"Hurensohn" - Philippinischer Präsident beschimpft Obama und weist US-Menschenrechtsbelehrung zurück

Der für sein loses Mundwerk bekannte philippinische Präsident Rodrigo Duterte hat in einer Rede am Montag derbe Beschimpfungen gegen US-Präsident Barack Obama geäußert. Daraufhin sagten die USA ein geplantes Treffen der Staatschefs ab.
Der für sein loses Mundwerk bekannte philippinische Präsident Rodrigo Duterte hat in einer Rede am Montag derbe Beschimpfungen gegen US-Präsident Barack Obama geäußert. Daraufhin sagten die USA ein geplantes Treffen der Staatschefs ab.
In einem wütenden Kommentar hat der philippinische Staatschef Rodrigo Duerte seinen US-Kollegen Barack Obama im Vorfeld des Asean-Gipfels einen "Hurensohn" genannt und sich gegen absehbare Kritik an seiner harten Anti-Drogen-Politik verwahrt.

In einem wütenden Kommentar hat der im Juni dieses Jahres zum philippinische Staatspräsidenten gewählte Rodrigo Duterte seinen US-amerikanischen Amtskollegen Barack Obama einen "Hurensohn" genannt. Gleichzeitig hat er ihn davor gewarnt, auf dem bevorstehenden Gipfel des Verbands Südostasiatischer Nationen (ASEAN) in Laos, am Rande dessen beide Politiker zusammentreffen sollten, über Menschenrechte im Zusammenhang mit dem brutalen Anti-Drogen-Krieg auf den Philippinen zu belehren.

"Hurensohn, ich werde dir dort schon meine Meinung geigen", sagte der für seine drastische Rhetorik bekannte Duterte am Montag in einer Rede, bevor er nach Laos ASEAN-Treffen aufbrach. Dort werden Staatschefs aus aller Welt zusammenkommen, auch die Russische Föderation wird vertreten sein.

Die unflätige Aussage war eine Reaktion auf Berichte, wonach Präsident Obama im Dialog mit Duterte die Menschenrechtssituation auf den Philippinen ansprechen wollte. Der philippinische Präsident hatte kurz nach seinem Amtsantritt am 30. Juni den Drogenkartellen des Landes den Krieg erklärt und dabei auch ausdrücklich die Bürger zur Selbstjustiz gegen mutmaßliche Drogendealer ermuntert.

Sprart nicht mit direkten Worten: Rodrigo Duterte

Seither soll es bereits 600 Morde an mutmaßlichen Drogenhändlern gegeben haben. Eine gerichtliche Aufarbeitung derselben fand bis dato nicht statt.

Andere Quellen sprechen von bereits 2.400 Toten im Zusammenhang mit der rigiden Anti-Drogen-Kampagne auf den Philippinen. So zitiert die Nachrichtenagentur AFP die jüngsten Zahlen der Polizei wie folgt: Seit Juni haben die Strafverfolger 1.011 Tatverdächtige getötet. Zudem wurden weitere 1.391 "Todesfälle im Zuge der Ermittlungen" verzeichnet.

In einem Gespräch mit Journalisten bestand Duterte am Montag darauf, dass er "Präsident eines souveränen Staates" sei und dass sein Land "schon lange nicht mehr eine Kolonie der Vereinigten Staaten ist".

Ich bin niemandem Rechenschaft schuldig außer dem philipinischen Volk – niemandem, wirklich niemandem", fuhr Duterte fort und warnte auch andere Staatschefs der Welt davor, sich in den Anti-Drogen-Feldzug in seinem Land einzumischen.

Die philippinische Präsident sollte sich am Dienstag mit Barack Obama treffen, die Gespräche wurden jedoch mittlerweile abgesagt. Ned Price, einem Sprecher des Nationalen Sicherheitsrates der USA, zufolge wird Obama sich stattdessen mit seiner südkoreanischen Amtskollegin Park Geun-Hye treffen.

 

Zuvor teilte Obama mit, er habe sein Team angewiesen, zu prüfen, ob ein "konstruktiver und produktiver" Dialog mit Duterte, den er als "schillernde Figur" bezeichnete, unter diesen Umständen möglich wäre.

"Wenn ich ein Treffen habe, will ich immer sicherstellen, dass es tatsächlich produktiv ist und wir Ergebnisse erzielen", erklärte Obama auf einer Pressekonferenz im Anschluss an den G20-Gipfel in China.

"Die Frage, wie wir im Kampf gegen Kriminalität und Drogenhandel vorgehen, ist für uns alle wichtig. Wir müssen es richtig machen", fügte er hinzu.

Rodrigo Duterte hat am 9. Mai nicht zuletzt auf Grund seines Versprechens die Präsidentenwahl gewonnen, die Drogenhändler zu bekämpfen und dem Problem in seinem Land ein Ende zu setzen.

Er kann mit seiner Vorgehensweise auf breite Unterstützung innerhalb der Bevölkerung des Landes stützen. Politische Gegner, Menschenrechtsgruppen und insbesondere die USA äußerten jedoch Bedenken.

Es werden noch mehr Menschen getötet werden. Es werden viele getötet werden, bis der letzte Dealer von den Straßen [verschwunden] ist. Bis der [letzte] Drogenhersteller getötet wird. Wir werden weitermachen und ich werde weitermachen", sagte Duterte am Montag.

Der philippinische Staatschef ist berüchtigt für seine aufrührerischen Kommentare. Auch Papst Franziskus hat der Präsident des streng katholischen Landes bereits als "Hurensohn" bezeichnet, nachdem dessen Besuch für ein Verkehrschaos in Teilen des Landes gesorgt hatte. Während des jüngsten Präsidentschaftswahlkampfes nannte Duterte zudem den US-Botschafter in den Philippinen einen Homosexuellen.

Jüngsten Meldungen zufolge soll Duterte am Dienstag sein Bedauern darüber geäußert haben, dass seine Aussagen "als persönliche Beleidigung des US-Präsidenten angekommen" seien.