UN-Vertreter: Israel wird "wahrscheinlich" Atomteststoppvertrag in fünf Jahren ratifizieren

UN-Vertreter: Israel wird "wahrscheinlich" Atomteststoppvertrag in fünf Jahren ratifizieren
Israel wird nach UN-Angaben das nächste Land sein, das den Atomteststoppvertrag ratifiziert. Dies wäre das erste offizielle Eingeständnis der israelischen Regierung, dass der jüdische Staat über Atomwaffen verfügt.

„Ich gehe davon aus, dass es jetzt, aufgrund der positiven Zeichen, die ich seitens Israels bekomme, nicht länger als fünf Jahre dauert“, äußerte Lassina Zerbo, der Exekutivsekretär der Organisation des Vertrags über das umfassende Verbot von Atomwaffentests (CTBTO), gegenüber AP.

Während seines Israelbesuchs im Juni traf sich Zerbo mit Premierminister Benjamin Netanjahu.

Er fuhr fort, dass er dem Atomabkommen mit dem Iran im Nahen Osten letzten Jahr glauben schenke, es „schafft vertrauensbildende Bedingungen in der Region, um anderen zu helfen, voranzukommen“.

Es sei nur eine Frage der Zeit, bis der Iran, ein weiteres Land, das den Vertrag CTBT noch ratifizieren muss, das auch tun werde.

 „Ich denke für den Iran ist es eine Frage der Zeit, und das 'wann' hängt von den für sie richtigen Bedingungen ab, um eine Ratifizierung zu bedenken“, sagte er. „Das Einzige, das ich als Leiter der Organisation sage ist, ich hoffe das 'wann' war [bereits] gestern!“

Zerbo gab an, sich bereits mehrere Male mit dem iranischen Außenminister, Mohammad Javad Zarif, getroffen zu haben. Die Iraner nehmen ihm zufolge aktiv an der CTBTO teil.

Der CTBT hat bisher 196 Mitgliedstaaten an Bord - 183, die es unterzeichnet haben und 164, die es ratifiziert haben.

Aber obwohl der Vertrag in diesem Jahr 20 Jahre alt wird, kann er nicht in Kraft treten, bis er von den übrigen Ländern unterzeichnet wird, die Kernreaktoren oder Forschungsreaktoren hatten, die die UN-Generalversammlung im Jahr 1996 angenommen hat: USA, China, Iran, Israel, Ägypten, Indien, Pakistan und Nordkorea.

Das Weiße Haus verkündete, die Obama-Regierung unterstütze ein weltweites Verbot von Atomtests, hat aber den Vertrag nicht ratifiziert, weil es im republikanisch kontrollierten Senat nicht genug Stimmen dafür gab. Moskau hat Washington beschuldigt „keine praktischen Schritte“ zu machen, um den Vertrag zu ratifizieren.

China bekräftigte seine Unterstützung für den Vertrag während eines UN-Panels, das den Internationalen Tag gegen Nuklearversuche am Mittwoch hervorhob, machte jedoch zum Zeitpunkt, zu dem das Land den Vertrag ratifizieren wird, keine Angaben, so Zerbo.

Er sagte auch, dass Pakistan von einem „bilateralen Moratorium mit Indien“ für Atomtests spricht. „Sie warten auf eine Antwort Indiens.“

Zerbo brachte weiter sein Engagement zum Ausdruck, den Dialog mit Nordkorea wieder aufzunehmen – dem einzigen Land, das im 21. Jahrhundert Atomwaffen getestet hat.

„Ich denke: ‚Wie können wir sie zur Einhaltung eines Moratoriums für Atomtests als einen sofortigen und ersten Schritt zur Denuklearisierung bringen?‘ Wir müssen Wege finden das zu tun“, sagte Zerbo.

Er äußerte sich optimistisch, betonte dabei jedoch, dass ein Weg zu Gesprächen mit Pjöngjang ähnlich dem Sechs-Parteien-Gesprächen mit dem Iran verlaufen könnte, die im letzten Jahr zu einem Atomabkommen führten. Er bemerkte, dass die Sechs-Parteien-Gespräche, aus denen sich der Norden im Jahr 2008 zurückzog, ein mögliches Mittel wären. Sie hatten zum Ziel, die Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel neu zu verhandeln.

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Zerbo sagte, dass bilaterale Gespräche mit den Ländern in der Nähe Nordkoreas zu weiteren internationalen Diskussionen führen könnten, weil „es die einzige Möglichkeit ist, sie zur Unterlassung zu bewegen“.

Zwischenzeitlich betonte Hans Blix, ein bekannter schwedischer Diplomat, der die UN-Atomenergiebehörde mehr als 16 Jahre lang führte, gegenüber RT im April, dass das nukleare Potenzial, das großen Mächten zur Verfügung steht, riskanter sei als „schmutzige Bomben“ in den Händen von Terrororganisationen.

„Wir sollten uns daran erinnern, dass knapp 20.000 Atomsprengköpfe noch im Umlauf sind und sie befinden sich nicht in den Händen von Terroristen, sie sind in den Händen der Großmächte. Und die großen Mächte sind ziemlich dicht beieinander. Das Militär hat seine Körpersprache und wir sehen es über die Ostsee und der Nordsee hinweg. In dieser Sprache gibt es fliegende Funken, die eine sehr gefährliche Sache sind“, erklärte Blix.