Russisch-türkische Beziehungen: Erdogan hofft auf ein schnelles Ende der Eiszeit

Russisch-türkische Beziehungen: Erdogan hofft auf ein schnelles Ende der Eiszeit
Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan hat am Montagabend die Hoffnung auf eine schnelle Verbesserung der Beziehungen zu Russland geäußert. Zudem wurde das Verfahren gegen den mutmaßlichen Mörder des Su-24 Piloten wiedereröffnet. Mehr als sieben Monate nach dem Abschuss des russischen Kampfflugzeuges über Syrien zeigt die Türkei Reue.

„Die heutige Situation ist für beide Länder nachteilig. Ich hoffe, dass wir diese Probleme hinter uns bringen und eine schnelle Normalisierung der Beziehungen erzielen können.“

So der türkische Staatschef gegenüber Medienvertretern. 

Zuvor hatte der Sprecher des russischen Präsidenten, Dmitri Peskow, mitgeteilt, dass Recep Tayyip Erdoğan sein Bedauern ausgedrückt und sich für das im vorigen Herbst abgeschossene russische Kampfflugzeug entschuldigt habe:

„Der Präsident der Russischen Föderation, Putin, hat von dem Präsidenten der Türkei, Erdoğan, ein Schreiben bekommen, in dem das türkische Staatsoberhaupt sein Interesse an der Normalisierung der Situation bekundet, die mit dem Verlust des russischen Kampfflugzeuges verbunden ist. Der türkische Staatschef hat in seiner Botschaft der Familie des gefallenen russischen Piloten sein Mitgefühl und tiefstes Beileid ausgesprochen und um Verzeihung gebeten.“

Der türkische Ministerpräsident Binali Yıldırım erklärte seinerseits im Gespräch mit dem Sender TRT, dass Ankara bereit sei, Russland für den im November 2015 abgeschossenen Bomber vom Typ Su-24 zu entschädigen:

„Der Inhalt der Botschaft ist klar. Wir haben unser Bedauern ausgedrückt und sind bei Bedarf bereit, eine Entschädigung zu zahlen. Beide Seiten plädieren für eine Normalisierung der bilateralen Beziehungen. Ich finde, dass alle Zeichen auf eine Verbesserung der Beziehungen stehen.“

Gleichzeitig rollte die türkische Staatsanwaltschaft den Prozess gegen Alparslan Çelik auf, der des Mordes am russischen Piloten Oleg Peschkow verdächtigt wird. Allerdings muss sich der türkische Ultranationalist und Angehörige der Syrischen Turkmenenbrigade vorerst wegen Betrugs und illegalem Waffenbesitz verantworten, nachdem ein Gericht die Anschuldigungen wegen mangelnder Beweise hatte fallen lassen.

Am 24. November 2015 hatte eine türkische F-16 über Syrien einen russischen Su-24-Bomber abgeschossen. Die Piloten konnten sich zwar mit dem Schleudersitz retten, aber einer von ihnen, Oleg Peschkow, wurde vom Boden aus erschossen.

Alparslan Çelik bekannte sich anfangs zur Tat, nahm dann jedoch sein Geständnis zurück: Er habe auf Peschkow nicht geschossen und seinen Leuten das Schießen verboten. Als Kommandeur der Kampfeinheit habe er dann die Verantwortung für den Vorfall übernommen. Alparslan Çelik wurde am 30. März in einem Restaurant in Izmir wegen illegalen Waffenbesitzes verhaftet.

Trends: # Abschuss der Su24 über Syrien