'Aggressiver simulierter Angriff': Pentagon beklagt sich über russische Kampfjets über der Ostsee

'Aggressiver simulierter Angriff': Pentagon beklagt sich über russische Kampfjets über der Ostsee
Die Kunstflug-Fähigkeiten von russischen Piloten über dem US-Zerstörer Donald Cook in der Ostsee haben das Pentagon und andere US-Beamte so erschreckt, dass sie sogar in Washington in Deckung gingen. Sie beklagen sich über "aggressive Nah-Interaktionen" mit russischen Kampfjets.

Die US-Navy veröffentlichte Fotos und Videoaufnahmen, die russische Kampfjets über der Ostsee zeigen. Die Maschinen sollen in nächster Nähe eines amerikanischen Zerstörers geflogen sein.

Das Pentagon nutzt die Situation, um die angebliche Aggressivität russischer Militärs zu belegen. Die russischen Maschinen haben am Montag und Dienstag mehrfach "aggressive Flugmanöver in unmittelbarer Nähe des Schiffes" geflogen.

Die Vorfälle fanden statt, als das US-Schiff, das vom Hafen der polnischen Stadt Gdynia kam, Übungen mit seinem NATO-Partner Polen in der Ostsee durchführte. Die russischen Tiefflüge am Nachmittag führten dazu, dass die Übungen mit polnischen Militärhubschraubern kurz ausgesetzt werden mussten.

Die USS Donald Cook befand sich etwa 70 km von einer russischen Marinebasis entfernt, als die Su-24 Jets vorbeiflogen, so der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Generalmajor Igor Konaschenkow.

"Am 13. April nahmen die Piloten der Su-24 Flugzeuge der russischen Luftwaffe an einer Trainingsübung über internationalen Gewässern in der Ostsee teil. Ihre Route führte sie in einen Bereich, wo sich auch die USS Donald Cook befand, etwa 70 km vor einer russischen Marinebasis," sagte er gegenüber TASS.

Konaschenkow fügte hinzu, dass alle Flüge der russischen Luftwaffe alle internationale Regeln strikt befolgen, wenn sie über neutralen Gewässern fliegen.

Am nächsten Tag soll Russland für Besorgnis unter den US-Matrosen verursacht haben, als ein russischer Helix KA-27 Hubschrauber in internationalen Gewässern siebenmal in geringer Höhe über das Schiff flog. Etwa 40 Minuten später haben zwei russische SU-24 angeblich weitere elf "Annäherungen im Nahbereich auf niedriger Höhe" über dem Schiff vollzogen.

"Das russische Flugzeug flog in einem simulierten Angriff und reagierte wiederholt nicht auf Sicherheitshinweise auf Englisch und Russisch. Der Kommandant der USS Donald Cook hielt mehrere dieser Manöver für unsicher und unprofessionell," so die US-Navy.

Den Videos nach urteilen, waren die US-Matrosen von der Akrobatik der russischen Piloten verblüfft. Sie versammelten sich an Deck, um ihnen zuzuschauen. Der Kommentar während des Videos klingt nach einer Anleitung zu Manövern über offenen Gewässern, als nach der Panik, die das Zentralkommando unterstellt. Jedenfalls sieht man keinen der Matrosen in Deckung rennen.

Auch dass die Jets unbewaffnet waren, trug zur entspannten Atmosphäre auf dem Deck bei. Dennoch wurde auf Defensenews von erhöhter Aggresivität berichtet. "Das war aggressiver als alles, was wir seit einiger Zeit gesehen haben", wird ein höherer Beamter zitiert, der anonym bleiben möchte.

Die russischen Überflüge lösten jedoch Panik in Washington aus. Der Sprecher des Weißen Hauses, Josh Earnest, nannte die Aktionen der russischen Piloten "provokant" und "mit professionellen Normen der Streitkräfte unvereinbar."


"Wie ich höre, sind die Russen machen wieder ihre alten Tricks in EUCOM [US European Command] AOR [Verantwortungsbereich]," sagte Oberst Steve Warren, der Sprecher von Operation Inherent Resolve, während eines Briefings am Mittwoch. Er fügte hinzu, dass die USA "wegen dieses Verhaltens besorgt sind."


In der Zwischenzeit dankte Konteradmiral John Richardson, der Chef der Marineoperationen, der US-Besatzung via Facebook dafür, dass sie während der Stress-Situation ihre Ruhe bewahrten.