15 Jahre 9/11: FBI hat 80.000 Akten über mögliche Saudi-Verbindungen zum 11. September

15 Jahre 9/11: FBI hat 80.000 Akten über mögliche Saudi-Verbindungen zum 11. September
Das FBI ist im Besitz von 80.000 Dateien, die Aufschluss über Details möglicher Unterstützung der Flugzeugentführer des 11. Septembers durch eine saudische Familie geben. Das geht aus einen neuen Bericht hervor, der in den USA vorliegt. Ein ehemaliges Mitglied der 9/11-Kommission bestätigte, dass es eine starke Verbindung zwischen den Saudis und den Terroranschlägen gibt.

Die FBI-Akten stehen im Bezug zu einer Untersuchung gegen eine saudische Familie, die in Sarasota, Florida lebte und etwa zwei Wochen vor 9/11 „plötzlich verschwand“, berichtet die Daily Beast. Eines der wenigen veröffentlichten Dokumente zeigt, dass die Untersuchung „viele Verbindungen“offenbart zwischen einem Familienmitglied und „Personen, die mit den Terroranschlägen in Verbindung gebracht werden“.

Bemerkenswert ist, dass die Einzelheiten der Untersuchung, die im April 2002 eingeleitet wurde, nie dem Ausschuss zur Untersuchung der Anschläge zur Verfügung gestellt wurden. Das geht aus der Aussage des ehemaligen Senators Bob Graham aus Florida hervor, der in die Ermittlung involviert war.

Nachdem Journalisten Klage einreichten, um Zugang zu den Dokumenten zu erhalten, und erst nachdem Graham bezeugte, dass sie existieren, hat das Justizministerium 35 Seiten der Akten veröffentlicht. Allein diese Seiten, die an vielen Stellen geschwärzt sind, haben die „viele Verbindungen“ enthüllt.

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Der Vorsitzende Richter glaubte jedoch, es könnte mehr dahinterstecken, und ordnete eine weitere Untersuchung an. Das Ergebnis bestand in über 80.000 Akten aus der Außenstelle des FBI in Tampa, die im Zusammenhang mit der Untersuchung von 9/11 stehen. Ein Bundesrichter prüft nun, ob sie freigegeben werden sollen.

Das FBI, für seinen Teil, behauptet, als die Untersuchung gegen die Saudi-Familie eröffnet wurde, schlussendlich bewiesen wurde, dass es keine Verbindungen zu den 9/11 Entführern gab. Rechtsanwälte und Journalisten, die den Fall zu untersuchen, behaupten allerdings dem Daily Beast gegenüber, das genau das nicht der Fall sei.

Sie gaben an, dass eine vertrauliche Anti-Terror-Quelle sie über die Untersuchung informiert und aufgedeckt hätte, dass ein- und ausgehende Telefonanrufe aus dem Haus der Saudi-Familie mit den Entführern stattgefunden hätten.

Sie behaupten weiter, dass die Besucherprotokolle der „Gated Community“, dem geschlossenen Wohnkomplex mit bewachtem Zugang, in der die Familie lebte, zeigt, dass einer der Rädelsführer des 11. September, Mohamed Atta, zusammen mit Ziad Jarrah, einem anderen Entführer, das Haus besuchte hätte.

Laut dem ehemaligen Senator Graham wurden die angeblichen Kontakte zwischen der Familie und drei Entführer vom FBI dokumentiert. Die Obama-Regierung steht währenddessen unter starkem Druck, 28 Seiten des Berichts zum 11. September freizugeben.

Angeblich zeigen diese Verbindungen zwischen den Anschlägen und Saudi Arabien auf. Das Weiße Haus prüft derzeit die Akten. Eine Entscheidung wird im Juni erwartet. Ein früheres Mitglied der 9/11 Kommission, der Republikaner John Lehman, sagte am Mittwoch, er glaube, dass erhebliche Beweise dafür vorliegen, dass saudische Regierungsmitarbeiter bei der Durchführung der Angriffe geholfen hätten.

„Eine ganze Menge Saudis haben geholfen, die Entführer zu unterstützen und einige dieser Leute haben für die saudische Regierung gearbeitet“, sagte er dem Guardian. „Unser Bericht sollte nie als Entlastung von Saudi-Arabien gelesen werden.“

Lehman wiedersprach auch einer Aussage vom ehemaligen Vorsitzenden und stellvertretenden Vorsitzenden der 9/11-Kommission, in der es hieß, nur ein saudischer Regierungsmitarbeiter sei im Zuge seiner Untersuchung „verwickelt“ gewesen. Der Guardian schrieb unter Berufung auf Lehmann, dass mindestens fünf Personen „dringend verdächtigt“ würden, beteiligt zu sein.

„Sie dürften nicht angeklagt werden, aber sie waren mit Sicherheit darin verwickelt“, sagte er.

Lehman half Graham dabei, die Obama-Regierung dazu zu drängen, die 28 geheimen Seiten zu veröffentlichen. In einer Kolumne für die Washington Post gab Graham an, die Dokumente seien für das amerikanische Volk hilfreich, um Fragen zu klären, wie etwa, ob die Entführer das Attentat auch auf eigene Faust hätten durchführen können - ohne Englisch zu können, mit nur wenig Bildung und ohne je vorher in den USA gewesen zu sein.