Frankreich: Krawalle in Paris nach Tod in Polizeigewahrsam

Frankreich: Krawalle in Paris nach Tod in Polizeigewahrsam
Der bisher ungeklärte Tod eines jungen Mannes in Polizeigewahrsam führte zu Krawallen zwischen Polizisten und Demonstranten. Laut Angaben der Behörden wurden dabei fünf Polizisten verletzt.

Der Tod eines 24-jährigen Mannes im Polizeigewahrsam löste gewaltsamen Protesten in den nördlich gelegenen Gemeinden Persan und Beaumont-sur-Oise aus. Dabei sollen in der Nacht zum Mittwoch fünf Polizisten verletzt worden sein.

Nach Angaben der Behörden wurden neun Menschen festgenommen. Sie sollen die Sicherheitskräfte mit Brandsätzen beworfen und Schusswaffen bedroht haben. Rund 130 Sicherheitskräfte und 60 Feuerwehrleute beteiligten sich an dem Großeinsatz.

Die genaue Todesursache bei dem Festgenommenen ist noch unklar. Der junge Mann wurde unter dem Verdacht der Erpressung inhaftiert. Später soll er sich über ein Unwohlsein beklagt haben, so die französische Staatsanwaltschaft. Kurze Zet später starb er in Haft. 

Der französische Nachrichtensender "Le Parisien" berichtete, dass die Todesursache ein Herzinfarkt gewesen sei. Die Demonstranten hingegen gehen davon aus, dass der Mann von der Polizei zu Tode geprügelt wurde.

Die Menge von rund hundert Menschen setzte in den beiden Vororten mehrere Gebäude und Autos in Brand. 

Dieser Vorfall erhält im Hinblick auf die zunehmende Polizeigewalt und damit einhergehende Ausschreitungen an Bedeutung. Zuletzt kam es in Dallas und Baton Rouge zu schweren Ausschreitungen, nachdem mehrere schwarze Männer von der Polizei erschossen wurden.