Afghanistan: Soldaten stürmen nach Belagerung US-amerikanische NGO in Kabul

Ein afghanischer Polizist hält Wache nach dem Angriff auf die NGO.
Ein afghanischer Polizist hält Wache nach dem Angriff auf die NGO.
Afghanische Sicherheitskräfte haben nach elf Stunden die Belagerung der US-amerikanischen Hilfsorganisation CARE International im Zentrum Kabuls beendet. Zuvor hatten Terroristen vor dem Büro der NGO eine Autobombe gezündet und das Gebäude gestürmt.

"Der Einsatz der Spezialeinheiten der Polizei ist beendet; die Terroristen, die die Organisation CARE letzte Nacht angegriffen hatten, wurden getötet", sagte der Sprecher des afghanischen Innenministeriums, Sediq Sediqqi, auf Twitter.

"Weitere Explosion und weiterhin Gewehrfeuer zu hören bei dem Angriff auf CARE NGO in PD4 Kabul."

In einem separaten Beitrag erklärte der Offizielle, die Polizei hätte alle drei in den Terrorakt involvierten Angreifer getötet. Außerdem seien ein Zivilist getötet und sechs weitere verwundet worden. Die afghanischen Sicherheitskräfte, so Sediqqi, hätten 42 Personen gerettet, darunter zehn Ausländer.

Die im Jahr 1945 gegründete Hilfsorganisation CARE International - der Name steht für "Cooperative for Assistance and Relief Everywhere" - hat ihren Sitz in der US-amerikanischen Stadt Atlanta, Georgia.

Die in Westeuropa nach dem Zweiten Weltkrieg durch ihren Hilfspaketdienst bekannt gewordene Organisation erklärt, in Afghanistan soll "Eigenständigkeit stärken und gleichzeitig grundlegende Menschenrechte, gute Regierungsführung sowie soziale, wirtschaftliche und geschlechtliche Gleichstellung fördern" zu wollen. Kritiker bemängeln hingegen die Nähe der NGO zum US-Militär in Afghanistan im Kontext der zivil-militärischen Zusammenarbeit.

Der Angriff geschah am Dienstag nur wenige Stunden nach einem mutmaßlich den Taliban zuzurechnenden Selbstmordanschlag in der Nähe des Verteidigungsministeriums. Bei diesem starben durch zwei Bomben etwa 35 Menschen. Über 100 weitere wurden verletzt.

Auch ein Armeegeneral und zwei hochrangige Polizeikommandanten waren unter den Toten, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf einen Beamten des Verteidigungsministeriums. Weitere Opfer waren Sicherheitskräfte und Zivilisten.