Mordversuch auf Assange? Unbekannter erklettert ecuadorianische Botschaft in London

Diese Wand der ecuadorianischen Botschaft in London erkletterte in der Nacht zum Dienstag ein Unbekannter.
Diese Wand der ecuadorianischen Botschaft in London erkletterte in der Nacht zum Dienstag ein Unbekannter.
Per Twitter berichtet WikiLeaks von einem unbekannten Eindringling, der die Wände des ecuadorianischen Botschaftsgebäudes in London erklommen hat, just an dem Teil des Gebäudes, in dem sich Julian Assange aufhält. Nachdem ein Vertrauter Hillary Clintons kürzlich zur Erschießung des WikiLeaks-Gründers aufgerufen hatte, spekuliert das Netz über einen konkreten Mordversuch.

Die Meldung verbreitete sich schnell und sorgte für einige Unruhe im Umfeld von WikiLeaks. Am frühen Montagmorgen, um 2:47 Uhr, kletterte ein Unbekannter an einer Mauer der ecuadorianischen Botschaft in London entlang und kam dabei dem im Asyl lebenden WikiLeaks-Gründer Julian Assange gefährlich nahe.

Da mögliche Reinigungs- oder Reparaturarbeiten wohl kaum um eine solche Uhrzeit durchgeführt werden, spekuliert das Netz über die Hintergründe des Vorkommnisses. Recht schnell fällt dabei auch der Name Hillary Clinton und die Vermutung wird laut, es könne sich bei dem unbekannten Kletterer um einen Auftragsmörder handeln, der das Ziel verfolgte, Julian Assange im Auftrag des US-Establishments zu liquidieren. 

Ein Kommentator weist auf die Aussagen von Bob Beckel hin. Der Clinton-Stratege hatte vor zwei Wochen in US-Medien offen zur Erschießung Julian Assanges aufgerufen. Auf Fox News bezeichnete Beckel den WikiLeaks-Gründer als „Landesverräter“, der nur tot keinen „Schaden“ mehr anrichten wird. Selbst eine illegale Erschießung hält Beckel daher für angemessen.

Hillary im Dämmerlicht...

Zuvor kam es bereits schon zu mehreren dubiosen Todesfällen im Zuge der durch WikiLeaks verbreiteten DNC-Leaks. Während der Parteiapparat der US-Demokraten Russland für die Enthüllungen verantwortlich macht, wachsen Spekulationen, dass der leitende DNC-Mitarbeiter Seth Rich die Quelle der geleakten E-Mails sein könnte.

Rich wurde am 10. Juli tot aufgefunden. Die Behörden gehen von einem Raubüberfall aus, allerdings wurden Richs Wertsachen bei der Tat nicht entwendet. Mit John Ashe, Mike Flynn und Shawn Lucas verstarben in kurzer Zeit drei weitere Personen aus Clintons Umfeld. Alle diese Fälle lassen die Nervosität im WikiLeaks-Umfeld offenbar anwachsen.

Julian Assange lebt seit 2012 in der ecuadorianischen Botschaft in London. Assange kann das Botschaftsasyl nicht verlassen, da ihm sonst eine Auslieferung in die USA droht. Im Umfeld ungeklärter Todesfälle und dem öffentlichen Aufruf zur Ermordung des Whistleblowers ist für Assange dies gleichbedeutend mit einer Frage um Leben und Tod.