Boeing-Absturz in Rostow am Don: FlyDubai-Pilot führte Crash wohl absichtlich herbei

Boeing-Absturz in Rostow am Don: FlyDubai-Pilot führte Crash wohl absichtlich herbei
Die Ermittlung des Boeing-Absturzes im südrussischen Rostow am Don am 19. März 2016 bekommt eine neue Wendung. Die Katastrophe ist nach Auswertung des Flugschreibers mit hoher Wahrscheinlichkeit von dem FlyDubai-Piloten bewusst provoziert worden. Alle 55 Passagiere und sieben Besatzungsmitglieder starben bei dem Unglück.

Mittlerweile stellten die Behörden menschliches Versagen als Grund für den Flugzeugabsturz in den Mittelpunkt der Ermittlungen.

„Im Laufe des Untersuchungsverfahrens wurde festgestellt, dass der Pilot der Boeing 737-800 den Steuerknüppel 12 Sekunden lang ununterbrochen betätigt haben muss, wodurch sich der Stabilisator auf „Sturzflug“ umstellte. Dabei war er sich vermutlich seiner Handlungen und der entstandenen Situation sowie der Position des Flugzeuges zur Erde bewusst gewesen“, zitiert die Nachrichtenagentur Interfax eine mit der Ermittlung vertraute Quelle.

Die Untersuchung des Flugschreibers ergab, dass der Flugkapitän, Aristos Sokratous, dem Co-Piloten sein Verhalten nicht erklärte und seine Fragen nicht beantwortete.

„Auf alle Fragen des Co-Piloten antwortete der Flugkapitän einfach: ‚Alles in Ordnung‘. Seine Intonation war ruhig, die Stimme wies keine Nervosität auf“, so die Quelle.

Inzwischen werden auch andere mutmaßliche Ursachen der Flugkatastrophe unter die Lupe genommen, darunter Steuerfehler unter harschen Wetterbedingungen, Übermüdung des Piloten und Versagen des Höhenruders.

Vorher teilten die Freunde des Piloten mit, dass er vorhatte, seine Stelle bei FlyDubai zu kündigen und zu seiner schwangeren Frau nach Zypern zurückzukehren. Der Flug nach  Rostow am Don sollte für ihn einer der letzten werden. Den Mitarbeitern der Fluggesellschaft zufolge beschwerte sich Sokratous vor dem Abflug darüber, dass er müde war: Innerhalb von 11 Tagen musste er bereits zum zehnten Mal ins Cockpit.

Im Oktober wird die Sonderkommission, die für die Ermittlung zuständig ist, die Fluggeräte zur Untersuchung im Boeing-Hauptsitz in die USA schicken.

Das Passagierflugzeug Boeing 737-800 von FlyDubai, das von Dubai aus gestartet war, stürzte am 19. März um 03:42 Uhr Moskauer Zeit am Flughafen Rostow am Don ab. Das Unglück ereignete sich beim zweiten Landeanflug unter schwierigen Wetterbedingungen wie starkem Seitenwind und Regen. Die Wartezeit zwischen zwei Landeversuchen dauerte mehr als zwei Stunden. Alle Menschen an Bord, 55 Passagiere und sieben Besatzungsmitglieder, starben bei dem Unglück.