Ex-Oberkommandierender Breedlove: "Russland existenzielle Gefahr für USA und unsere Weltordnung"

Ex-Oberkommandierender Breedlove: "Russland existenzielle Gefahr für USA und unsere Weltordnung"
Der frühere Oberkommandierende des strategischen NATO-Kommandos Europa (SACEUR), Philip Breedlove, hat Russland eine „existenzielle Gefahr“ für die USA, deren Verbündete und die gesamte Weltordnung genannt. Moskau reagierte mit dem Verweis, dass die Dämonisierung Russlands vor allem dazu diene, gegenüber den europäischen Steuerzahlern die Stationierung und Verpflegung von US-Militärs in Europa zu rechtfertigen.

Der ehemalige SACEUR schreibt in seinem Aufsatz "Weitere Schritte der NATO: Wie man mit Russland und anderen Gefahren umgeht“ für das US-Journal Foreign Affairs, er habe nach seinem Amtsantritt im Mai 2013 festgestellt, dass die US- und NATO-Kräfte in Europa trotz ihrer ausgezeichneten Ausrüstung nur schlecht auf moderne Herausforderungen, darunter die „russische Aggression“ und durch die im Nahen Osten und in Nordafrika andauernde Instabilität bedingten Veränderungen, eingestellt seien:

„Die Grundlage jeder beliebigen Strategie in Europa muss die Erkenntnis sein, dass Russland eine dauerhafte existenzielle Gefahr für die Vereinigten Staaten, deren Verbündete und die Weltordnung darstellt. Russland will wieder eine Großmacht werden und hat seine Ambitionen bereits durch simulierte Angriffe auf einen US-Zerstörer in der Ostsee durch seine Kampfflugzeuge sowie durch wiederaufgenommene Flüge strategischer Bomber entlang der US-Küste an den Tag gelegt“, meint der Ex-General. „Mehr noch: Russlands Intervention in Syrien hat den Wunsch Moskaus offenbart, keine Chance ungenutzt zu lassen, um seinen Einfluss im Ausland auszubauen.“

Philip Breedlove zufolge müssten die USA und ihre Verbündeten trotz gewisser Verbesserungen noch mehr tun, um dem hybriden Krieg etwas entgegensetzen zu können, den Moskau im Osten der Ukraine geführt habe. Zu diesem Zweck sollten die USA ihre Präsenz in Europa aufstocken und Russland als eine dauerhafte und globale Gefahr anerkennen.   

Der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Generalmajor Igor Konaschenkow, reagierte auf den Appell des ehemaligen SACEUR Philip Breedlove mit den Worten:

„Das Ziel all dieser Demarchen ist es, die Steuerzahler der NATO-Länder davon zu überzeugen, ihr Geld für Stationierung und Verpflegung von vor allem US-Militärs in Europa lockerer auszugeben.“

Konaschenkow wies auch darauf hin, dass die Zahl der „russophoben Aufrufe von Politik-Rentnern“ im Westen im Vorfeld des NATO-Gipfels in Warschau am 8. Juli nur zunehmen wird.

Philip Breedlove war vom Amt des Oberkommandierenden des strategischen NATO-Kommandos Europa im Mai nach 39 Jahren Armeedienst zurückgetreten und wurde vom US-General Curtis Scaparrotti abgelöst. Medienberichten zufolge soll insbesondere Breedlove hinter der Verstärkung der Ostflanke der NATO, darunter der Aufstockung von Personal und Gerät im Baltikum und in Osteuropa, gestanden haben.