Spur zu ukrainischem Geheimdienst? - Anschlag gegen Chef der selbsternannten Volksrepublik Luhansk

Spur zu ukrainischem Geheimdienst? - Anschlag gegen Chef der selbsternannten Volksrepublik Luhansk
Auf den Präsidenten der international nicht anerkannten "Volksrepublik Lugansk" (VRL), Igor Plotnizkij, ist ein Bombenanschlag verübt worden. Plotnizkij beschuldigte den ukrainischen Inlandsgeheimdienst SBU für den Anschlag verantwortlich zu sein.

Die Situation im Donbass spitz sich zu. In den letzten Wochen wurde über vermehrte Verstöße gegen das Minsk II Abkommen berichtet. Am 6. August wurde auf den Chef der "Volksrepublik Lugansk" (VRL), Igor Plotnizkij, ein Anschlag verübt. Der Politiker, sein Fahrer sowie ein Personenschützer wurden verletzt. Entgegen ursprünglichen Behauptungen aus Kiew kam niemand ums Leben. Plotnizkij wurde noch am Sonntag aus dem Krankenhaus entlassen. 

Plotnizkij beschuldigte den ukrainischen Inlandsgeheimdienst SBU für den Anschlag verantwortlich zu sein. Er sieht darin den Versuch, Kampfhandlungen anzustacheln. Die Medien in der Ukraine gehen hingegen von internen Rivalitäten aus, denen der Chef der VRL zum Opfer fiel. Sie verweisen dabei auf die unprofessionelle Ausführung des Bombenanschlages. 

Für eine Verstrickung des SBU spricht hingegen, dass der Stellvertretende Leiter der SBU, Wassyl Gryzak, schon im April die Regierung der "Volksrepubliken" gegenüber drohte, "sich darüber klar zu sein, dass sie demnächst beseitigt werden".

Kurz nach dem Anschlag hat Stepan Poltorak, der Verteidigungsminister der Ukraine, eine Erhöhung der Verteidigungsausgaben um 15 Prozent gefordert. Gleichzeitig wies er die Regierung darauf hin, dass die Militärausgaben momentan nur bei 2,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts liegen und forderte eine signifikante Erhöhung: 

"Ich möchte daran erinnern, dass in allen Ländern der Welt, in denen Kampfhandlungen oder Krieg herrschen, die Verteidigungsausgaben zwischen vier und fünf Prozent lagen."

Der Präsident der international nicht anerkannten Volksrepublik Donezk, Alexander Sachartschenko, sagte in den russischen Medien, dass der Anschlag zu erwarten war. Ausgehend von den Drohungen aus Kiew, sieht er darin den Beginn neuer groß angelegter Militäroperation. Aus seiner Sicht wird es kein Minsk III geben.