programmiert war. Das ist ihr ´überzeugender Beweis´ :)

Auch über die anschließende Kampagne aus dem Clinton-Lager, welches Russland die Schuld für das Datenleck in die Schuhe schieben wollte, hat „Guccifer 2.0“ eine eindeutige Meinung:

Es hat mich wütend gemacht, dass meine Leistungen den Russen zugeschrieben werden. Aber dann wurde mir klar, dass je weiter dies geht, ich selbst umso sicherer bin. Mein Ziel war, die Wahrheit bekannt zu machen, ich nenne es auch:´das Licht bringen´. Das Großkapital hat die Politik korrumpiert und dies führt uns in ein Desaster.

Zahlreiche Medien griffen zuvor die Mutmaßungen von Vertretern der Demokraten auf, Russland stehe hinter dem Hack. Aus den Vorwürfen hat sich mittlerweile eine regelrechte Kampagne entwickelt, die zu einem immer größeren Wahlkampfthema aufgebaut wird. WikiLeaks-Gründer Julian Assange, der einen Großteil der gehackten E-Mails an die Öffentlichkeit brachte, wertet dies als Ablenkungsmanöver, damit Hillary Clintons Team sich nicht zu den konkreten Vorwürfen äußern muss, die im Zuge der Veröffentlichungen laut wurden.

Ihr könnte bald weiterer Ärger ins Haus stehen: Hillary Clinton, Präsidentschaftskandidatin der Demokraten.

Moskau hatte von Beginn an jede Verbindung zu den Leaks dementiert und betont, man sei bereit, mit jedem künftigen US-Präsidenten zusammenzuarbeiten. Auch der Hacker „Guccifer 2.0“ mahnte gegenüber dem Wall Street Journal an, dass es in den USA immer mehr zur Mode werde, Russland oder China für eigene Verfehlungen verantwortlich zu machen.

Auf die Frage, ob es sein Ziel gewesen war, der Demokratischen Partei im Wahlkampf zu schaden, betonte der Hacker, dass dies nicht in seiner Absicht lag. Jedoch habe das Timing die größtmögliche Aufmerksamkeit für den Hack versprochen. Auch betonte der Aktivist, er habe noch mehr Material über Hillary Clinton in seinem Besitz, welches in Kürze veröffentlicht wird.

Ähnliche Aussagen machte unlängst auch Julian Assange. Noch vor den Präsidentschaftswahlen will WikiLeaks brisantes Material über die Kandidatin Hillary Clinton der Öffentlichkeit übergeben.