Russisches Verteidigungsministerium versus Pentagon: „IS-Chefpropagandist bei Luftangriff getötet“

Russisches Verteidigungsministerium versus Pentagon: „IS-Chefpropagandist bei Luftangriff getötet“
Das Verteidigungsministerium Russlands hat mitgeteilt, dass die Nummer Zwei des IS, Abu Mohammad al-Adnani, bei einem Bombenangriff der russischen Luftstreitkräfte getötet worden sei. Doch das Pentagon will die Meldung nicht bestätigen und behauptet, die USA hätten ihn angegriffen.

Russlands Militärbehörde betonte, dass Abu Mohammad al-Adnani als „Stimme des Islamischen Staates“ gegolten habe und die zweitwichtigste Person nach dem Gründer des Terrornetzwerkes, Abu Bakr al-Baghdadi, gewesen sei. Der Terrorist hatte zu Anschlägen in Westeuropa und in den USA aufgerufen.

„Am 30. August 2016 wurde in der Umgebung von Maaratat Umm Hawsh in der Provinz Aleppo durch einen Luftangriff eines russischen Bombers vom Typ Su-34  eine größere, bis zu 40 Mann große, Konzentration von IS-Kämpfern vernichtet. Laut den über mehrere Aufklärungskanäle bestätigten Informationen war unter den liquidierten Terroristen der Kriegsherr Abu Mohammad al-Adnani, besser bekannt als ‚offizieller Vertreter für die Arbeit mit den Medien‘ bei der internationalen terroristischen Gruppierung ‚Islamischer Staat‘“, hieß es in der Mitteilung der Behörde.

Zuvor hatte das Pentagon nicht ausgeschlossen, dass die Vernichtung von al-Adnani der US-angeführten Antiterrorkoalition zu verdanken sei. 

„Die Kräfte der Koalition haben einen Präzisionsangriff in der Nähe der Stadt al-Bab geflogen, dessen Ziel al-Adnani als einer der IS-Anführer war. Wir werten die Ergebnisse des Luftangriffes zwar noch aus. Die Vernichtung von al-Adnani könnte sich aber als ein weiterer sensibler Schlag gegen den IS erweisen. Wir haben keine Informationen, die die Behauptung Russlands bestätigen könnten, dass es auch einen Angriff gegen al-Adnani geflogen hätte“, so der Pentagon-Sprecher Peter Cook. 

Später verbreiteten US-Medien einen Kommentar, wo ein anonymer Mitarbeiter der US-Verteidigungsbehörde die Behauptungen Moskaus, den zweitwichtigsten IS-Kriegsherrn getötet zu haben, einen „Witz“ nannte.   

 

Während des Presse-Briefings im State Department wollte John Kirby diese Äußerung nicht kommentieren:

„Ich weiß nicht, wer diese Leute sind. Ich weiß nicht, über welche Informationen sie verfügen. Die Verwirrung entsteht, weil Journalisten anonyme Quellen zitieren.“

Der Diplomat wollte auch nicht auf die Details der US-amerikanischen Operation eingehen, indem er alle Fragen an das Pentagon verwies.

Der Nahost-Experte Ali Rizk erläuterte gegenüber RT, dass der Fall al-Adnani ein übriges Mal zeige, dass Washington und Moskau ihre Handlungen in Syrien koordinieren sollten.    

„Die Amerikaner könnten von einer Zusammenarbeit mit Russland profitieren, weil es Russland gelungen ist, diesen sehr gefährlichen Mann zu liquidieren. Ich finde, das sollte die Vereinigten Staaten zu einem Abkommen mit Russland anspornen, besonders im Vorfeld des G20-Gipfels, wo ein Gespräch zwischen dem russischen Präsidenten Wladimir Putin und seinem Kollegen Barack Obama geplant ist. Ich glaube, die Tatsache, dass al-Adnani sowohl für die USA als auch für Russland zum Angriffsziel geworden ist, belegt, inwieweit gefährlich er war und inwieweit es notwendig war, ihn zu vernichten“, so der Nahost-Experte Ali Rizk.

Am 30. September 2015 hatte Russland auf Bitte des syrischen Präsidenten, Baschar al-Assad begonnen, Angriffe gegen Terroristen in Syrien zu fliegen. Nach Angaben des stellvertretenden Sekretärs des Sicherheitsrates der Russischen Föderation, Jewgeni Lukjanow, soll die syrische Armee mit Unterstützung der russischen Luftwaffe in diesem Mai 28.000 Extremisten getötet haben. Außerdem befördert Moskau regelmäßig humanitäre Hilfe in den Bürgerkriegsland.