Assange bei Medienforum in Russland: Google in Clinton-Wahlkampagne eingebunden

Assange bei Medienforum in Russland: Google in Clinton-Wahlkampagne eingebunden
In der Ansprache bei dem internationalen Medienforum “Neue Ära des Journalismus: Abschied vom Mainstream“ hat Julian Assange behauptet, etwa 80 Prozent des NSA-Etats seien in Privatbesitz. Außerdem sei Google an der Tätigkeit des Weißen Hauses und der Wahlkampagne von Hillary Clinton mitbeteiligt. Google habe zudem Kapazitäten, um den weltweiten Informationsfluss zu kontrollieren.

NSA-Etat

Bis zu 80 Prozent des Etats der US-amerikanischen Nationalen Sicherheitsbehörde (NSA) seien in Privathand, was die Verschmelzung von Washington und Unternehmensorganisationen demonstriere, sagte der WikiLeaks-Gründer, Julian Assange.

“Es gibt eine Verschmelzung von Unternehmensorganisationen und dem Staat. 80 Prozent des NSA-Etats sind privatisiert“, sagte Assange im Video-Auftritt auf dem von der Mediengruppe Rossiya Segodnya veranstalteten internationalen Forum “Neue Ära des Journalismus: Abschied von Mainstream“ und betonte, dass die überwiegende Mehrheit der Geldmittel in den Etat von Privatunternehmen eingebracht würden.

“[Die NSA] ist der Kern des US-amerikanischen 'tiefen Staates'. Die Regierung und die Korporationen sind miteinander integriert“, betonte Assange.

Google

Der US-amerikanische Hitech-Riese Google sei mit dem US-Establishment stark integriert und Verbündeter bei der einheimischen Exceptionalism-Kampagne, fuhr der Gründer der weltbekannten Enthüllungsplattform fort.

Kein Ponyhof: Der

„Google ist stark mit der Macht in Washington integriert, auf der persönlichen Ebene sowie auf der Geschäftsebene. … Google, dessen Kontrolle über die Vertriebskanäle steigt, verbindet sich intensiv mit der US-amerikanischen Exceptionalism-Kampagne.

Dem Whistleblower zufolge sei Google eine “traditionelle US-Staatsmacht” geworden, und es sei daran erinnert, dass sein früherer CEO, Eric Schmidt, jetzt der Chef des Beirats für Innovationen im Verteidigungsbereich beim Pentagon sei.

“Google unterstützt direkt die Kampagne von Hillary Clinton‘, behauptete Assange und fügte hinzu, dass das Unternehmen das US-amerikanische Außenministerium ausgenutzt hätte, es ist quid pro quo (Gegenzug für eine Leistung)”.

Der Whistleblower nannte Hillary Clinton ein Problem für die Redefreiheit in den USA:

„Natürlich wird sie, sobald sie an die Macht kommt, ein Problem für die Redefreiheit sein“.

Er fügte hinzu, dass Clinton eine vorhersagbare Politikerin sei, im Unterschied zu ihrem Republikaner-Rivalen, Donald Trump:

„Wir wissen, was sie vorhat. Und sie machte eine Grafik für die Zerstörung Libyens, sie war in den Prozess involviert, als die libyschen Waffen genommen und nach Syrien geschickt wurden“.

“Es [Google] zeigt den Willen, es auf verschiedenen Ebenen zu verwenden. Es wird unvermeidbar sein Auditorium beeinflussen“, sagte Assange und wies darauf hin, dass Google seine Startseite benutzt hatte, um „den Aufruf von (Außenminister) John Kerry zum Bombenanschlag in Syrien 2013 voranzubringen“, und „sich mit Al Jazeera  verschworen hatte, um syrische Überläufer zu ermutigen“.

Darüber hinaus betrachte der Medien-Riese Google China als einen Herausforderer, weil es eng mit den Vereinigten Staaten verbündet sei, fuhr Assange fort und betonte:

„Ich sehe, wie Google China verlassen hat. Es scheint viel mehr mit dem Gefühl von Google zu tun zu haben, dass es ein Teil der 'Familie Amerika' ist, sowie damit, dass es China entgegensteht“.

Abschließend sagte Assange, dass China für den früheren CEO von Google, Eric Schmidt, „ein Rivale, ein Feind“ sei. Laut ihm fühle sich auch Washington durch China bedroht:

„Google ist ein Unternehmen, das intensiv auf Washington, D.C. ausgerichtet ist“.