Verhöhnung des russischen Behindertensports? Deutsche Welle sorgt mit Karikatur für Empörung

Verhöhnung des russischen Behindertensports? Deutsche Welle sorgt mit Karikatur für Empörung
Eine Karikatur in der russischsprachigen Ausgabe der Deutschen Welle (DW) hat eine Welle der Empörung in Russland provoziert. Michael Terentiew, Generalsekretär des Russischen Paralympischen Komitees fordert eine Entschuldigung und die Entfernung der Karikatur. Der Zeichner der Karikatur für die DW meint hingegen: "Das ist keine Karikatur, es ist eine Illustration ohne jeglichen Spott".

Die Deutsche Welle (DW) brachte am 8. August eine Karikatur des Zeichners Sergey Elkin heraus. Das Thema war der Gesamtausschluss der russischen paralympischen Mannschaft von den Paralympics in Rio de Janeiro. 

Der Titel der Karikatur lautete "Den russischen paralympischen Spielern wurde der Ausgang gezeigt". Abgebildet sind die Olympischen Ringe, wobei einer davon als Rollstuhl für einen russischen Athleten dient.

Michael Terentiew, Abgeordnete der Duma und Generalsekretär des Russischen Paralympischen Komitees, verlangt nun eine Entschuldigung an das gesamt paralympische Team und die Löschung der Karikatur.

Michael Terentiew, ehemaliger russischer paralympischer Athlet, Mitglied der Duma, Generalsekretär des Russischen Paralympischen Komitees und des Europäischen Paralympischen Komitees fordert von der Deutschen Welle eine Entschuldigung.
Michael Terentiew, ehemaliger russischer paralympischer Athlet, Mitglied der Duma, Generalsekretär des Russischen Paralympischen Komitees und des Europäischen Paralympischen Komitees fordert von der Deutschen Welle eine Entschuldigung.

Terentiew, selbst mehrmaliger Teilnehmer der Paralympics, sieht die Zeichnung als eine Beleidigung:

"Ich finde, die Karikatur sollte sofort entfernen werden. Die Redaktion muss sich für diese Beleidigung unbedingt entschuldigen. Ich hoffe, das Unternehmen und die Journalisten haben den Mut das zu tun", so Terentiew gegenüber Ria novosti.

Die Veröffentlichung solch einer Karikatur könne außerdem Einfluss nehmen auf die Mitglieder des Internationalen Sportgerichtshof CAS. Solch eine Handlung sei aus Sicht der Gerechtigkeit und unabhängigen Überprüfung der Sachlage fragwürdig. Laut Terentiew kommt es einer Vorverurteilung gleich. 

Der Zeichner Sergey Elkin meinte hingegen, dass es sich hierbei um keine Karikatur, sondern eine Illustration handelt. 

"Das ist keine Karikatur, es ist eine Illustration ohne jeglichen Spott. Kein vernünftiger Mensch, der darauf schaut, wird Hohn darin sehen."

Das Internationale Paralympische Komitee (IPC) hat das gesamte russische Team von den Paralympics in Rio de Janeiro ausgeschlossen. Grundlage bildeten vor allem zusätzliche Informationen des Juristen Richard McLaren. Er Leitete die Untersuchung der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) zu den Vorwürfen des Dopings in Russland.

Russland gab bekannt, dass es gegen das Urteil juristische Schritte einreichen werde. 

"Wir werden Klage beim Internationalen Sportgerichtshof CAS einreichen. Wir werden für unsere Athleten kämpfen", sagte der russische Sportminister Witali Mutko.

Die Paralympics finden vom 7. bis zum 18. September in Rio statt.