WikiLeaks dementiert Vorwürfe von AP, saudische Bürger gefährdet zu haben

WikiLeaks dementiert Vorwürfe von AP, saudische Bürger gefährdet zu haben
Die Nachrichtenagentur AP wirft WikiLeaks vor, sensible Daten über saudi-arabische Bürger verbreitet zu haben. Aus Krankenakten sollen sich Rückschlüsse etwa auf Homosexualität oder Jungfräulichkeit ziehen lassen. Die Leakingplattform selbst weist die Anschuldigungen zurück und spricht von einer Kampagne aus Kreisen Hillary Clintons. Zuvor hatten die Aktivisten Tausende E-Mails der Demokratischen Partei veröffentlicht.

Ein Bericht der Nachrichtenagentur AP beschuldigt WikiLeaks, „hunderten unschuldigen Menschen persönlichen Schaden zugefügt zu haben“, darunter auch Opfern von sexuellem Missbrauch. Konkret soll WikiLeaks mindestens 124 medizinische Dokumente aus Saudi-Arabien veröffentlicht haben, die sich auf Privatpersonen beziehen. In einem Fall soll der Name eines Mannes veröffentlicht worden sein, der wegen dem Vorwurf der Homosexualität verhaftet wurde. In einem anderen Fall sollen die Dokumente Informationen über die Vaterschaft eines Mannes aus einer früheren Ehe enthalten. Gegenüber AP erklärte der Betroffene:

Diese Wand der ecuadorianischen Botschaft in London erkletterte in der Nacht zum Dienstag ein Unbekannter.

Sie haben alles veröffentlicht: Meine Telefonnummer, meine Adresse, meinen Namen, Details. Wenn die Familie meiner Frau das sieht... So etwas zu veröffentlichen, kann Menschen zerstören.

Nur wenige Stunden nachdem AP den besagten Bericht veröffentlichte, auf den sich zugleich zahlreiche Mainstreammedien weltweit beriefen, widersprach WikiLeaks diesen Darstellungen und nannte diese auf Twitter „lächerlich“. Die Dokumente, auf die sich AP bezieht, würden von der saudischen Regierung selbst stammen, nicht von WikiLeaks. Das Ganze sei zudem ein Aufwasch einer Kampagne aus dem Jahr 2015.

Auch betonte die Leakingplattform, dass sie im Zuge des Präsidentschaftswahlkampfes in den USA mit weiteren Vorwürfen dieser Art seitens des Clinton-Lagers rechnet. Dem Ansehen der Kandidatin der Demokraten versetzten die jüngsten Enthüllungen Tausender E-Mails des Komitees der Demokratischen Partei einen merklichen Schlag. Bob Beckel, ein Vertrauter Clintons, forderte auf Fox News gar die illegale Erschießung Julian Assanges.

Zu den konkreten Fällen, die AP aufgedeckt haben will, äußerte sich das Team von WikiLeaks auf Presseanfragen nicht. In mindestens 23 Fällen sollen in von WikiLeaks verbreiteten Materialien persönliche Informationen einfacher Bürger enthalten sein. Insgesamt wurden 122.619 Dokumente veröffentlicht, die Einblick in die saudische Politik geben. Auch zuvor warfen Kritiker Julian Assange und seinem Team vor, die von ihnen veröffentlichten Daten zuvor nicht ausreichend zu prüfen. Sicher ist in dem Streit bisher vor allem: Der Konflikt zwischen WikiLeaks und dem US-amerikanischen Politestablishment verschärft sich zunehmend.