Wegen Putin-Zitat? - Ankara bestätigt Sperrung der russischen Nachrichtenagentur Sputnik

Wegen Putin-Zitat? - Ankara bestätigt Sperrung der russischen Nachrichtenagentur Sputnik
Die türkische Behörde für Verbindung und Telekommunikation hat bestätigt, die Webseite der russischen Nachrichtenagentur „Sputnik“ gesperrt zu haben. Hintergrund sollen Aussagen des russischen Präsidenten Wladimir Putins zum Verhältnis zwischen Russland und der Türkei sein, die auf der türkischsprachigen Webseite von Sputnik publiziert worden waren.

„Heute Morgen hat man uns die Sperre der Webseite bestätigt. Wie der Sprecher der türkischen Behörde für Verbindung und Telekommunikation uns gesagt hat, brauche die Behörde laut Gesetz niemanden über die Seitensperre im Voraus zu benachrichtigen. Um detaillierte Informationen zu erhalten, müsse man an sie eine offizielle Anfrage richten, womit wir uns gerade beschäftigen“, teilte der Chefredakteur von „Sputnik“, Tural Kerimow, gegenüber RIA Nowosti mit.  

Zuvor wollte die türkische Telekommunikationsbehörde die Sperre der Webseite von „Sputnik“ nicht kommentieren. Tural Kerimow zufolge hatte die Agentur weder vor noch nach der Zwangsschließung eine Benachrichtigung von den türkischen Behörden bekommen.          

Gestern Abend hatte die Leserschaft begonnen, sich über Probleme beim Zugriff auf die Inhalte zu beschweren. Beim Versuch die türkischsprachige „Sputnik“-Webseite abzurufen, taucht auf dem Bildschirm die Meldung auf:  

„Der Zugriff auf die Webseite der Nachrichtenagentur ʻSputnikʼ in der Türkei ist auf Mobilgeräten und Rechnern ohne VPN gesperrt.“

Bei dem Versuch, die Webseite der Agentur anzuklicken wurde der Hinweis eingeblendet:

„Nach einer technischen Überprüfung und einem rechtlichen Gutachten hat die Behörde für Verbindung und Telekommunikation am 14.04.2016 gemäß Gesetz Nr. 5651 den Beschluss Nr. 490.05.01.2016.-56092 gefasst, Ordnungsmaßnahmen gegen diese Webseite [sputniknews.com] zu ergreifen.“

Laut dem Leiter des Auswärtigen Ausschusses des Föderationsrates, Konstantin Kossatschow, soll die türkischsprachige Sputniknews-Webseite wegen der Äußerung des russischen Präsidenten Waldimir Putin zum freundschaftlichen Verhältnis gegenüber der Türkei bei seiner TV-Fragestunde am Donnerstag gesperrt worden sein. Ein offizielle Begründung von türkischer Seite steht noch aus. 

Das Zitat von Putin lautete: 

"Mit unseren Nachbarn haben wir im Großen und Ganzen ganz gute Beziehungen und das selbe gilt für die Türkei. Wir halten die Türkei für unseren Freund und das türkische Volk für ein freundliches Volk, mit dem wir zweifellos ganz gute nachbarschaftliche Beziehungen aufbauen werden. Wir haben Probleme mit manchen Politikern, deren Benehmen wir für inadäquat halten und entsprechend darauf reagieren. Aber wir arbeiten ruhig und nicht ruckartig und wie Sie sehen auf einer Linie, bei der wir auf unfreundliche Handlungen gegenüber Russland reagieren, auf die man unbedingt reagieren muss, sonst würden sie es missbrauchen, und das kennen wir aus unserer jüngsten Geschichte und man darf nicht zulassen, dass es dahin zurückkommt und das werden wir nicht. Aber unter Berücksichtigung unserer Interessen werden wir natürlich Beziehungen mit allen unseren Partnern entwickeln, natürlich auch mit unseren Nachbarn."