Nach Telefonat: Putin und Erdoğan vereinbaren persönliches Treffen

Recep Tayyip Erdoğan und Wladimir Putin auf dem G20-Gipfel in Antalya am 15. November 2015
Recep Tayyip Erdoğan und Wladimir Putin auf dem G20-Gipfel in Antalya am 15. November 2015
Die Präsidenten Russlands und der Türkei, Wladimir Putin und Recep Tayyip Erdoğan, haben im Laufe ihres Telefonats am Mittwoch ein persönliches Treffen vereinbart. Darüber hinaus wollen Putin und Erdoğan die zwischenstaatlichen Beziehungen verbessern.

Das Gespräch der beiden Politiker sei sehr fruchtbar und positiv gewesen, meldet der Fernsehsender NTV unter Berufung auf eine Quelle aus dem nahen Umfeld Erdoğans. Das Telefonat soll 40 Minuten gedauert haben.  

Der Pressedienst des türkischen Präsidenten teilt seinerseits mit, dass Putin und Erdoğan am Telefon ein persönliches Treffen vereinbart haben. Außerdem wollen sie auf die Wiederherstellung der zwischenstaatlichen Beziehungen hinarbeiten. 

Wladimir Putin habe seinem Amtskollegen zum gestrigen Attentat am Istanbuler Atatürk-Flughafen kondoliert. Zur Sprache sei darüber hinaus die Normalisierung der zwischenstaatlichen Beziehungen gekommen.

Der Kremlpressedienst gibt bekannt, dass die beiden Politiker die Notwendigkeit betont haben, die internationale Zusammenarbeit im Kampf gegen die gemeinsame Terrorgefahr zu aktivieren. Außerdem haben Putin und Erdoğan die Aufhebung der Einschränkungen für russische Touristen erörtert. Bisher sind die Charterflüge aus Russland in die Türkei untersagt, den russischen Reisebüros wird empfohlen, keine Türkei-Reisen anzubieten. Das Ergebnis sind milliardenschwere Verluste für die türkische Wirtschaft.    

„Das russische Staatsoberhaupt hat erklärt, die Regierung zu beauftragen, mit den entsprechenden türkischen Behörden in Kontakt zu treten, um die gegenseitig vorteilhafte Kooperation im handelswirtschaftlichen Bereich, aber auch in anderen Sphären wiederherzustellen“, steht in der Kremlmitteilung.

Allerdings müsse Ankara zusätzliche Maßnahmen treffen, um für die Sicherheit der russischen Bürger zu garantieren.

Zum letzten Mal hatten die Politiker miteinander im November 2015 auf dem G20-Gipfel im türkischen Antalya gesprochen. Wenige Tage nach diesem Treffen hatte ein türkisches Jagdflugzeug über Syrien einen russischen Su-24-Bomber abgeschossen.

Gut sieben Monate nach dem Abschuss, der den Tod des russischen Piloten Oleg Peschkow verursacht hatte, schrieb Erdoğan Putin einen Entschuldigungsbrief. Im Kreml nannte man diese Geste einen wichtigen Schritt für die Wiederherstellung der zwischenstaatlichen Beziehungen. Allerdings betonte der Pressesprecher des russischen Staatschefs, Dmitri Peskow, dass es unmöglich sei, alle Probleme in ein paar Tagen zu lösen.

Trends: # Abschuss der Su24 über Syrien