Tauwetter zwischen Türkei und Russland? Putin und Erdoğan treffen sich in Petersburg [Live-Updates]

Tauwetter zwischen Türkei und Russland? Putin und Erdoğan treffen sich in Petersburg [Live-Updates]
Der russische Präsident, Wladimir Putin, und sein türkischer Amtskollege, Recep Tayyip Erdoğan, verhandeln am Dienstag in Sankt Petersburg. Das Spektrum der zu erörternden Fragen reicht vom Lebensmittelembargo über das Pipeline-Projekt „Turkish Stream“ bis hin zum Tourismus. Es ist die erste Zusammenkunft der Politiker nach dem Abschuss einer russischen Su-24 über Syrien, der eine scharfe Krise in den bilateralen Beziehungen auslöste. RT Deutsch hält Sie mit Live-Updates auf dem Laufenden.

Update 16:59

Wladimir Putin dankte seinem türkischen Amtskollegen für das Treffen. Es sei im Interesse beider Völker, die bilateralen Beziehungen wiederherzustellen.      

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Update 16:55

Nach der Wiederherstellung der bilateralen Beziehungen gefragt, antwortete Wladimir Putin, dass dies das gemeinsame Ziel sei. Eine Reihe von Problemen sollen demnächst gelöst werden.

Recep Tayyip Erdoğan wies darauf hin, dass sich der Warenumsatz zwischen den beiden Ländern vor der Krise auf 35 Milliarden US-Dollar belaufen hatte. Dann sei er auf 28 Milliarden US-Dollar gefallen. Ziel sei ein Umsatz von 100 Milliarden US-Dollar. Eine wichtige Rolle spiele dabei der Touristenstrom aus Russland.   

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Update 16:50

Eine russische Journalistin fragte, welches Pipeline-Projekt für Russland am wichtigsten sei: "South Stream" oder "Turkish Stream".

Wladimir Putin wies darauf hin, dass Russland seine wirtschaftlichen Projekte niemals politisiert hatte. Das Projekt "South Stream" sei nicht auf Russlands Initiative eingestellt worden.

„Bulgarien will zum Projekt "South Stream" zurückkehren, aber Russland hat schon Verluste erlitten. Die Absicht allein reicht nicht, denn es gibt keine Garantien“, so der Kremlchef.

Das Projekt "Turkish Stream" richte sich vor allem auf den Gas-Bedarf der türkischen Seite aus. Dennoch könne das Projekt weiterentwickelt werden.

Der türkische Staatschef teilte mit, dass das Projekt "Turkish Stream" zwei Richtungen habe: einerseits seien es die Gaslieferungen in die Türkei, andererseits seien es die Gasexporte nach Europa. Die Aufgabe bestehe nun darin, die Verlegung der Pipeline zu internsivieren.   

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Update 16:43

Eine türkische Journalistin fragte die beiden Präsidenten, ob bei dem Treffen auch die Syrien-Krise zur Sprache gekommen sei.

Recep Tayyip Erdoğan sagte, man werde diese Frage nach der Pressekonferenz erörtern.

Wladimir Putin sagte, dass die Syrien-Krise nur auf demokratischem Wege gelöst werden könne.

„Demokratische Änderungen können in Syrien nur durch demokratische Mittel erreicht werden. Das ist der prinzipielle Standpunkt Russlands. Alle wissen, dass unsere Ansichten in Bezug auf die Beilegung der syrischen Krise bei weitem nicht immer diegleichen waren. Wir werden uns nachher mit den Außenministern und Geheimdienstlern versammeln, um Informationen auszutauschen und nach Lösungen zu suchen. Es ist möglich, unsere Ansichten und Herangehensweisen abzustimmen, weil wir ein gemeinsames Ziel haben“, so der russische Präsident.

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Update 16:40

Der türkische Staatschef nannte Wladimir Putin seinen Freund. Das heutige Treffen werde dazu beitragen, die bilateralen Beziehungen auf das frühere hohe Niveau zu bringen.

„Wir sind entschieden gewillt, unsere bilateralen Beziehungen auf das Vorkrisenniveau und sogar auf ein höheres Niveau zu bringen. Wir haben den politischen Willen dazu. Die öffentliche Meinung unserer Länder erfordert von uns eben das. Dank den heutigen Verhandlungen wird das politische, sozialwirtschafliche und humanitäre Verhältnis zwischen Russland und der Türkei endlich jenes ihm zustehende Niveau erreichen, das unsere Beziehungen vor der Krise gehabt haben“, so Recep Tayyip Erdoğan.  

Die Türkei und Russland habe eine enge Zusammenarbeit im Rüstungsbereich vereinbart. Wichtig seien auch solche Großprojekte wie der Aufbau des AKWs Akkuyu.

Recep Tayyip Erdoğan sagte, dass sich die russisch-türkischen Beziehungen nicht nur auf den Wirtschaftsbereich einschränkten. Es gebe sehr viel Potenzial, und dieses Potenzial solle zur Verbesserung der Situation in der Region genutzt werden.  

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Update 16:28

Die Pressekonferenz nach den Verhandlungen der beiden Staatschefs hat begonnen.

Wladimir Putin betonte, dass das Treffen konstruktiv und sachlich verlaufen sei. Die Beziehungen zwischen Russland und der Türkei hätten komplizierte und sogar dramatische Perioden erlebt, aber die Logik der beiderseitigen Achtung habe stets die Oberhand erhalten. 

Der russische Staatschef dankte seinem Amtskollegen, Recep Tayyip Erdoğan, für den Besuch.

