Obama: „Mein größter Fehler als Präsident - Ich hatte kein Konzept für Libyen nach Regimewechsel"

Obama: „Mein größter Fehler als Präsident - Ich hatte kein Konzept für Libyen nach Regimewechsel"
Gegenüber US-Medien gestand Barack Obama, was er für den größten Fehler in seinen acht Jahren im Weißen Haus hält. Die fehlende Planung für die Zeit nach der von den USA geführten Militärintervention in Libyen, sei sein "schlimmster Fehler" gewesen, so der Präsident im Interview mit Fox-News.

US-amerikanische F-16 startet vom Flughafen Valletta in Malta zur Bomben-Mission in Libyen.

Als er während einer kurzen Vorbereitung auf ein Interview mit „Fox News Sunday“ nach seinem „schlimmsten Fehler“ als Präsident gefragt wurde, antwortete der Staatschef: „Wahrscheinlich die versäumte Planung für den Tag nach der Intervention in Libyen, von der ich immer noch meine, dass sie richtig war.“

Vor einem Monat hatte Barack Obama zugegeben, dass in Libyen seit dem Sturz von Muammar al-Gaddafi ein „Chaos“ herrscht. Allerdings hatte er in dem Interview mit The Atlantik den britischen Premierminister David Cameron und andere europäische Staatschefs für den Einmarsch verantwortlich gemacht.

Aufgrund der geographischen Nähe Libyens zum europäischen Kontinent erwartete Barack Obama damals, dass die europäischen Staaten mehr Verantwortung für die Zeit nach dem Krieg übernehmen. Dies habe der US-Präsident seinen Amtskollegen in Europa auch deutlich gemacht.

Im März 2011 verabschiedete der UN-Sicherheitsrat eine Resolution, welche die internationale Gemeinschaft dazu ermächtigte „alle notwendigen Maßnahmen zu ergreifen“, um die libysche Zivilbevölkerung zu schützen. Die US-geführte Koalition bombardierte unter diesem Mandat intensiv die libysche Armee, um Gaddafi zu stürzen. Der ehemalige libysche Staatschef wurde im Oktober 2011 unter ungeklärten Bedingungen umgebracht.

Vor kurzem wurde auch die Rolle der damaligen Außenministerin Hillary Clinton bei der Entscheidung für den Angriff auf Libyen diskutiert. Der ehemalige US-Verteidigungsminister Robert Gates behauptete, dass die damalige Außenministerin die Entscheidung des Präsidenten damals "maßgeblich beeinflusst" hätte. Dies hatten auch andere Quellen aus dem Nationalen Sicherheitsrat der USA berichtet.

Mitglieder der angeblich

Ohne einen Plan für den Wiederaufbau glitt der gescheiterte Staat ins Chaos ab. In den vergangenen Jahren kämpften rivalisierende bewaffnete Gruppen um die Vorherrschaft in dem ölreichen nordafrikanischen Land. Dies ermöglichte es inzwischen, dass Daesh, der "Islamische Staat", und andere militante Gruppen in der Region Fuß fassten.

Eine weitere Folge der damaligen Intervention besteht darin, dass nach Schätzungen der Vereinten Nationen etwa 400.000 Menschen im Land vertrieben wurden. Russland und viele seiner Verbündeten aus aller Welt hielten die monatelange NATO-Bombardierung für untragbar.

Sie wiesen darauf hin, dass die UN-Resolution 1973 lediglich die Errichtung einer Flugverbotszone zum Schutz der Zivilbevölkerung vorsah und nicht das Herbeiführen eines Regimewandels.