Zwischenfall über Japanischem Meer: Lufthansa-Jet muss nicht-identifiziertem Flugzeug ausweichen

Zwischenfall  über Japanischem Meer: Lufthansa-Jet muss nicht-identifiziertem Flugzeug ausweichen
Wieder hat sich ein unbekanntes Flugzeug über dem Japanischen Meer gefährlich an eine Passagiermaschine angenähert. Es handelt sich dabei um den dritten Vorfall im Laufe von nur einer Woche, bei dem nicht identifizierbare Jets den Höhenbereich des regulären zivilen Luftverkehrs nutzten. In der Region tauchen regelmäßig US-Spionageflugzeuge mit abgeschalteten Transpondern auf.

Wie Interfax unter Berufung auf eine mit der Situation vertrauten Quelle mitteilte, ereignete sich der Vorfall am 25. Mai. Erneut über den neutralen Gewässern des Japanischen Meeres – und im Verantwortungsbereich der russischen Flugsicherung.

 „Die russischen Fluglotsen mussten die Flughöhe der Lufthansa-Maschine, die aus Tokio nach München unterwegs war, um fast 400 Meter ändern, weil ein unbekannter Jet gefährlich nah herangeflogen war“, so die Quelle.

Passagiermaschinen nicht zum ersten Mal in Gefahr

Am 22. Mai verhinderten russische Fluglotsen eine Kollision von drei Maschinen über den neutralen Gewässern des Japanischen Meeres in einer Höhe von etwa 11.000 Metern. Ein nicht identifizierter Jet flog zwei Flugzeuge von großen europäischen Fluggesellschaften auf eine gefährliche Weise an und reagierte nicht auf Kontaktversuche, hatte zuvor Interfax unter Berufung auf eine informierte Quelle gemeldet. Die Fluglotsen mussten deswegen die Flugroute einer Boeing-777 der holländischen Fluggesellschaft KLM sofort ändern. Auf Anfrage der Nachrichtenagentur RIA Nowosti wurde aber dieser Zwischenfall durch die  niederländische Luftfahrtgesellschaft weder bestätigt noch dementiert.

Spionageversion der Dash 8

Die Crew der anderen Maschine, der Fluggesellschaft SWISS, die aus Japan in die Schweiz flog, berichtete sogar von einem „Blickkontakt mit einem großen viermotorigen Flieger, der in unmittelbarer Nähe zu ihrem Flugzeug war“ und keine Erkennungssignale ausstrahlte. Die Flughöhe des schweizerischen Jets musste durch die Flugsicherung geändert werden.

US-amerikanisches RC-135-Aufklärungsflugzeug über dem Japanischen Meer

Am 23. Mai lokalisierte die russische Flugabwehr einen US-Aufklärungsjet vom Typ RC-135 nahe der russischen Grenze über dem Japanischen Meer. Der Militärattaché der amerikanischen Botschaft wurde vom russischen Verteidigungsministerium einbestellt.

Der Vertreter des Regionalkommandos der US-Truppen im Pazifischen Raum und dem Indischen Ozean (PACOM), Dave Benham, sagte gegenüber der Nachrichtenagentur Interfax, dass das Flugzeug eine routinemäßige Aufklärungsmission unter Einhaltung aller Sicherheitsregeln erfüllte. Seinen Worten zufolge erfolgte die Mission sicher und professionell, im Einklang mit dem internationalen Recht und ohne Zwischenfälle.

Laut den Angaben der russischen Militärs flog der US-Jet mit abgeschaltetem Transponder. Außerdem wurden die lokalen Fluglotsen von der Route nicht informiert. Dabei nutzte die Maschine den Höhenbereich des regulären zivilen Luftverkehrs.

„Als Ergebnis der unprofessionellen Handlungen der US-Crew entstand eine Kollisionsgefahr für die Flugzeuge der zivilen Luftfahrtgesellschaften“,  teilte die Behörde mit.

Das Verteidigungsministerium wies auf die Notwendigkeit hin Maßnahmen zu ergreifen, damit solche Situationen bei Flügen von US-amerikanischen Aufklärungsflugzeugen nahe den russischen Grenzen ausgeschlossen werden.

Provokative Aktivitäten an den russischen Luftgrenzen nehmen zu

In der letzten Zeit wurde von immer mehreren Vorfällen in der Luft berichtet, an denen US-amerikanische Maschinen beteiligt sind.

Am 15. Mai 2016 flog ein Kampf-Transport-Aufklärungsjet vom Typ RC-135V über der Ostsee an die Küste im russischen Kaliningrader Gebiet rasch heran.

Ende April passierte ein ähnlicher Vorfall an der Küste der Halbinsel Kamtschatka, als ein MiG-31-Jagdflieger zum Abfang eines US-amerikanischen Seefernaufklärungs- und U-Boot-Jagdflugzeuges vom Typ P-8 Poseidon in die Luft steigen musste.

Im Januar wurde ein US-amerikanisches Aufklärungsflugzeug von einem russischen Kampfjet über dem Schwarzen Meer abgefangen.

Das Pentagon bezeichnete die Handlungen der Militärs an der Kamtschatka als „unsicher und unprofessionell“, worauf das russische Außenministerium antwortete, dass die Piloten alle internationalen Luftraumnutzungsvorschriften einhielten. Nach dem Vorfall über der Ostsee veröffentlichte das russische Außenministerium einen offiziellen Aufruf dazu, dass die US-Überwachungsflugzeuge sich den russischen Grenzen nicht nähern oder wenigstens ihre Transponder eingeschaltet lassen sollen.