Wie euronews Desinformation und verzerrte Nachrichten über Russland verbreitet

Wie euronews Desinformation und verzerrte Nachrichten über Russland verbreitet
Die stark verdrehte und voreingenommene, westliche mediale Berichterstattung über Russland ist nichts Neues. Doch nur wenige betreiben es so offensichtlich wie euronews in dieser Woche.

Fake-Konten sind Teil der sozialen Medien, wobei einige nur wenig Aufmerksamkeit erregen und andere sehr beliebt sind: Eine gefälschte Twitter-Seite, die dem amerikanischen Schauspieler Bill Murray „gewidmet“ ist, zählt eine halbe Million Follower, während die Facebook Beiträge von „Keanu Reeves“ sich viral verbreiten, obwohl der Hollywood-Star klarstellte , dass er den Dienst nicht verwendet.

Der „gewöhnliche User“ kann durchaus auf derlei Streiche hereinfallen, aber der Standard für Journalisten ist ein anderer. Vor allem, wenn der angestrebte Schaden so offensichtlich ist. Von daher fällt es schwer zu glauben, dass eine erfahrene Organisation wie euronews, tatsächlich glaubte, dass der Twitter Account „@SovietSergey“ wirklich Sergej Lawrow, dem Außenminister Russlands, zuzuordnen ist.

Die Tatsache, dass „Sowjet(-union)“ Teil des Benutzernamens ist, sollte eigentlich schon ausreichen, um festzustellen, dass es sich nicht um dieselbe Person handelt, der explizite Verweis auf der Seite selbst „NICHT der Außenminister der Russischen Föderation“, räumt jedoch auch letzte Zweifel aus.

In einem weiteren Beispiel dafür, wie sowohl staatliche als auch private westliche Medien weiterhin durch ihre Berichterstattung das Russlandbild verzerren, hat euronews einen Tweet dieser Quelle in einen Artikel eingefügt. Es ging um die Abstimmung einer italienischen Region darüber, ob Rom dazu aufgefordert werden solle, die Russlandsanktionen aufzuheben.

Statt einer fairen Berichterstattung über die demokratische Wahl in der Region Venetien, versuchte euronews die gewählten Vertreter durch das Einbetten der gefälschten Lawrow-Kommentare in das, was eigentlich ein ernsthafter Nachrichtenbeitrag sein sollte, zu verunglimpfen. Sie konnten darüber hinaus auch nicht widerstehen, einen Tweet, der den russischen Diplomaten als eine Art James Bond-Bösewicht, der sich aus der Ferne einmischt, darstellt, zu verwenden. Übrigens erschienen die Fälschungen in der russisch-sprachigen Version nicht.

Die Gefahr durch Fehlinformation

Dies war das zweite Mal in einer Woche, dass euronews in flagranti bei der Verbreitung grober Fehlinformationen über Russland ertappt wurde. In einem Bericht über den Eurovision Song Contest, hatte ihr Korrespondent, Robert Hackwill, behauptet, dass Stalin „im Jahr 1944 mehr als zwei Millionen (Krimtataren) Männer, Frauen und Kinder deportiert hätte“. Das ist völlig falsch. Die tatsächliche Zahl beläuft sich vielmehr auf 200.000. Hackwill behauptete zudem auch, dass fast eine Million Tataren während des Transports gestorben seien.

Laut dem Informationsdienst RFE/RL, der durch die US-amerikanische Regierung finanziert wird, sind 7.889 Menschen während der Deportationen zu Tode gekommen. Jeder einzelne dieser Todesfälle ist sehr bedauerlich, aber die Zahl sehr weit von 1 Million entfernt.

Interessanterweise hat, während der englischsprachige Service manipulierte Zahlen verbreitete, die russischsprachige euronews-Seite wieder einmal sorgfältiger gearbeitet, und die richtige Zahl von 200.000 veröffentlicht. Man kann davon ausgehen, dass die Redakteure wussten, dass das russischsprachige Publikum mit der realen Geschichte vertraut ist, und solch einer Desinformation keinen Glauben schenken würde.

Das Eintreten für Fakten

Das russische Außenministerium hat die euronews-Desinformationskampagne nicht klaglos hingenommen. Im Wesentlichen wirft es der englischsprachigen Webseite die Boulevardisierung von Nachrichten vor.

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„Sergej Lawrow hat keinen Twitter-Account. Die russischsprachige Webseite hat den Schwindel offensichtlich nicht veröffentlicht. [...] Das ist nicht einmal Propaganda, das ist Desinformation. […] Das mögliche Ziel war, eine falsche Quelle zu fördern“, sagte die Sprecherin, Maria Sacharowa.

Sacharowa fuhr fort:

„Ich dachte erst, dass eine solche Politik, des Fernsehkanals in englischer Sprache, gegen die russische Seite gerichtet war. Aber es gibt keinen Zweifel daran, dass es ein Schlag von innen gegen euronews selbst war, um die Aktivitäten dieser Medienkanäle zu diskreditieren. […] Was soll der englischsprachige Dienst der Website des TV-Senders auch sonst tun, um die Aufmerksamkeit ihrer Führung auf sich zu lenken?“

In der Vergangenheit warfen staatlich-finanzierte, westliche Journalisten und Think-Tanks Russland vor, „Informationen als Waffe zu gebrauchen“ und „Desinformationen“ zu verbreiten. In der Tat hat die EU sogar eine kaum beachtete „Desinformationsbewertung“ in Auftrag gegeben, die ausschließlich gegen Russland gerichtet ist.

Dennoch scheinen die westlichen Medien und Regierungen völlig unbeteiligt, wenn Verzerrungen von Kanälen, die sie finanzieren, gegen Russland gerichtet sind. Die anti-russischen Schmierereien und Unwahrheiten lassen ernste Zweifel bezüglich der Mission und der Integrität der Organisation aufkommen.

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