Frankreich übergibt am 2. Juni einst für Russland produzierten Hubschrauberträger Mistral an Ägypten

Frankreich übergibt am 2. Juni einst für Russland produzierten Hubschrauberträger Mistral an Ägypten
Eine Delegation der ägyptischen Marine ist am heutigen Mittwoch nach Paris geflogen, um an der feierlichen Übergabe eines der beiden Mistral-Hubschrauberträger teilzunehmen. Frankreich hatte ursprünglich den Hubschrauberträger im Auftrag Russlands gebaut, musste diesen Deal aber im Zuge der Russland-Sanktionen aufkündigen und verkaufte den Mistral in Folge an Ägypten.

Der Zeremonie im westfranzösischen Saint-Nazaire werden voraussichtlich die Verteidigungsminister Frankreich und Ägyptens beiwohnen. Auf dem Kriegsschiff, das nach dem legendären Präsidenten Gamal Abdel Nasser benannt ist, soll die ägyptische Flagge gehisst werden. Einige Tage später wird der Hubschrauberträger die Hafenstadt an der Loiremündung verlassen und Kurs auf Nordafrika nehmen. Im September wird ihm das zweite Mistral-Schiff folgen, das den Namen von Anwar as-Sadat trägt.

Ursprünglich sollte Paris die beiden Hubschrauberträger an Moskau liefern. Nach dem Ausbruch der Ukraine-Krise weigerte sich Frankreich aber, die Kriegsschiffe an Russland zu übergeben. Das Rüstungsgeschäft war 2011 für 1,2 Milliarden Euro vereinbart worden. Nach dem Stopp des Deals hatten sich die Parteien auf eine Rückzahlung geeinigt. Paris erstattete 949,7 Millionen Euro zurück und überwies weitere 56,7 Millionen Euro, um für die Ausbildung des russischen Personals aufzukommen.

Der Deal war zwar anfangs dem Westen akzeptiert worden, dann aber nahm der Druck auf Paris zu, bis es schließlich die Auslieferung stoppen musste. Laut Vereinbarung mit Russland durfte Frankreich die Schiffe weiterverkaufen. Neben Ägypten verhandelte man auch mit Singapur, Indien und Kanada.

Die 199 Meter langen Kriegsschiffe der Mistral-Klasse stellen schwimmende Kommandozentralen dar und eignen sich zum Transport von Personal und Ausrüstung. An Bord der ursprünglich von Russland bestellten Modelle gibt es sechs Startplätze für 30 Hubschrauber. Dort können auch 60 Fahrzeuge, 700 Soldaten und 200 Tonnen Munition untergebracht werden.