Gemeinsam gegen den Terror: Syrienkrise lässt Washington und Moskau zusammenrücken

Gemeinsam gegen den Terror: Syrienkrise lässt Washington und Moskau zusammenrücken
Der Kreml hat am Mittwoch bekanntgegeben, dass Russland und die USA für eine bessere Koordinierung ihrer Anstrengungen bei der Bekämpfung von Dschihadisten in Syrien bereit seien. Das geht aus einem Telefonat zwischen dem russischen Präsidenten und seinem US-amerikanischen Amtskollegen hervor.

„Beide Seiten haben ihre Bereitschaft bestätigt, die Militärkooperation zwischen Russland und den USA in Syrien zu erhöhen“, geht aus einer amtlichen Mitteilung der russischen Regierung am Mittwochabend hervor. „Es ist auch wichtig, die UN-gestützten Friedensgespräche wiederzubeleben, so dass eine politische Lösung für die Krise gefunden werden kann.“

Laut Medienberichten von vergangener Woche haben US-Regierungsbeamte einen Vorschlag angeschoben, der gemeinsame Luftschläge der russischen und US-amerikanischen Luftwaffe gegen die al-Qaida-nahe al-Nusra-Front vorsieht. Russland kommentierte diesen Vorschlag noch nicht, der vom US-Außenministerium und dem Pentagon gutgeheißen wird.

Washington hofft, dass sich durch ein Näherrücken mit Moskau die so genannten „moderaten Rebellen“ in den Provinzen Latakia, Idlib und Aleppo dem Waffenstillstand anschließen. Der russische Präsident Wladimir Putin beschuldigt die al-Nusra-Front wiederholt, sich verdeckt unter die vermeintlich „moderate“ Opposition zu mischen und von dort aus gegen Stellungen der Regierungstruppen vorzurücken.

„Wladimir Putin rief US-Präsident Barack Obama dazu auf, sich von der Definition ‚moderat‘ hinsichtlich der al-Nusra-Front und anderen extremistischen Gruppen zu distanzieren“, heißt es in der Stellungnahme.

Obama und Putin erörterten darüber hinaus schwelende Konflikte in post-sowjetischen Ländern.

Der Kreml informierte, der US-Präsident „bewertete die russischen Bemühungen positiv“, im Konflikt zwischen Armenien und Aserbaidschan um die Karabach-Region zu vermitteln. Baku und Jerewan stehen seit den 1980er Jahren im Konflikt miteinander. Nachdem armenische Truppen die Region besetzt hatten, schlossen beide Seiten im Jahr 1994 einen brüchigen Waffenstillstand. Zuletzt brachen im April neue Zusammenstöße aus. Im Juni fand anlässlich des Wirtschaftsforums in Sankt Petersburg ein Mediationstreffen zwischen den Staatsführern beider südkaukasischen Staaten und dem russischen Präsidenten statt.

Das russische Staatsoberhaupt kam im Gespräch mit Obama ebenso auf das Minsker Abkommen hinsichtlich der Lage in Ukraine zu sprechen. Er forderte, die Regierung in Kiew müsse sich an das Abkommen halten. Es wird erwartet, dass der ukrainische Präsident Petro Poroschenko nach Implementierung des Abkommens vor 18 Monaten „in einen direkten Dialog mit Donezk und Lugansk tritt, eine Generalamnestie ausspricht und den östlichen Regionen einen speziellen Autonomie-Status zuspricht“.

 

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