Poroschenko spekuliert über russischen Einmarsch in die Ukraine

Poroschenko spekuliert über russischen Einmarsch in die Ukraine
Der ukrainische Präsident, Petro Poroschenko behauptet, man könne eine "groß angelegte Invasion" Russlands in sein Land nicht ausschließen. Andererseits zeigte er sich sicher, dass die ukrainische Armee angebliche "Provokationen" des Nachbarstaates abwehren könne. Anlass für die rhetorische Offensive könnte sein, dass das Land neue Militärhilfe aus den USA erhält.

Der ukrainische Staatschef, Petro Poroschenko, hat bei einem Besuch im Gebiet Lwow erklärt, dass ein bewaffneter Konflikt mit Russland nicht völlig auszuschließen sei. Dabei verwies er auf die aktuelle militärische Zuspitzung im Osten des Landes und auf der Krim.  

„Die Wahrscheinlichkeit, dass der Konflikt eskaliert, ist sehr groß. Wir schließen auch eine groß angelegte russische Invasion aus allen Richtungen nicht aus“, ließ Poroschenko über die Ukrainskaja Pravda verlauten.

Im Falle einer weiteren Zuspitzung der Situation im Donbass und um die Krim müsse er den Ausnahmezustand verhängen und die Mobilmachung anordnen, drohte der ukrainische Präsident. Die Streitkräfte der Ukraine seien fähig, sowohl im Donbass als auch entlang der Verwaltungsgrenze der Krim Widerstand zu leisten.

„Ich bin mir sicher, dass es in einer komplizierten Situation normal ist, wenn die Streitkräfte stets kampfbereit sein müssen, um Aufgaben jeder Komplexität zu lösen“, fügte der ukrainische Präsident hinzu.

Die Sprecherin der russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, ging auf die Demarche Poroschenkos in einem kurzen Kommentar ein.  

„Der Präsident der Ukraine hat erklärt, dass sich Russland auf eine Invasion in die Ukraine vorbereite. Ist das noch normal?“, lautete die rhetorische Frage von Maria Sacharowa.

Zuvor hatte Petro Poroschenko sich zuversichtlich gezeigt, dass die "Feinde der Ukraine" nicht nur vor der Schlagkraft der ukrainischen Waffen sondern auch vor der "geistigen Stärke" und der "Einheit des ukrainischen Volkes" zurückschrecken.

Außerdem hatte er die Ukraine als "Verteidiger der europäischen Zivilisation" eingeordnet.

Vor kurzem vereitelte der russische Inlandsgeheimdienst FSB eine Anschlagsserie auf der Schwarzmeer-Halbinsel Krim, die die Hauptverwaltung für Aufklärung bei dem Verteidigungsministerium der Ukraine geplant haben soll. Bei der Verhaftung der Saboteure wurden zwei russische Militärs getötet. Der russische Präsident, Wladimir Putin, kommentierte später, dass der Kreml diesen Vorfall nicht werde durchgehen lassen.

Inzwischen erwartet die Ukraine neue Waffenlieferungen aus den USA, die im Land demnächst eintreffen sollen.

„Die US-Botschaft in Kiew arbeitet daran, die Fähigkeit der Ukraine und ihrer Streitkräfte zu steigern, ihr souveränes Territorium zu verteidigen“, twitterte Geoffrey Pyatt.

Im Gespräch mit dem Sender Radio Swoboda präzisierte der US-Botschafter in Kiew, um welche Maßnahmen es sich dabei handelt:

„Barack Obama hat der Ukraine beispiellose Darlehensgarantien in Höhe von Milliarden Dollar sowie 600 Millionen Dollar als Hilfe im Sicherheitsbereich und gut 500 Millionen Dollar als sonstige wirtschaftliche Hilfe zur Verfügung gestellt“, informiert Pyatt.   

Der Diplomat zeigte sich mit dem US-Engagement für die ukrainische Führung zufrieden.  

„Ich bin sehr stolz auf die Errungenschaften: unsere Militärübungen in Jaworow, moderne Waffen und gut 1.000 Nachtsichtgeräte. Die neuen Lieferungen werden demnächst eintreffen. Dank solcher Hilfe hat man vielen ukrainischen Soldaten das Leben gerettet“, glaubt Geoffrey Pyatt.

Der US-Diplomat bald demnächst seinen Einsatzort wechseln: Sein nächstes Ziel ist Athen. Die Aufgaben in Kiew wird Marie Yovanovitch übernehmen, die zuvor die US-Botschaft in Armenien geleitet hat.

Die Vereinigten Staaten unterstützen die Ukraine mit Militärhilfe. Offiziell handelt es sich dabei um Uniformen, Ausrüstung, Ausbildung und nicht tödliche Waffen. Der ukrainische Botschafter in den USA, Waleri Tschaly, hat angekündigt, dass die Lieferungen letaler Waffen in die Ukraine nach der Präsidentschaftswahl in den USA wieder ins Gespräch kommen könnten.