US-Experten: Russische Hacker haben US-Forschungszentren und Wählerregister angegriffen

US-Experten: Russische Hacker haben US-Forschungszentren und Wählerregister angegriffen
Dieselbe Hackergruppe, die US-Experten zufolge hinter dem DNC-Leak stecken soll, habe Cyber-Angriffe auf US-amerikanische Forschungszentren verübt. Auch wirft man Russland nun Hacker-Attacken auf Wählerregister in Arizona und Illinois vor.

Wie das Internet-Portal Defence One berichtete, seien vorige Woche US-amerikanische Forschungszentren angegriffen worden, die sich „auf Russland spezialisieren“, darunter auch das Zentrum für internationale und strategische Studien in Washington. Dabei beruft sich die Webseite auf Dmitij Alperowitsch, den Gründer der auf Cybersicherheit spezialisierten Firma Crowd Strike, die diesen Organisationen Schutz vor Cyber-Attacken gewährt.

Alperowitsch zufolge seien diesmal „weniger als fünf Organisationen und zehn Russland-Forscher“ angegriffen worden. Allerdings seien alle notwendigen Maßnahmen sofort getroffen worden, sodass die Attacken scheiterten.

Crowd Strike-Experten wollen festgestellt haben, dass hinter diesen Angriffen die Hackergruppe Cozy Bear steckt, die auch als APT29 bekannt ist. Gerade dieser Gruppe wurde Veröffentlichung von internen E-Mails der amerikanischen Demokratischen Partei vorgeworfen, sowie auch Cyber-Attacken auf das Weiße Haus, das Auswärtige Amt und das Pentagon.

Zuvor sollen der Zeitung The Washington Post zufolge auch Wählerregister in mindestens zwei US-Bundesstaaten – Arizona und Illinois – gehackt worden sein. Die amerikanischen Geheimdienste führen seit Juli eine Ermittlung und schließen nicht aus, dass Cyber-Attacken eine Auswirkung auf Wahlergebnisse in den USA haben könnten.

Der Hacker-Angriff in Arizona führte zu einer einwöchigen Sperre des Systems. Den Hackern sei es nicht gelungen, die Arbeit des Systems zu stören, es sei aber der Nutzername und das Passwort von einem der Beamten gestohlen worden. Obwohl keine Daten verändert worden seien, soll das der erste erfolgreiche Versuch sein, in die US-Wahldatenbank einzubrechen.

Im US-Bundesstaat Illinois seien laut The Washington Post persönliche Daten von etwa 200.000 Wählern gestohlen worden. Beamte sollen dies im Juli entdeckt haben. Auch nach dieser Cyber-Attacke wurde das System für eine Woche gesperrt.

Im Büro der Staatssekretärin von Arizona, Michele Reagan, behauptet man nun, dass die Spuren dieser Angriffe nach Russland führen würden. Ihr Sprecher, Matt Roberts, bewertete die Zuverlässigkeit dieser Informationen mit einer „acht auf einer Skala von eins bis zehn“. Ihm zufolge bezeichne auch das FBI die Bedrohung als „zuverlässig und signifikant“. Das Bureau selbst verweigerte dazu jeden Kommentar.

Der Kreml will diese Anschuldigungen allerdings nicht akzeptieren:

„Nach wie vor sind solche Aussagen haltlos, sie beruhen auf nichts, es gibt keine Beweise, sie sind ganz grundlos. Im Großen und Ganzen halten wir es nicht für nötig, darauf irgendwie zu reagieren“, so Dmitrij Peskow, Pressesprecher des russischen Präsidenten.