Ukrainische Hetzseite „Mirotworez“ wird zum Massenmedium

Ukrainische Hetzseite „Mirotworez“ wird zum Massenmedium
Die von dem Berater des ukrainischen Innenministeriums, Anton Geraschenko, unterstützte Webseite Mirotworez hat sich als Massenmedium registrieren lassen. Die Gründer des skandalträchtigen Projekts, das die Personaldaten von in den Volksrepubliken Donezk und Lugansk akkreditierten Journalisten veröffentlichte, begründen die Entscheidung, ihre Webseite außerhalb der Ukraine anzumelden, mit der Notwendigkeit, „die Sicherheit der Mitarbeiter zu gewährleisten“.

Joel Simon, Chef des Komitees zum Schutz von Journalisten (CPJ)

„Im Ergebnis von langen internen Diskussionen, die in der Zentrale 'Mirotworez' bereits länger als ein Jahr andauern, auf Anregung der Berufsjournalisten aus unserem Team, hat die Leitung die Entscheidung getroffen, unser Internet-Portal offiziell als ein Massenmedium anzumelden“, wird die Erklärung der Webseite von der Nachrichtenagentur Ria Nowosti zitiert.

Früher haben die ukrainischen Geheimdienste anerkannt, dass sie gegen die Hetzseite „Mirotworez“ nicht ankommen können. Laut dem ukrainischen Inlandsgeheimdienst SBU verfüge er über keine Verfahrensweise, um die Webseite zu blockieren.

Das ukrainische Internetportal „Mirotworez“ wurde dadurch bekannt, dass es die Personaldaten von Journalisten veröffentlichte, die für die Berichterstattung in den Volksrepubliken Donezk und Lugansk akkreditiert worden waren.  Den Informationsabfluss hatte der Rada-Abgeordnete und Berater des ukrainischen Innenministers, Anton Geraschenko, auf Facebook angekündigt.

In der Liste wurden auch die RT-Journalisten Roman Kossarew und Miguel Francis-Santiago erwähnt. Kossarew zufolge wolle man dadurch die westlichen Medien, die ohnehin bei der Berichterstattung zur Ostukraine nicht objektiv seien, zwingen, die Region noch seltener zu besuchen.

Der Korrespondent von RT Documentary, Miguel Francis-Santiago, sei überrascht, dass er auf die „schwarze Liste der Journalisten“ in dem Land gekommen ist, das den EU-Beitritt beansprucht. „Und weder die US-Botschaft noch internationale Menschenrechtsorganisationen unternehmen etwas in diesem Zusammenhang“, wunderte sich der Journalist.

Auf die „Mirotworez“-Liste kamen jedoch nicht nur Journalisten von der russischen Nachrichtenagentur TASS, dem Radiosender „Echo Moskwy“ und der Zeitung Kommersant, auch vor Mitarbeitern von BBC, CNN, Bloomberg und weiteren Medien sowie Vertretern von Menschenrechtsorganisationen Human Rights Watch und Amnesty International machten sie nicht halt. Ihre Telefonnummern und E-Mail-Adressen sind nun frei zugänglich.

Später entschuldigte sich das Portal dafür, dass die Liste nicht vollständig war, und veröffentlichte eine erweiterte Version.