Diplomatischer Neuanfang? - Treffen zwischen Putin und Erdoğan für 9. August angesetzt

Diplomatischer Neuanfang? - Treffen zwischen Putin und Erdoğan für 9. August angesetzt
Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan wird am 9. August die Russische Föderation besuchen und dort mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin zusammentreffen. Dies hat der stellvertretende türkische Premierminister Mehmet Simsek am Dienstag mitgeteilt. Es wäre erste Staatsbesuch seit dem Abschuss eines russischen Su-24 Bombers im türkisch-syrischen Grenzgebiet 2015. Auf der Agenda stehen bilaterale und regionale Fragen, in denen Ankara mit Moskau kooperieren will.

Simsek, der an einer Reihe von High-Level-Ministertreffen in Moskau teilnehmen wird, sagte, der Präsident werde seinen russischen Amtskollegen Wladimir Putin in Sankt Petersburg treffen.

„Wir sind hier, um die unsere Beziehungen zu verbessern und so auf ein noch höheres Niveau zu bringen als vor den Ereignissen im November 2015“, sagte Simsek bei einem Treffen mit dem stellvertretenden russischen Premierminister Arkadi Dworkowitsch.

„Auch wir sind zu konstruktiven Verhandlungen bereit. Nach unserer Zusammenkunft wird es weitere Treffen auf der Ministerebene geben. Wir glauben, dass die Wiederherstellung unserer bilateralen Beziehungen stufenweise erfolgen muss. Wir müssen die Zusammenarbeit in den Bereichen des Handels und der Wirtschaft Schritt für Schritt ausbauen“, entgegnete der russische Minister.

Die Beziehungen zwischen Moskau und Ankara verschlechterten sich dramatisch, nachdem ein türkischer Kampfjet einen russischen Bomber vom Typ Su-24 im November 2015 abgeschossen hatte. Russland reagierte auf diesen Übergriff mit der Verhängung von Wirtschaftssanktionen gegen die Türkei, die vom Tourismus bis zum Lebensmittelsektor reichten. Mittlerweile mehren sich die Anzeichen dafür, dass es sich bei dem Abschuss um einen Alleingang des dafür verantwortlichen Piloten gehandelt haben könnte. Der Pilot wurde im Zusammenhang mit dem Putschversuch vom 15. Juli verhaftet. Er steht im Verdacht, der subversiven „Fethullistischen Terrororganisation“ des umstrittenen Predigers Fethullah Gülen anzugehören.

Im Bemühen, die Beziehungen zwischen beiden Staaten wieder zu normalisieren, schickte Erdoğan am Nationalfeiertag Russlands einen Brief an die Adresse Putins. Russischen Angaben zufolge habe sich Erdoğan darin für den militärischen Zwischenfall entschuldigt.

Daraufhin entschied sich Moskau Ende Juni dazu, Reisebeschränkungen in die Türkei wieder aufzuheben. Außerdem kündigte der russische Premierminister, Dimitri Medwedew, an, dass die Aufhebung von Wirtschaftssanktionen gegen türkische Unternehmen „graduell erfolgen“ werde.

Der türkische Außenminister dankte jüngst dem russischen Präsidenten Wladimir Putin für die „bedingungslose Unterstützung“ im Zusammenhang mit dem Putschversuch gegen die türkische Regierung vom 15. Juli. Berichten zufolge sollen russische Militärs am Tag des gescheiterten Staatsstreichs verdächtige Nachrichten registriert haben, die von Angehörigen der türkischen Streitkräfte ausgetauscht wurden. Diese sollen die Annahme gerechtfertigt haben, dass ein Putschgeschehen unmittelbar in Vorbereitung stehe. Die russischen Militärs haben daraufhin, so heißt es in den Berichten, unverzüglich die Nationale Geheimdienstorganisation der Türkei (MIT) über ihre Beobachtungen in Kenntnis gesetzt.

 

 

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