Putin und Obama besprechen am Rande des G20-Gipfels Konflikte und Cybersicherheit

Die Spitzenpolitiker der Russischen Föderation und der USA nutzten den G20-Gipfel im chinesischen Hangzhou, um intensive Gespräche zur Lösung internationaler Konflikte zu führen.
Die Spitzenpolitiker der Russischen Föderation und der USA nutzten den G20-Gipfel im chinesischen Hangzhou, um intensive Gespräche zur Lösung internationaler Konflikte zu führen.
Die Präsidenten der Russischen Föderation und der Vereinigten Staaten, Wladimir Putin und Barack Obama, haben sich am Rande des G20-Gipfels in China getroffen. Themen des mehr als einstündigen Gesprächs waren der Bürgerkrieg in Syrien, die Ukraine-Krise und die Cybersicherheit.

Das Treffen zwischen Wladimir Putin und Barack Obama fand im Internationalen Ausstellungszentrum von Hangzhou statt und dauerte länger als eine Stunde. Die Zusammenkunft der beiden Staatschefs war am Vorabend vereinbart worden, als die Politiker "auf dem Weg" einige Worte gewechselt hatten und Barack Obama seinen russischen Amtskollegen zu einem Treffen eingeladen hatte.          

An dem Spitzengespräch beteiligten sich außerdem der Assistent des russischen Präsidenten, Juri Uschakow, Kremlsprecher Dmitri Peskow und Außenminister Sergei Lawrow. Die US-Seite war auch durch den Chef des State Departments, John Kerry, vertreten.       

Nach der Unterredung erklärte der Sprecher des russischen Präsidenten, Dmitri Peskow, dass die Zusammenkunft länger als geplant gedauert habe.

Der Ablauf hat sich ein bisschen verzögert. Gegenstand der Gespräche waren vor allem Syrien und die Ukraine. Danach haben Obama und Putin unter vier Augen miteinander gesprochen", sagte Dmitri Peskow. Die Verhandlungen seien "gut" verlaufen. 

Der US-Präsident bezeichnete den Meinungsaustausch mit dem Kremlchef seinerseits als "offen, aufrichtig und sachlich". 

Gewöhnlich verlaufen unsere Treffen mit Putin in einem offenen, aufrichtigen und sachlichen Ton. Auch dieses Treffen bildete diesbezüglich keine Ausnahme", kommentierte Barack Obama.

Dem US-Staatschef zufolge sei in den Gesprächen der Modus zur Umsetzung des geplanten Waffenstillstandes in Syrien zur Sprache gekommen, was den Ländern erlauben sollte, gemeinsame Feinde – insbesondere den "Islamischen Staat" und die Al-Nusra-Front – zu bekämpfen. Auf Grund mangelnden Vertrauens sei es allerdings den Vereinigten Staaten und der Russischen Föderation bislang nicht gelungen, auf dieselbe Wellenlänge zu kommen, um das Abkommen in Gang zu setzen. Dennoch sollen die Außenminister, John Kerry und Sergei Lawrow, in dieser Woche an dem Abkommen weiterarbeiten.               

Auch die Chefdiplomaten sollen Quellen zufolge ein lebhaftes Gespräch abgehalten haben, während die Präsidenten unter vier Augen verhandelten.

Wladimir Putin im Gespräch mit John Micklethwait. Im Interview mit Bloomberg spricht der Präsident der Russischen Föderation unter anderem über das Verhältnis zu China, den Ölpreis und über weltweite Hackerangriffe.

Kurz zuvor war Wladimir Putin auch mit der britischen Premierministerin, Theresa May, zusammengetroffen. Das war ihre erste Zusammenkunft nach dem Amtsantritt der Politikerin am 13. Juli 2016.      

Im Laufe der Gespräche brachte der russische Präsident seine Hoffnung zum Ausdruck, dass die politischen und wirtschaftlichen Beziehungen zwischen der Russischen Föderation und dem Vereinigten Königreich ein höheres Niveau erreichen würden.     

Es ist mir sehr angenehm, Sie persönlich zu treffen und kennen zu lernen. Ich gratuliere Ihnen zur Wahl zur Premierministerin Großbritanniens", äußerte Wladimir Putin gegenüber der britischen Premierministerin.

Die britische Politikerin erklärte, sie hoffe, dass der Dialog zwischen London und Moskau trotz Meinungsverschiedenheiten in vielen Fragen fortgesetzt werde.