IAAF: Russische Leichtathleten nicht zu den Olympischen Spielen 2016 in Rio zugelassen

IAAF: Russische Leichtathleten nicht zu den Olympischen Spielen 2016 in Rio zugelassen
Der Leichtathletik-Weltverband IAAF hat die vorläufige Suspendierung der russischen Leichtathletikföderation ARAF nicht aufgehoben. Grund dafür sei das massenhafte Doping des russischen Leichtathletik-Teams. Infolgedessen werden sie von den Olympischen Spielen in Rio und den Leichtathletik-Europameisterschaften in Amsterdam ausgeschlossen.

Die offizielle Erklärung des Leichtathletik-Weltverbandes wurde auf der Pressekonferenz nach der Sitzung des IAAF-Rates bekannt gegeben:

"Die Russische Leichtathletikföderation hat die Bedingungen für die Wiedereinsetzung nicht erfüllt".

Die Suspendierung wurde von dem IAAF-Rat einstimmig verlängert.

Der russische Sportminister, Witali Mutko, kommentierte die Situation gegenüber der Nachrichtenagentur R-Sport wie folgt:

"Wir sind enttäuscht. Unseres Erachtens wurde eine große Arbeit erbracht. Aber wie Sie sehen, wurden leider die Menschen, die ehrlich gearbeitet haben, selbst von dem Verband nicht verteidigt, der dazu verpflichtet ist. Statt Schuldige wurden Unschuldige bestraft. Wir hoffen, dass das IOK es korrigieren kann. Wir werden das bis zuletzt erhoffen.

Den ausführlicheren offiziellen Standpunkt der russischen Sportbehörde zur Verlängerung der Suspendierung veröffentlichte wenige Minuten nach der IAAF-Entscheidung die Beraterin des russischen Sportministers im Bereich Doping-Bekämpfung, Natalia Zhelanowa, auf ihrem Twitter-Profil.

Ob die russische Auswahl zu Olympia 2016 überhaupt zugelassen wird oder einzelne Sportler doch unter der russischen Flagge werden antreten dürfen, muss aber das Internationale Olympische Komitee IOK am 21. Juni entscheiden. Dabei ist die Organisation auch berechtigt, die Sperre der russischen Leichtathleten zu revidieren.

Die russische Stabhochspringerin und doppelte Olympiasiegerin, Jelena Issinbajewa, äußerte die Absicht, vor einem internationalen Gericht zu beweisen, dass die Entscheidung vom IAAF gegen die Menschenrechte verstößt, weil sie eine Diskriminierung nach Nationalität sei.

Im IAAF-Pressezentrum verfolgte die Abstimmung auch Hajo Seppelt, deutscher Enthüllungsjournalist und Reporter, der sich seit mehr als 17 Jahren mit dem Thema Doping im Spitzensport befasst.