DNC-Leak und der Russe: Große Worte und nichts dahinter - Washington rudert zurück

Dass es keinerlei belastbare Beweise für den Vorwurf eines russischen Hackerangriffs auf den Server der Demokratischen Nominierungsversammlung gibt, muss auch das Weiße Haus einräumen.
Dass es keinerlei belastbare Beweise für den Vorwurf eines russischen Hackerangriffs auf den Server der Demokratischen Nominierungsversammlung gibt, muss auch das Weiße Haus einräumen.
Das Weiße Haus kann die gegen Russland erhobenen Anschuldigungen, russische Hacker seien in die DNC-Serversysteme eingedrungen, nicht bestätigen. Die US-Regierung kann nicht "formal" von einer Täterschaft Russlands sprechen, so Obamas Pressesprecher Josh Earnest.

Die USA haben noch keine Organisation bzw. kein Land offiziell genannt, die oder das für den Hack verantwortlich sein könnte", teilt Josh Earnest bei einem Pressebriefing mit.

Bis dato unbekannte Täter hatten via eines Hackerangriffs über E-Mails Kenntnis von Unregelmäßigkeiten im Zusammenhang mit dem Vorwahl-Sieg der demokratischen Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton erlangt.

Anschließend hatte die Enthüllungsplattform WikiLeaks den auf diesem Wege erlangten E-Mail-Verkehr der Öffentlichkeit zugänglich gemacht und damit die Kandidatin kompromittiert.

Bis vor kurzem wollte US-Präsident Barack Obama eigenen Aussagen zufolge nicht ausschließen, dass der Cyberangriff vom Kreml verübt worden sein könnte. Auf diese Weise hätte Moskau den als russlandfreundlich geltenden Präsidentschaftskandidaten Donald J. Trump ins rechte Licht rücken wollen.

Ich glaube, dass das FBI die Ermittlung immer noch fortsetzt. Ich weiß, dass Experten die Verantwortung für den Skandal Russland zuschreiben. Es ist auch bekannt, dass Russland unsere Systeme hackt, und zwar nicht nur öffentliche, sondern auch private", sagte Obamas Pressesprecher Josh Earnest, nachdem WikiLeaks E-Mails der Demokraten veröffentlicht hatte.

Das Wahlkampfteam der Demokratin Hillary Clinton vermutet hinter dem E-Mail-Skandal russische Hacker. Diesen Standpunkt vertritt vor allem der Wahlkampfmanager von Hillary Clinton, Robby Mook. Stichhaltige Beweise für diese Behauptung vermochte das Clinton-Team bis dato noch nicht vorzulegen.

Offenbar verspricht man sich jedoch von der Aufrechterhaltung der Behauptung positive Effekte im Wahlkampf.

Der E-Mail-Skandal hatte ernsthafte Konsequenzen. Nachdem WikiLeaks rund 20.000 gehackte E-Mails der US-Demokraten veröffentlicht hatte, trat die Parteivorsitzende Debbie Wassermann-Schultz zurück. Der Korrespondenz war zu entnehmen, dass die Parteiführung der Demokraten mutwillig gegen den Präsidentschaftskandidaten Bernie Sanders und zu Gunsten von Hillary Clinton agierte.

Später stellte sich heraus, dass die Hacker sich auch auf andere Wahlkampfserver der Partei Zugriff verschafft hatten.

Die Anschuldigungen, Russland sei in den Skandal verwickelt, wies der Pressesprecher des Kremls, Dmitri Peskow, als unbegründet zurück.