Internationaler Sportgerichtshof: Russische Leichtathleten dürfen nicht nach Olympia

Matthieu Reeb, Generalsekretär des Internationalen Sportgerichtshofs (CAS)
Matthieu Reeb, Generalsekretär des Internationalen Sportgerichtshofs (CAS)
Der Internationale Sportgerichtshof (CAS) mit Sitz in Lausanne hat die Klage des Olympischen Komitees Russlands (OKR) und der 68 russischen Sportler gegen den Weltleichtathletikverband (IAAF) abgelehnt. Somit müssen die Leichtathleten aus Russland den Olympischen Sommerspielen in Rio de Janeiro fernbleiben.

Zuvor hatten das OKR und der IAAF ein Übereinkommen unterzeichnet, laut dem der CAS die Frage nach der Teilnahme der russischen Sportler am Olympia 2016 in letzter Instanz lösen sollte.

Yevgenia Kanaeva, Goldmedaillengewinnerin in Rhythmischer Gymnastik bei den Olympischen Spielen von London.

Im CAS hieß es, dass der Beschluss, die Klage abzulehnen, einstimmig getroffen worden sei. Das Urteil kann innerhalb von 30 Tagen angefochten werden. Die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro starten bereits am 5. August.

Der Sprecher des russischen Präsidenten, Dmitri Peskow, bedauerte das CAS-Urteil und versicherte, dass man die Situation analysieren werde.  

„Ja, das ist eine sehr schlimme Nachricht. Man kann dieses Urteil, das alle unsere Leichtathleten betrifft, nur bedauern, weil die kollektive Verantwortung unserer Meinung nach kaum akzeptabel sein kann. Die Rede ist von den Leichtathleten, die sich auf die Olympischen Spiele vorbereitet haben, und die mit Doping und mit Doping-Anschuldigungen nichts zu tun haben. Ihre Dopingproben wurden von ausländischen Anti-Doping-Organisationen geprüft“, so Dmitri Peskow.

Die berühmte russische Stabhochspringerin und zweifache Olympiasiegerin, Jelena Issinbajewa, schrieb auf Instagram, dass gewisse Menschen schon immer Angst vor Stärke gehabt hätten.

„Wir haben gehofft, aber unsere Hoffnung ist dahin. Lasst all diese pseudosauberen ausländischen Sportler erleichtert aufatmen und ihre pseudogoldenen Medaillen in unserer Abwesenheit gewinnen. Man hat schon immer Angst vor Stärke gehabt“, so Jelena Issinbajewa.

Der russische Sportminister, Witali Mutko, zeigte sich von dem CAS-Urteil enttäuscht.

„Die CAS-Entscheidung in Bezug auf die russischen Athleten verletzt die Rechte der "sauberen" Sportler und schafft einen Präzedenzfall für die kollektive Verantwortung“, so Witali Mutko.