Schwedischer Verteidigungsminister: Russisches U-Boot war in Wirklichkeit ein 'schwedisches Objekt'

Schwedischer Verteidigungsminister: Russisches U-Boot war in Wirklichkeit ein 'schwedisches Objekt'
Ein Sonarsignal, das das schwedische Militär im Jahre 2014 für einen "definitiven Beweis" für die Präsenz eines russischen U-Boots vor Stockholm hielt, wurde nun als „schwedisches Objekt“ identifiziert, so der Verteidigungsminister des Landes, Peter Hultqvist.

Quelle: Ruptly

Peter Hultqvist sagte im Sveriges Radio, dass er nicht auf die Einzelheiten über die Herkunft des Signals eingehen werde. Jedoch kann er bekanntgeben, dass sich die Einschätzung über die Herkunft des Signals nun geändert hat. Somit handelt es sich doch nicht um ein ausländisches, vermutlich russisches U-Boot. Vielmehr ist es ein "schwedisches Objekt".

Schon im Jahre 2015 hat eine Untersuchungskommission zugegeben, dass es sich bei dem beobachteten Objekt nicht um ein ausländisches U-Boot, sondern lediglich um ein schwedisches "Arbeitsschiff" gehandelt hatte. Nun ist auch der schwedische Verteidigungsminister nach zwei Jahren zurückgerudert. 

Im Oktober 2014 wurden vor der Küste Stockholms Funksprüche auf Russisch über eine Frequenz abgefangen, welche sonst nur von Russland genutzt wird. Der Funkspruch sollte angeblich nach Kaliningrad gegangen sein. Dort befindet sich der Stützpunkt der russischen Baltikum-Flotte. Kurze Zeit später berichteten schwedische Medien, dass ein mysteriöses Unterwasserobjekt gesichtet worden wäre.

Die schwedische Korvette HMS Visby auf der bisher erfolglosen Suche nach russischen Trolls in den Fjorden um Stockholm.

Man spekulierte in Schweden, dass es sich hierbei um ein russisches U-Boot handeln soll. Der amerikanische US-Experte Paul Schwartz vom Center for Strategic International Studies (CSIS) in Washington gab dem schwedischen "Svenska Dagbladet" gegenüber an, dass die Russen wahrscheinlich eine neue U-Boot-Technologie testen. Seinen Angaben nach soll es sich dabei um U-Boote der Lada-Klasse handeln, die vor der Küste des technisch hochgerüsteten Schweden angeblich getestet werden sollen.

Die schwedische Marine suchte im größten Einsatz seit dem Ende des Kalten Krieges nach dem vermeintlichen U-Boot. Man ging von einer "sehr glaubhaften Quelle" aus, so das schwedische Militär. 

Der Vorfall wurde als Argument genutzt, die Militärausgaben um rund 600 Millionen Euro zu erhöhen. Es wurden vor allem neue U-Boote, Kampfflugzeuge und eine Truppe auf der strategisch wichtigen Insel Gotland finanziert.