„Trotz der schwierigen innerpolitischen Lage in der Türkei hat Präsident Erdoğan die Möglichkeit gefunden, nach Sankt Petersburg zu kommen“, so Wladimir Putin.

Der Schwerpunkt der Gespräche habe vor allem auf der Wiederaufnahme der wirtschaftlichen Beziehungen gegelgen. Außerdem habe man große Projekte im Energiebereich erörtert.

Ende Juni war das Reiseverbot in die Türkei für russische Touristen aufgehoben.

„Hauptsache ist hier, dass  die türkische Seite unseren Bürgern Sicherheit garantiert. Solche Garantien haben wir bekommen. Die Charterflüge wiederaufzunehmen ist eine technische Frage, das ist eine Frage der Zeit“, so der russsische Staatschef.

Zum wirtschaflichen Zusammenwirken gehöre Wladimir Putin zufolge auch die Erleichterung der Visumspflicht für türkische Bürger. 

Die Syrien-Krise soll Wladimir Putin zufolge nach der Pressekonferenz detailliert besprochen werden.

„Russland und die Türkei haben ein gemeinsames Verständnis davon, dass die Bekämpfung des Terrorismus ein sehr wichtiges Element der Zusammenarbeit ist. Wir werden darüber ausführlicher sprechen“, so der Kremlchef.  

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Update 15:31

Die Verhandlungen zwischen dem russischen Präsidenten, Wladimir Putin, und seinem türkischen Amtskollegen, Recep Tayyip Erdoğan, endeten gegen 16 Uhr Moskauer Zeit. Ursprünglich hätte das Treffen um 13 Uhr starten sollen, es hatte aber eine Stunde später angefangen. Nach dem Gespräch der beiden Staatschefs begann eine Tagung im Beisein von Ministern, die auch im Konstantinpalast stattfindet.

Die russische Seite vertreten unter anderen der Außenminister Sergej Lawrow, der Energieminister Alexander Nowak, der Verkehrsminister Maxim Sokolow, der Generalstabchef Waleri Gerassimow, der Sondergesandte des russischen Präsidenten für die Beilegung der syrischen Krise Alexander Lawrentjew und der Vorstandsvorsitzende von Gazprom Alexej Miller.

Der türkischen Delegation gehören unter anderen der Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu der Wirtschaftsminister Nihat Zeybekçi, der Minister für Energie und Naturschätze Berat Albayrak, der Minister für Arbeit und Soziale Sicherheit Faruk Çelik, der Verkehrsminister Ahmet Arslan, der Staatssekretär für Rüstungsindustrie İsmail Demir und der Leiter des türkischen Inlandsgeheimdienstes Hakan Fidan an.

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Update 14:23

Recep Tayyip Erdoğan hoffte, dass die Zusammenarbeit zwischen Moskau und Ankara zur Lösung vieler Probleme in der Region beitragen werde.

„In politischer Hinsicht erwartet man in der Region vieles von uns beiden. Ich glaube, dass unsere Zusammenarbeit einen großen Beitrag zur Lösung vieler Probleme in der Region leisten wird“, sagte der türkische Präsident.   

Recep Tayyip Erdoğan dankte Wladimir Putin für das heutige Treffen, aber auch für seine Unterstützung während des Putschversuchs. Der Anruf des russischen Präsidenten gleich nach der Niederlage der Putschisten habe Erdoğan und das ganze türkische Volk erfreut.

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Update 14:07

Das Treffen zwischen Wladimir Putin und Recep Tayyip Erdoğan findet zurzeit im Griechischen Saal des Konstantinpalasts im Sankt Petersburger Vorort Strelna statt. Die Zusammenkunft hat mit Händeschütteln begonnen. Der russische Staatschef betonte, dass der Besuch seines türkischen Kollegen von dem Wunsch zeuge, den Dialog nach der Krise wiederaufzunehmen.

„Ihr heutiger Besuch zeugt trotz einer sehr komplizierten innenpolitischen Situation in der Türkei davon, dass wir uns alle eine Wiederaufnahme unseres Dialogs und eine Wiederherstellung der Beziehungen im Interesse der Völker der Türkei und Russlands wünschen“, sagte Wladimir Putin in seiner Begrüßungsrede.

Dabei hoffte der russische Staatschef, dass die Türkei unter der Führung Erdoğans die innenpolitische Krise bewältigen werde, und betonte, dass Russland gegen jegliche verfassungswidrigen Handlungen sei.

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Seit dem 16. November 2015, als sich die Staatschefs Russlands und der Türkei, Wladimir Putin und Recep Tayyip Erdoğan, zum letzten Mal am Rande des G20-Gipfels in Antalya persönlich getroffen haben, haben sich im bilateralen Verhältnis mehrere zu lösende Probleme angehäuft.

Auf der Tagesordnung der Zusammenkunft stehen die Wiederaufnahme der Charterflüge, die Aufhebung des Lebensmittelembargos, die Arbeitsgenehmigung für türkische Baufirmen in Russland, das Errichten des Kernkraftwerks Akkuyu und die Verlegung der Gaspipeline „Turkish Stream“.

Beide Spitzenpolitiker wollen nach Wegen suchen, um den zurückgegangenen Warenumsatz anzukurbeln und ihn wieder auf das Vorkrisenniveau zu bringen. Darüber hinaus sollen existierende Handelsbarrieren abgebaut werden.

Nach den Verhandlungen werden Wladimir Putin und Recep Tayyip Erdoğan an einem Treffen mit türkischen und russischen Unternehmern teilnehmen.